Burg Säusenstein

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Die Burg Säusenstein, früher Burg oder Vest zu Slädmich oder Burg Schladming genannt[1] ist eine nicht mehr existierende Burg.

Geschichte

Ursprünglich stand am östlichen Rand der ehemaligen Gemeinde Rohrmoos-Untertal direkt oberhalb der Stadt Schladming nahe der Talbachklamm an den westlichen Abhängen der Planai nur ein Turm, dessen Unterbau drei Meter Dicke hatte. Heute steht anstelle das Rohrmooser Schlössl.

Seit etwa 1322 diente er auch als "Hochgerichts-Gefängnis", da die "Stadtfreiheiten Schladmings" unter anderem beinhalten, dass "alle Gericht und Abding so zuvor in Hauser-Pfarr besessen worden, nun in der Veste und Statt Schladming gehalten werden sollen". Der Turm dürfte mehr Wachturm als Ritterturm gewesen sein (sowohl den Goldeckerischen als vorher den Wolfseckerischen Soldaten zur Wache, Wehr und Wohnung diente).

In einer Urkunde aus dem Jahr 1350 steht, dass die "Hopfriesen hinter der Vest zu Slädmich" oder 1352 "hinter der Burg zu Schladming" wie noch lange die Umgebung des dortigen Kupferhammers genannt wurde. Im Kanzleibuch Friedrichs III. steht im Jahr 1493 ausdrücklich: "Ain Burgkstall bey Slebdming haisset Sewfenstain".

In der Ausgabe 1935 der Steirische Burgen und Schlösser steht zu lesen:[2]
Die Burg Seißenstein lag östlich von Schladming auf einem schmalen, nach drei Seiten steil abfallenden Rücken. Dieser Rücken läßt auf seiner letzten Kuppe ober Schladming nicht viel mehr Raum, als für eine mächtigen ­Turm. Die Reste dieses Turmes sind heute noch erhalten. Er war viereckig mit etwa 7 Meter Seitenlänge; die Mauern hatten eine Dicke von etwa 1 Meter. Der Turm war von einem Graben geschützt und von einer Wehrmauer umgeben. Er entstand wahrscheinlich in den Kriegen des Herzogs Albrecht gegen das unbotmäßige swiki:Erzbistum Salzburg[3], wurde in diesen Kämpfen um 1290 zerstört, aber bald darnach wieder aufgebaut.

Wie die Burg an die Kainacher kam, läßt sich nicht feststellen. Im Jahre 1443 scheint sie schon längere Zeit im Besitz dieses Geschlechtes gewesen zu sein, denn Andres Kainacher erhielt sie in diesem Jahre verliehen. Im Jahre 1527 erhielt Lans Kainacher nach seinem Vater Georg und seinem Bruder Wilhelm „ein Burgstall bei Sleybming, heißt Sewsenstein und ein See genannt Swertzensee" vom Landesfürsten verliehen. Es folgten im Lehensbesitz Lans' Sohn Lelferich (1549), dessen Bruder Gandolf den „Burgstall" an Dorothea von Stainach, die Witwe nach Andreas von Stainach verkaufte (1552). Von ihren Söhnen erhielt Wolfgang den „Thurn auch Purgstall und Purgkfried genannt am Seisenstein bei Schlädming", welches Gut an einen Bauer, Peter Khrieger, zu Kaufrecht verliehen war. Obwohl das Gut im Jahre 1552 verkauft worden ist, werden die Lehen noch bis 1570 an die Kainacher, aber auch gleichzeitig an die Stainacher verliehen, ein Vorgang, der die Anordnung in der landesfürstlichen Lehensstube wieder deutlich zeigt.

Erst ab 1583 wird Seisenstein nur an die Stainacher verliehen, bei denen es nun auch blieb (Hans Jakob 1583, Rudolf 1629, Veit Rudolf 1629, Veit Rudolf 1658, Veit Siegmund 1668). Nur der Schwarzensee war bei den Kainachern geblieben; er ist im Jahre 1590 von Christof von Kainach an Lans Freiherrn von Lofmann gekommen. Seisenstein wurde von Franz Sigmund von Stainach an das Stift Admont versetzt (1676), von Franz Sigmunds Tochter Maria Regina von Welsersheim aber zurückgelöst (1681) und blieb nun in der Familie der Welsersheim. Ludwig Graf Welsersheim erhielt es noch im Jahre 1780 verliehen. Im Jahre 1794 ward Seisenstein an Andreas Daumlechner versetzt und war noch um 1844 im Besitz von dessen Erben. Der Burgfried bestand aus einem Acker bei Schladming, zwei weiteren Äckern und etwa zwei Joch Wiesen.

Quelle

Einzelnachweis

  1. Franz Hutter in Geschichte Schladmings und des steirisch-salzburgischen Ennstales Seite 72 ff
  2. ANNO, Steirische Burgen und Schlösser, Ausgabe 1935, 2. Band, Heft 13, Seite 396f
  3. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki