Gosau-Schichten

Aus EnnstalWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lithostratigraphie der wichtigsten Gesteine im Bezirk Liezen seit dem oberen Perm.

Die Gosau-Schichten sind eine geologische Formation und werden in Untere Gosau-Schichten und Obere Gosau-Schichten untergliedert. Stratigraphisch gehören sie zu den Nördlichen Kalkalpen und hatten ihren Bildungszeitraum von der Oberkreide bis ins ältere Paläogen.

Genese und Allgemeines

Die Epoche der Unterkreide war von anhaltender Zerstückelung des Pangäa-Großkontinents geprägt. Die bestehenden Lithologien der Nördlichen Kalkalpen lagerten zu dieser Zeit am Nordrand der Afrikanischen Platte, die sich sodann kontinuierlich nach Norden in Richtung Europäischer Platte bewegte. Dabei wurden die Gesteine gestaucht, verschoben und aufgefaltet - eine Inselkette bildete sich. Damit einhergehend entstanden Buchten und Meeresengen, die Lebensraum für tropische Meeresbewohner boten. Sie sind als Fossilien in den Gosau-Schichten erhalten geblieben.

Diese Landschaft war für viele Millionen Jahre tropischer Verwitterung ausgesetzt. Es bildeten sich rote Verwitterungsböden und der erodierte Schutt wurde durch Oberflächenwässer oft in Form von Massenbewegungen in Seen und Randmeeresbereiche transportiert. Die Ablagerungen verfestigten sich durch Diagenese, je nach Lage zu unterschiedlichen, oft fossilreichen Sedimentgesteinen.

Name

Die Gosau-Schichten (Gosau-Gruppe) des Gebietes um Gosau und Rußbach am Paß Gschütt setzen sich aus einer Abfolge von Sedimentgesteinen zusammen, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts Gegenstand geowissenschaftlicher Untersuchungen sind. Auf Lill von Lilienbach (1830) geht der Begriff der „Gosauer Gesteine“ zurück.[1].

Vorkommen im Bezirk Liezen

Die Gosau-Schichten sind im gesamten Kalkalpen-Bereich des Bezirks zu finden. Ausgedehnte Verbreitung haben sie jedoch in den Bergen nördlich von Wörschach bis Weißenbach bei Liezen und im Raum Mooslandl/Gams bei Hieflau.

Quellen

  • Geoportal GIS Steiermark
  • Lobitzer, H. (2011). Geologische Spaziergänge. Ausseerland – Salzkammergut. Wien: Geologische Bundesanstalt
  • Mandl, G. W., Van Husen, D. & Lobitzer, H. (2011). Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000, Erläuterungen zu Blatt 96 Bad Ischl. Wien: Geol. B.-A.
  • Weidinger, J. T., Lobitzer, H. & Spitzbart, I. (Hrsg., 2003). Beiträge zur Geologie des Salzkammergutes. Gmundner Geo-Studie, 2, Gmunden

Einzelnachweise

  1. Quelle PDF: "Die Entwicklung des Gosaubeckens während der Kreidezeit" [Michael Wagreich