Ehrlich-Sammlung

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Die Ehrlich-Sammlung ist eine umfassende Mineralien-, Gesteins- und Fossiliensammlung in Schladming des Forschers Ernst Ehrlich.

Die Sammlung

Es war der ausdrückliche Wunsch von Ehrlich, dass seine Sammlung nach seinem Tode in ihrer Gesamtheit als „Ehrlich-Sammlung" von der Stadtgemeinde Schladming übernommen wird. Als es 1964 so weit war, wollten seine Erben, vor allem seine Witwe, die Sammlung an die Stadtgemeinde verkaufen. Der geforderte Preis erschien jedoch als zu hoch. Im Jahre 1971 erwarb die Stadtgemeinde die Sammlung doch, allerdings zu einem wesentlich günstigeren Preis. Es wird sich heute kaum mehr eruieren lassen, was sich alles um diese schöne Sammlung nach seinem Tode abgespielt hat. Beim ersten Durchmustern gewann man jedenfalls rasch den Eindruck, dass sie nicht mehr vollständig ist und besonders schöne und interessante Stücke nicht mehr vorhanden waren. Ein Inventarverzeichnis stand leider nicht mehr zur Verfügung.

Nach dem Tode Ehrlichs musste die Sammlung aus dem Haus Aschenbrödl ausgesiedelt werden und machte anschließend mehrere Umsiedlungen durch. Die zwischenzeitlichen Aufbewahrungsorte waren Verlegenheitslösungen und durch die zum Teil offenen Stellagen mit den Einschiebetabletten kam es zu Verstaubungen und Verschmutzungen. Bei den Umsiedlungen selbst kam es unweigerlich zu Verlusten und vieles kam in Unordnung. Im Einvernehmen mit dem wissenschaftlichen Betreuer des Stadtmuseums Schladming, Univ. Doz. Dr. Fritz Ebner vom Landesmuseum Joanneum, wurde dem Verfasser dieses Beitrages die Neuordnung und Inventarisierung der Ehrlich-Sammlung anvertraut. Es war eine zeitraubende und schwierige Arbeit zu retten, was noch zu retten war, Ordnung hineinzubringen und schließlich ein neues Inventar anzulegen.

Die Sammlung umfasst nun etwa 6 000 Objekte. Die genaue Zahl kann erst angegeben werden, wenn auch die Fossilien aus den Werfener Schichten unter Dach und Fach gebracht sind. Von allen Objekten werden Verzeichnisse hinsichtlich Art und Fundort angelegt.

Was den weiteren Verbleib der Sammlung betrifft, so kommt ein kleinerer Teil von besonders schönen und interessanten Stücken in die Schausammlung des städtischen Museums, während der größere Teil eine Archivsammlung bildet, welche Spezialisten auf den Gebieten Geologie, Mineralogie und Paläontologie zum Studium zur Verfügung stehen wird.

Das hinterlassene Schrifttum

Wie bereits erwähnt, war Ernst Ehrlich kein Mineraliensammler im üblichen Sinne, dem es im Wesentlichen darauf ankam, möglichst schöne und seltene Stücke zu erwerben, um sie jedermann vorführen zu können. Er war vielmehr bestrebt, möglichst tief in die wissenschaftlichen Grundlagen einzudringen. Schon in seiner Brucker Zeit kam er durch seinen damaligen Chef mit viel wissenschaftlicher Literatur in Berührung und konnte seine spätere Sammlertätigkeit darauf aufbauen. Da ein Großteil der hinterlassenen Bücher und Schriften weit in das 19. Jahrhundert zurückgeht, ist auch anzunehmen, dass ihm dieser Teil von seinem damaligen Chef überlassen wurde oder er ihn nach dessen Tode erwarb.

Das hinterlassene Schrifttum geht bis ins Jahr 1848 zurück und es befinden sich darunter Bücher und Schriften, die bereits selten und daher wertvoll geworden sind. Besonders hervorzuheben sind auch 38 vollständige Jahrgänge der Jahrbücher der k. k. Geologischen Reichsanstalt (ab 1918 Bundesanstalt) aus dem Zeitraum von 1878 bis 1924. Dazu noch zehn Abhandlungen der Reichsanstalt von berühmten Autoren. Denkschriften der Akademie der Wissenschaften in Wien und eine große Zahl Separatdrucken zeugen davon, dass Ehrlich mit der Literatur ziemlich auf dem Laufenden war. Er pflegte auch Kontakte mit der ganzen Welt und hatte Verbindung mit vielen Spezialisten.

Aus dem bis jetzt sichergestellten und inventarisierten Schrifttum geht hervor, dass sich Ehrlich ganz besonders auf dem Gebiete der Paläontologie betätigte. Seine Beschäftigung mit den Fossilien in den Werfener Schichten und die daraus hervorgegangene Veröffentlichung über die „Gervilien" in der Schriftenreihe der Mitteilungen des Museums Joanneum in Graz zeugt davon. Dem Verfasser liegt ein Manuskript vor, aus dem hervorgeht, dass Ehrlich auch eine Abhandlung über die Geologie des oberen Ennstales schreiben wollte. Es besteht kein Zweifel, dass sein Name unter den damaligen Fachwissenschaftlern sehr bekannt war und er oft Besuche bekam, wobei es zu einem Gedankenaustausch an Hand seiner Sammelobjekte kam.

Quelle