Zehn Jahre Museum des Stiftes Admont

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Zehn Jahre Museum des Stiftes Admont war 2013 eine Sonderausstellung im Benediktinerstift Admont.

Allgemeines

Die vom 24. März bis 31. Dezember 2013 trug den Untertitel Es lebe die Vielfalt. Kurator war Michael Braunsteiner. Eröffnet wurde die Ausstellung offiziell am 23. März.

Die Ausstellung

Ausbau und Umbau der gesamten Museumsanlage des Stiftes Admont erfolgten in den Jahren 1999 - 2003.
Bauherrschaft: Abt Bruno Hubl und der Konvent des Stiftes Admont.
Wirtschaftsdirektor: Helmuth Neuner
Architekt: Manfred Wehdorn
Stiftsbaumeister: Lambert Gahbauer
Kulturbeauftragter des Konventes: P. Winfried Schwab
Künstlerische Leitung: Michael Braunsteiner
Ausstellungsfläche: 3 600 m², Nutzungsfläche: 7 600 m2², zweitgrößtes Museum der Steiermark
Baukosten: ca. € 14 Mio., davon € 12 Mio. Eigenmittel und ca. € 2 Mio. Förderungen.
Um die 80 Firmen, vornehmlich aus der Region, waren beschäftigt.
Eröffnung des neuen Museums: Mai 2003.
In den zehn Jahren seit seiner Eröffnung wurde das Museum von rund 700 000 Besuchern frequentiert.

Das kontrastreichste Privatmuseum Österreichs im 1074 gegründeten Benediktinerstift Admont blickte 2013 auf eine zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück. Seit seiner Eröffnung im Jahre 2003 bietet es eine unerwartete Vielfalt. Vielfalt ist auch das Thema der Jubiläumsausstellung anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Museums im Stift Admont.

Auf 3 600 m² Ausstellungsfläche sind unter einem Dach vereint: Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, ein historisches Naturhistorisches Museum, ein Kunsthistorisches Museum, ein Museum für Gegenwartskunst, Sonderausstellungen und eine multimediale Stiftspräsentation. Die barocke Stiftsbibliothek ist die größte Klosterbibliothek der Welt. Kultur und Natur, Vergangenheit und Gegenwart, historische und zeitgenössische Kunst und Architektur halten einen spannungsreichen Dialog. Alle Museumsbereiche sowie die Bibliothek werden in der Ausstellung bespielt und thematisch miteinander verknüpft. Diese unzähligen historisch vorhandenen und in jüngster Zeit geschaffenen Gegensätze werden spürbar gemacht.

Die barocke Säulenhalle bildete den Ausgangspunkt der Jubiläumsausstellung. Pläne, Fotos und multimediale Präsentationen gaben einen Einblick in die jüngste Bau-, Museums- und Sammlungsgeschichte. Es wurden auch die ersten Ankäufe gezeigt, die den Grundstock für die 1997 begonnene Sammlung Gegenwartskunst bildten: Werke von Hubert Schmalix und Werner Reiterer. Im Jahr 2000 wurde die Made for Admont-Schiene ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um vom Stift in Auftrag gegebene Gegenwartskunst mit ortsspezifischen Bezügen. Das Fotoportrait von Rudi Molacek zeigt für das Stift und das Museum relevante Menschen und erschien anlässlich der Museumseröffnung. Die Fotoserie von Erwin Wurm steht stellvertretend für eine Reihe anderer Werke und Werkreihen. Zwei Admonter Benediktiner haben als Modelle agiert. Weitere "Made for Admont"-Werke: im Kunsthistorischen Museum, im Naturhistorischen Museum, im Museum für Gegenwartskunst und im Außenbereich.

Weingenießer hatten die Gelegenheit zur Degustation der hoch dekorierten Weine des Stiftes Admont. Sie kommen aus dem in Nordslowenien gelegenen stiftischen Weingut Dveri Pax.

Ein Höhepunkt der letzten zehn Jahre war die Generalrestaurierung der barocken Stiftsbibliothek. Seit der Fertigstellung des Bibliothekssaales im Jahr 1776 wurden noch niemals vergleichbare Arbeiten gemacht: In drei großen Arbeitsphasen während der Jahre 2004 bis 2008 wurden alle Bestände aus Stein und Metall, die Deckenfresken, der gesamte Skulpturenschmuck sowie sämtliche Bestandteile aus Holz restauriert. Der gesamte Buch-Bestand von etwa 70 000 Stück wurde gereinigt und auf seine Schäden hin untersucht. Über 5 000 Bücher wurden restauriert. Während dieser Restaurierungsphase blieb die Stiftsbibliothek Admont für die Besucher zugänglich.

Die Restaurierungs-Arbeiten waren dringend notwendig, da Teile der baulichen Substanz sowie ein beträchtlicher Teil der Bücher in ihrem weiteren Bestand gefährdet war. Das Projekt stand unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes. Das architektonische und kunstgeschichtliche Juwel wurde somit für weitere Generationen gesichert. Seit März 2008 erstrahlt die größte Klosterbibliothek der Welt prachtvoll im alten Glanz.

Direkt Bezug auf die Bibliothek nahm die Ausstellung im Handschriftenraum. Unter dem Titel „Bibliotheca universalis“ ging es um die Vielfalt einer mittelalterlichen Büchersammlung. In den letzten Jahren nie gezeigte Handschriften, vorwiegend aus der Zeit vom 12. bis zum 14. Jahrhundert, spiegelten die inhaltliche Vielfalt der neuzeitlichen Bibliothek gleichsam in deren mittelalterlichen Wurzeln. Darunter waren sowohl charakteristische Beispiele für qualitätsvolle Erzeugnisse des Admonter Skriptoriums als auch buchkünstlerisch hervorragende „Importe“ aus dem süddeutschen, französischen und italienischen Raum.

Das Kunsthistorische Museum beinhaltet bedeutende Exponate von der Romanik bis zum Barock, Gemälde, Skulpturen, Textilien und viele andere Objekte aus der Paramenten- bzw. Kunstkammer des Stiftes Admont. Die dortige schon traditionelle „Künstlerische Intervention“ wurde unter dem Titel „The Placebo Macclesfield Psalter“ von Emil Siemeister in Form eines imposanten Leuchtraumes vorgenommen. Das Rohmaterial für seine speziellen Transformationen stammt aus dem Originalbuch „Macclesfield Psalter“, 14. Jahrhundert, Fitzwilliam Museum in Cambridge.

Das Naturhistorische Museum, in dem sich ebenfalls "Made for Admont"-Stationen finden, wurde nach dem verheerenden Stiftsbrand im Jahr 1865 vom erst 20-jährigen Admonter Benediktiner Pater Gabriel Strobl in den Jahren 1866 bis 1906 neu errichtet. In seiner wissenschaftlichen Tätigkeit baute Strobl eine riesige Insektensammlung mit rund 252 000 Exemplaren auf. Allein der Bestand an Zweiflüglern (Dipteren) zählt mit mehr als 50 000 Objekten zu den bedeutenden Kollektionen Europas. Durch eigenes Sammeln, Tausch, Ankauf und in Form von Schenkungen erwarb Pater Gabriel Strobl in seiner 44jährigen Tätigkeit jene Sammlungsbestände, die heute im zum Teil neu konzipierten Naturhistorischen Museum zu bestaunen sind.

Eine breitgestreute Auswahl an Werken aus den jüngsten Sammlungsaktivitäten findet sich im Museum für Gegenwartskunst. Der Gedanke, die Kunst unserer Zeit in das Stift zu holen, sie mit den historischen Sammlungen und den Anliegen des Klosters in Verbindung zu setzen, hat sich rasch durchgesetzt. Im Stift Admont leben und wirken Gegenwartsmönche, sind Gegenwartsmenschen beschäftigt. Die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst und Kultur ist wichtig. Bibliothek und Museum werden von Menschen des 21. Jahrhunderts besucht.

Seit 1997 baut das Stift Admont kontinuierlich eine Gegenwartskunst-Sammlung auf. Diese Sammlung beinhaltet mit Stand 2013 rund 1 000 Kunstwerke von etwa 180 überwiegend österreichischen KünstlerInnen der jüngeren und mittleren Generation. Sie setzt sich aus zwei Teilen zusammen: aus Atelier- bzw. Galerieankäufen, sowie aus "Made for Admont" Auftragskunst.

Eine weltweite Besonderheit der Sammlung sind die grundsätzlich für sehbehinderte und blinde Menschen konzipierten Kunstwerke. 25 KünstlerInnen haben im Auftrag des Stiftes Admont seit 2002 Werke für die Sammlung Jenseits des Sehens - Kunst verbindet Blinde und Sehende geschaffen. Eine Auswahl dieser Werke wurde 2013 im Erdgeschoss, in der Stiftsbibliothek und im Gartenbereich gezeigt.

Quelle

  • Presseaussendung des Stifts