Jenseits des Sehens

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Jenseits des Sehens - Kunst verbindet Blinde und Sehende, war eine Ausstellung im Benediktinerstift Admont vom 25. März bis 26. August 2012.

Inhalt

Im Rahmen der Reihe Made for Admont waren seit 2002 insgesamt 25 Kunstwerke entstanden, die für sehbehinderte und blinde Menschen konzipiert und für Sehende mehrsinnlich wahrnehmbar sind. Für die Werkschau der vergangenen Jahre hat der Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, Gianfranco Kardinal Ravasi, die Schirmherrschaft übernommen.

Allen diesen sogenannten beyond-seeing-Kunstwerken gemeinsam ist, dass ihre Wahrnehmung über die Augen nicht im Vordergrund steht. Sie alle können von blinden Menschen und von Sehenden mit verbundenen Augen unterschiedlich erlebt werden. Natürlich haben sie auch immer eine Form – sind sie mehr oder weniger künstlerisch gestaltet, ihrem Zweck entsprechend designed. Somit sind diese Objekte, Bilder, Installationen oder multimedialen Werke auch sichtbar. Sie haben ihre eigene, oft verblüffende Ästhetik.

Für gewöhnlich heißt es in Galerien und Museen strikte: Nicht berühren! Bei diesen Kunstwerken ist das anders. In dieser Ausstellung konnte Kunst – meist interaktiv – andersARTig erlebt werden. Je nachdem ließen sich die Exponate ertasten, hören und riechen, womöglich sogar schmecken. Für blinde Menschen waren sie barrierefrei zugänglich. Sehenden wiederum wurde Kunst auf unerwartete, auf spielerische Weise zugänglich – ganz anders, ganz neu. Sehende konnten sich ein „Bild“ davon machen, wie die Welt der blinden Menschen „aussieht“. Auf besonderen Wunsch bestand bei einigen dieser Kunstwerke sogar die Möglichkeit, dass blinde Menschen ihre Wahrnehmungsweisen an Sehende vermittelten, wie es im „Unsichtbaren Garten“ der Fall war.

Auch betreffend Berührungsängsten und Vorurteilen können barrierefreie Zugänge zur Gegenwartskunst gefunden werden. Kunst kann nicht nur gesehen, sie kann mit den Händen begriffen, mit allen Sinnen erfahren werden. Somit wird sie auch mit dem Kopf leichter begreifbar. Lässt man sich auf diese Kunst ein, öffnet sie die verschlossenen Augen so manches Sehenden für Bereiche, denen gegenüber viel von uns für gewöhnlich blind ist. Zwischen blinden und sehenden Menschen findet ein spannender und beiderseits grenzerweiternder Prozess des art sharing's statt.

Die Objekte entstanden u. a. von den Künstlern Johannes Deutsch, Michael Kienzer, Werner Reiterer, Constanze Ruhm und Gustav Troger.

Kurator der Ausstellung

Michael Braunsteiner

Weitere Stationen der Ausstellung

Die Ausstellung mit insgesamt 25 Werken wurde von Dezember 2013 bis 12. Jänner 2014 im Rahmen des Festivals "Österreichische Kultursaison in Russland" im Zentrum zeitgenössischer Kunst Winzawod in Moskau, Russland, präsentiert. Winzawod in Moskau ist das führende Zentrum für zeitgenössische Kunst in Russland, das täglich mehr als 1 000 Besucher zählt[1].

Weblinks

Quellen

Einzelnachweis

  1. Quelle www.kleinezeitung.at