Medardus Wehr

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Medardus Wehr (* 25. März 1927 in Weißkirchen bei Judenburg; † 23. April 2013) war Bürgermeister der Marktgemeinde Gaishorn am See.

Leben

Medardus Wehr kam aus beruflichen Gründen bereits im Jahr 1948 in das Paltental. Er war rund 39 Jahre in den Veitscher Magnesitwerken in Trieben als Oberwerkmeister in der Bauabteilung tätig.

Der Sozialdemokrat Medardus Wehr übernahm nach der Gemeinderatswahl im Jahr 1965 die Funktion des Bürgermeisters, die er bis ins Jahr 1990 ausgeübte.

Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Errichtung einer Ortsumfahrung im südlichen Bereich des Gemeindegebietes, da zum damaligen Zeitpunkt die sogenannte „Gastarbeiterroute“ noch mitten durch den Ort führte. Dies führte zu einer bedeutenden Entlastung der Gaishorner Bevölkerung.

Die Schaffung eines Ortserneuerungsprogrammes bildete die Grundlage zukunftsweisender Projekte. Vorrangige Bauvorhaben waren dabei eine umfangreiche Straßenasphaltierung sowie Brückensanierungen und Neubauten. Die Kanalführung wurde zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung erweitert, Verbesserungen in der Trinkwasserversorgung erreicht.

Um den Bürgern der aufstrebenden Gemeinde eine gute Lebensqualität zu ermöglichen, wurden mehrere Mehrfamilienhäuser errichtet, unter anderem auch jenes, in dem sich die Amtsräume der Marktgemeinde befinden.

Auch die Stärkung und Förderung der heimischen Wirtschaft und Nahversorger war Medardus Wehr eine Herzensangelegenheit. In der Schönau wurden zwei Tennisplätze errichtet.

Die Volksschule wurde generalsaniert, der Anbau des heutigen Mehrzwecksaales als Turnsaal für die Volksschule und als Raum für kulturelle und sportliche Veranstaltungen geschaffen. Auch die Errichtung des Kindergartens und der Bücherei in den Gebäuden des alten Gemeindeamtes fiel in Wehrs Amtszeit.

Als nachhaltigstes und wichtigstes Projekt wird der Bau des „Gaishorner Sees“, des Hochwasserrückhaltebeckens, angesehen. Dass dieses ehrgeizige Projekt in die Realität umgesetzt werden konnte, war in erster Linie den intensiven Bemühungen Wehrs und seinen geschickten Verhandlungen mit den zuständigen Stellen des Landes und des Bundes zu verdanken.

Neben seinen Tätigkeiten in der Kommunalpolitik und als offizieller Vertreter der Gemeinde zeichnete Medardus Wehr bis zur Fusion der Raiffeisenbanken Gaishorn und Trieben im Jahr 1981 auch als Vorstand des Geldinstitutes mitverantwortlich. Er war auch bei zahlreichen Vereinigungen wie der Waldgemeinschaft Gaishorn und in anderen Institutionen jahrzehntelang führend tätig.

Medardus Wehr war seit dem Jahre 1949 mit seiner Ehegattin Leopoldine verbunden. Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie durch den tragischen Tod des einzigen Sohnes Gerfried.

In Würdigung seines Einsatzes und seiner Leistungen wurde Medardus Wehr zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Gaishorn ernannt und mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Steiermark ausgezeichnet.

Altbürgermeister Medardus Wehr verstarb nach langer, schwerer Krankheit in der Nacht vom 22. auf 23. April 2013.

Quelle

Zeitfolge