Kreuz im Jaglbauer Ossfeld

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Die Geschichte über das Kreuz im Jaglbauer Ossfeld, erzählt von Alfred Schachner.

Das Kreuz im Jaglbauer Ossfeld

Nach Rücksprache mit dem Organisten Hans Raunigg in Tauplitz – er war nach dem Krieg auch viele Jahre Jugendführer der röm.-kath. Jugend unter Pfarrer Josef Strohmüller in Tauplitz – so wie weiterer verschiedener Personen von Tauplitz, und nicht zuletzt mit meiner Frau, konnte ich erfahren, wie es dazu kam, dass das „Eiserne Kreuz“ am Hügel im Ossfeld von vlg. Jaglbauer steht.

Anfang der 1950er-Jahre fanden Tauplitzer Burschen am Hochwasser führenden Grimmingbach ein Eisenkreuz. Niemand wusste zu dieser Zeit, von woher das Kreuz im Grimmingbach angeschwemmt wurde. Die Burschen von der kath. Jugend fassten den Entschluss, dieses Kreuz vor dem Verrosten zu bewahren und weit sichtbar am Hügel im Ossfeld, südlich des Ortszentrums von Tauplitz als Zeichen und Treffpunkt der kath. Jugendbewegung von Tauplitz, aufzustellen.

Mit den Grundeigentümern Theresia und Adolf Sölkner vlg. Jaglbauer wurde Verbindung aufgenommen, um die Bewilligung für die Grundbenützung zu erreichen. Meine Frau kann sich noch genau erinnern, wie ihr Vater dazu Stellung nahm: „Ihr könnt das Kreuz auf diesen Platz errichten und euch auch dort treffen, tretet jedoch nicht zu weit in die Wiese hinein das Futter nieder!“.

Seither wacht das Kreuz vom Hügel im Ossfeld als Zeichen des Zusammenhaltes der Jugend von Tauplitz und kann aus dem Ortskern fasst von überall gesehen werden.

Geschichtlichen Ereignisse

Am 25. Juli 1934 fand ein Umsturzversuch der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei (NSDAP) statt, der unter dem Namen Juliputsch bekannt wurde. Sie kamen mit einem Bus aus dem Ausseerland - auch Tauplitzer waren beteiligt. Tauplitz blieb leider nicht verschont. In KlachauGirtstatt stießen in Autos bewaffnete Nationalsozialisten mit Gendarmerie und Heimatschutz zusammen. Bei diesem Kampf gab es sieben Tote und einige Verwundete (Tauplitzer waren keine dabei). Nachträglich wurden von Tauplitz rund 20 Personen verhaftet, meistens jüngere Burschen. An der Kampfstätte wurde ein Eisenkreuz als Denkmal errichtet. Auch dieser Putsch wurde mit Einsatz von Militär und Heimwehr niedergeschlagen.

Am 25. Juli 1934 wurde auch der Bundeskanzler und Außenminister swiki:Engelbert Dollfuß[1] bei einem Putschversuch österreichischer Nationalsozialisten im Bundeskanzleramt erschossen, nachdem schon im Oktober 1933 ein Attentat auf ihn verübt worden war.

Jahre nach dem Fund und der Aufstellung des Kreuzes am Hügel im Ossfeld, welches nunmehr im Sinne der Jugend einen ganz anderen Sinn erfüllt, wurde bekannt, wohin das Eiserne Denkmal von der Girtstatt verbracht wurde.

Peter Mittendorfer vlg. Winkler fasste in der Zeit um 19391940 (genau weiß man dies nicht mehr) mit einigen Mithelfern den Entschluss, das eiserne Denkmal, bevor es noch weitere Unstimmigkeiten hervorruft, zu entfernen und im sogenannten Allawald im Schotter des Grimmingbaches zu vergraben. Diese Aktion musste ganz geheim gehalten werden um nicht Aufsehen zu erregen. Spät abends wurde diese Aktion gestartet. Ein Mithelfer als Wachposten gab mit dem Anzünden seiner Zigarette das Zeichen: „Alles ruhig, die Aktion kann beginnen!“ Sofort wurde das Denkmal ausgehoben und im Schotterbett des Grimmingbaches im Allawald vergraben. Niemand sonst wusste, wohin dieses Denkmal verschwunden sei. Mit dieser Aktion wurde das Denkmal aufgelassen und alle öffentlichen Zeichen, die zu Unstimmigkeiten führen konnten, der Nachwelt in Vergessenheit gebracht.

Quellen

Fußnote

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki