Johann Kain (Regierungsrat)

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Regierungsrat Johann Kain (* 1839 in Grundlsee; † 10. November 1929 in Fohnsdorf, Steiermark) war der Sohn des Grundlseer Fischmeisters Johann Kain.

Nachruf

Die Steirische Alpenpost veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 22. November 1929 einen Nachruf:[1]

Regierungsrat Johann Kain †. Fohnsdorf, 12. November 1929.

Am 10. November schloß Regierungsrat Johann Kain im 91. Lebensjahre für immer seine Augen. Mit ihm ist der älteste Fohnsdorfer Bürger dahingegangen. Der Verstorbene war der Sohn des kaiserlichen Fisch­meisters Johann Kain am Grundlsee, wo er im Jahre 1839 geboren wurde. Zur damaligen Zeit weilte in der dortigen Gegend sehr oft unser Erzherzog Johann als Gast, der an dem jungen und auf­ geweckten Kain seine besondere Freude hatte. Dieser war auch der ständige Spielkamerad des einzigen Sohnes des Erzherzogs Johann — Franz Baron von Brandhof bzw. Graf von Meran — der ebenfalls im Jahre 1839 geboren wurde. Der Erzherzog war es auch, der die Fähigkeiten, die in dem Knaben schlummerten, erkannte, und er machte es durch die Gewährung eines ausgiebigen Stipendiums möglich, daß der Sohn des Fischmeisters studieren konnte. Die Beihilfe gab der hohe Gönner für alle Jahre des folgenden Studiums. Als der kleine Kain vom Elternhause Abschied nahm, sagte ihm der Erzherzog noch mit ermunternden Worten: „Lerne nur recht fleißig und wenn du fertig bist, wirst du mein Forstinspektor!”

Nach guter Absolvierung der Realschule in Admont und Wien, sowie der Forstakademie in Maria-Brunn, wendete sich Kain dem Forstwesen zu, auf welchem Gebiete er große Erfolge erzielte und eine Reihe von schönen Auszeichnungen im Laufe seiner langen und bewegten Dienstzeit erwarb. Schon in den Jahren 18541857 praktizierte er beim kaiserlichen Forstamte in Aussee, um nach abgelegter Staatsprüfung als Forstbeamter in Gmunden und Traunsee zu wirken. 18641869 war Kain Waldamtskontrollor in St. Gallen. Im Jahre 1869 rückte er zum Oberforstkontrollor vor und versah bis 1879 diesen Dienst bei der damals staatlichen Innerberger Hauptgewerkschaft in Eisenerz, aus der später die Alpine Montangesellschaft hervorging.

Die große Liebe für seinen Beruf, seine hervorragenden Kenntnisse auf dein Gebiete des Forstwesens und sein ehrenhafter Charakter verschafften ihm jederzeit die Hochachtung der Vorgesetzten und die größte Anhäng­lichkeit seiner Untergebenen. Nach einer zehnjährigen Tätigkeit als Forst- und Materialinspektor bei der Alpinen Montangesellschaft trat er in kaiserliche Dienste und wurde Forstrat bei der kaiserlichen Familienfonds-Güterdirektion in Wien. Im Jahre 1897 wurde er mit dem Titel Oberforstrat ausgezeichnet und mit der Leitung obigen Anrtes betraut. Die Verleihung des Titels k. u. k. Regie­rungsrat im Jahre 1900 und die Auszeichnung mit dem Kronenorden geben Zeugnis von der Wertschätzung, deren er sich erfreute.

Seit dem Jahre 1901, nach 42 jähriger Dienstzeit, lebte Regierungsrat Johann Kain im Ruhestande bei seinem Schwiegersohn Herrn Dr. Ernst Kortschak in Fohnsdorf. Beispielgebend war die liebevolle Hingabe für den Greis. Ein herzinniges Familienleben verschönte ihm den wohlverdienten langen Lebensabend. Kain war ein munterer Erzähler, der bei der Frische seines Geistes noch bis knapp vor seinem Tode über einen gesunden Humor verfügte. Ein treuer Anhänger der Natur, machte er noch in hohem Alter manchen Pirschgang mit, war ein leidenschaftlicher und ein eifriger Eis schütze. Mit ihm sank ein Stück unvergeßliche alte Zeit in das Grab.— In Bad Aussee leben vier Nichten des verstorbenen Regierungsrates Kain, u. zw.: Frau Sophie Großauer, Frau Rosa Holzgethan, Frau Maria Hollwöger und Frau Lina Wolf.

Quelle

  1. ANNO, Steirische Alpenpost, Ausgabe vom 22. November 1929, Seite 1