Johann Gothardt Walcher

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Johann Gothardt Walcher (* 1741 in Gams bei Hieflau; † 27. Mai 1802 in Schladming) war ein Schladminger Montanist.

Leben

Der über die Grenzen des Schladminger Berg- und Hüttenrevieres hinaus bekannte und als Gutachter und Berater gefragter Montanist Johann Gothardt Walcher wurde als Sohn des Hammerschreibers Johann Georg Walcher geboren.

Zu Beginn 1765 heiratete er Maria Rosalia Trachsler, die Tochter eines Schladminger Gastwirtes. Gemeinsam hatten sie elf Kinder. Im Trauregister wird Walcher als „Nobilis Doctissimus Juvenus“ und „Verweser der Stissischen Knappschaft“ (wohl heyßischen Knappschaft, Anm. d. Verfassers Alfred Weiß) bezeichnet. Er kaufte noch im selben Jahre das Haus Markt 34 (heute heute Martin-Luther-Straße 32) in Schladming von seinem Schwiegervater.

1765 und 1766 war er Verweser des Kiesbergbaues am „Schuhbichl“ in Pichl an der Enns sowie der Bleierzbergbaue und einer Hütte des Judenburger Kreishauptmannes Johann Joseph Heyß. Er besaß einen eigenen Kobalterzbergbau „Rosaliastollen im Neualpner Boden“. Daneben betreute er noch den k.k. Silber- und Kobaltbergbau. 1766 wurde über das Vermögen von Heyß der Konkurs verhängt und damit verlor Walcher seine Stellung.

1770 wurde von der Hofkammer in Münz- und Bergwesen der damalige Leiter der Messingfabrik in Annaberg, Anton Hutterer, zum Verwalter des k.k. Bergamtes und der Bergprobierer Anton Seeling zum Berggeschworenen ernannt. Walcher, der sich um die vakante Stelle des Hüttenschreibers beworben hatte, wurde zum Amtsschreiber bestellt. Er erhielt ein Jahresgehalt von 150 fl (fl = Florin; Gulden) und ein Holzdeputat. Walcher wurde von seinen Vorgesetzten mit den verschiedensten Aufgaben betraut, die ihn bis nach Lemberg führten.

Walchers Leben war offenbar von finanziellen Schwierigkeiten geprägt. Dies geht aus sehr peniblen Dienstreisespesenabrechnungen hervor. So wurden etwa Reparaturen an seiner privaten Kutsche nur teilweise vergütet, das Trinkgeld für eine Postillion von den Beamten der Hofkammer in Münz- und Bergwesen als unnötig gestrichen.

Für seine Verdienste um die „Hervorbringung des Torf- und Steinkohlenbaues“ verlieh ihm 1797 die Hofkammer eine goldene Medaille im Wert von 24 Dukaten. Bei diesen Verdiensten handelte es sich vor allem um den Einsatz von Torf und Braunkohle in der Schladminger Schmelzhütte.

Am 27. Mai 1802 verstarb Walcher in seinem Haus in Schladming an Wassersucht. Seine Witwe erhielt eine jährliche Pension von 200 fl und für die Erziehung von drei minderjährigen Kindern einen jährlichen Zuschuss von 50 fl. 1810 kaufte der Gewerke Josef Eyselsberg im Rahmen einer Versteigerung den Kobalterzbergbau Walchers von dessen Erben um 6.000 Gulden.

Quelle