Rotböden

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Rotböden

Als die Rotböden (1 650 m ü. A.) bezeichnet man eine Alm im Kemetgebirge.

Allgemeines

Die langgezogenen Gruben der Rotböden liegen auf 1600 m bis 1660 m Seehöhe und seit auf alten Steigen erreichbar. Ab dem Hochmittelalter wurden sie als Hochalm der Viehbergalm genutzt, derzeit nur mehr als Galtviehweide. Die zum Teil mit Restdolinen durchsetzten Gruben sind aus geologischen und klimatischen Gründen nahezu Baumfrei und boten somit ideale Varraussetzungen für die frühe Weidewirtschaft.

Mineralogie

Um die intensiv gefärbten und auffälligen Rotböden-Bildungen wissenschaftlich zu untersuchen, wurden Ende der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts ca. 700 m nördlich der Feisterscharte zwei Proben genommen und analysiert. Beide Proben wurden einer Kornfraktionierung und anschließend die Korngrößen <0,01 mm einer Röntgendiffraktometrie unterzogen. Die Ergebnisse zeigten, dass der Boden am Probenahmeort nicht homogen ist. Beide Proben bestehen zwar überwiegend aus Quarz und daneben aus Montmorillonit und Kaolinit, aber die Akzessorien sind sehr unterschiedlich. Während eine Probe zusätzlich Illit, Gibbsit, Hämatit und amorphe[1] Eisenoxide inkludiert, beinhaltet die andere Probe nur wenig Hämatit, geringe Mengen an Eisenoxiden und keinen Gibbsit. Im Allgemeinen ist das Mineral Gibbsit ein Indikator für sehr intensive Verwitterung. Die Rotböden können deshalb als "Terra Rossa" klassifiziert werden.
Auch das Korngrößenspektrum von 0,01 bis 1 mm weist anhand der Mineralbestandteile auf starke Verwitterung hin. Zum Alter der Rotbodenbildung erfolgten jedoch keine Untersuchungen.

Erreichbarkeit

Von Gröbming über die Viehbergalm und von dort nordwestlich weglos zu den Rotböden.

Hütten

In der Nähe der Rotböden befindet sich folgende Almhütten:

Alm

  • Viehbergalm

Bildergalerie

weitere Bilder

  • Rotböden – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki

Einzelnachweise

  1. amorph bedeutet, dass ein Material keine geordnete Struktur hat; im Fall von Mineralien liegt keine geordnete Kristallstruktur vor

Quellen