Neufahrten 1945 im Dachsteingebirge

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Neufahrten 1945 im Dachsteingebirge, Bildmitte.

1945 gab es Neufahrten im Dachsteingebirge, wie die swiki:Salzburger Nachrichten[1] berichteten.

Die Erststeigungen

Von der Simonyhütte sieht man den mächtigen Plattenpfeiler des „Hintern Niedern Kreuzes“ (2 651 m ü. A.). Über die feinen Risse des Plattenpfeilers erkletterten im Sommer 1945 die beiden Wiener Sepp Brunnhuber und Paul Kübel die Spitze. Die gleichen Bergsteiger legten durch die mehrfach überhängende Nordwestwand des Niederen Gjaidsteines eine gerade Führe. In überaus schwieriger Kletterei bezwangen sie die abweisende Wand.

Der Kleine Koppenkarstein (2 736 m ü. A.) wird in der Nordwand von Rissen und Kaminen durchzogen‚ die in gerader Linie vom Schladminger Gletscher bis zum Gipfel ziehen. Diese prägnante Linie wählten Sepp Brunnhuber und Maria Kampitsch aus Leoben und stiegen in erster Erkletterung durch die Nordwand.

Der Hohe Gjaidstein (2 794 m ü. A.) bricht nach Westen mit einem ungemein steilen Pfeiler zum Hallstätter Gletscher ab. Die wuchtige Plattenwand rechts davon, die Südwestwand, - durchstiegen Sepp Brunnhuber und Maria Kampitsch in ideal—geredet Linie. Die vielen Wandüberhänge boten dabei äußerste Schwierigkeiten und zwangen zu Hakensicherungen. Für die 330 Meter hohe Wand benötigten die Erstbegeher vier Stunden Kletterzeit.

Zur Dachstein-Südwand-Hütte bricht die Westwand des südwestlichen Vorgipfels des Vorderen Türlspitz (2 540 m ü. A.) mit einer ungemein steilen Wand ab. Ein feiner Riss durchzieht die 400 m hohe, mehrfach überhängende Wand. Seit 16 Jahren ist dieses Problem von erstklassigen Kletterer versucht worden, doch stets scheiterte die Begehung an den Schwierigkeiten oder an den Wetterverhältnissen.

Am 15. September 1945 musste sich nun auch diese stolze Wand beuggen. Sepp Brunnhuber, Maria Kampitsch und Kurt Maix aus Wien stiegen durch die überhängenden Risse in sechsstündiger schwieriger Kletterei. Infolge der bisherigen vergeblichen Versuche bürgerte sich in Klettererkreisen der Name „Toter Hund“ für dieses Problem ein, eine Bezeichnung, die jenem Kletterweg wohl erhalten bleiben wird.

Quelle

  • ANNO, Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 7. November 1945, Seite 6

Fußnote

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki