Johann Stuhlhofer

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Johann Hans Stuhlhofer war nach dem Zweiten Weltkrieg der erste Herren- und Damenfriseur in Ramsau am Dachstein.

Über Hans Stuhlhofer

Fast unvorstellbar, aber eine Tatsache: Bis 1949 gab es in Ramsau am Dachstein keinen Friseur. Zeitzeuge Norbert Schrempf kann sich noch gut erinnern, dass sein „Haarschneider“ der benachbarte Bauer vom Marharterhof war. Ähnliches wird wohl für viele seiner Altersgenossen zugetroffen haben.

Der aus Wien stammende Hans Stuhlhofer blieb nach seinem Militärdienst am Fliegerhorst in Aigen im Ennstal im Bezirk und arbeitete bei einem Friseur in Liezen. Einer seiner damaligen Stammkunden war der Fremdenverkehrsdirektor der Ramsau, Otto Schultermandl, welcher ihn überredete nach Ramsau zu übersiedeln und ein eigenes Friseurgeschäft zu betreiben. Die erste Station war das „Marharterhäusl“, es folgten, schon etwas zentraler gelegen, das „Möslehnhäusl“ und später das Mesnerhaus neben der Kulm-Kirche.

Die Tochter Christl beschreibt rückblickend die Tätigkeit ihres Vaters in Ausübung seines Berufs als „kurz und korrekt“, was sich wohl auf seinen Haarschnitt bezog. Hans Stuhlhofer war nämlich bekannt dafür, dass die Haare bis rund fünf Zentimeter über den Ohren und im Nacken rasiert waren (dass ein „Reindl“ auf den Kopf gesetzt wurde, ist allerdings eine Mär). Diese Art Haare zu schneiden, erfreut sich ja in der Zwischenzeit wieder äußerster Beliebtheit.

Als der Laden zu klein wurde, plante das Ehepaar Stuhlhofer 1963 den Bau eines eigenen Hauses. Es war allerdings gar nicht so einfach, einen geeigneten Grund zu finden. Es war damals noch jene Zeit, als katholische Familien in der Ramsau schon einmal auf Schwierigkeiten stoßen konnten. Nach Rücksprache mit dem Presbyterium erklärte sich der Möslehnbauer bereit, im Ortsteil Kulm einen Grund zu verkaufen. Nach Fertigstellung des Hauses folgte die Eröffnung von zwei Filialen, eine in Ramsau-Ort, eine – noch in alter Verbundenheit – in Liezen. Das Geschäft führte mittlerweile Tochter Christl über einige Jahrzehnte, bevor sie 2014 an die dritte Stuhlhofer-Generation, an Judith und ihren Lebensgefährten Karl Fischbacher, übergab. Unter den vielen Beschäftigten im Laufe der Jahre hoben Christl und Judith ihre firmentreueste Mitarbeiterin besonders hervor. Gundi darf auf 35 Dienstjahre im Familienbetrieb zurückblicken.

So wie für die Berufskollegen in ganz Österreich, musste 2020 während der Corona Pandemie der Frisiersalon sieben Wochen lang geschlossen bleiben. In der 71-jährigen Geschichte des Unternehmens war es das erste Mal, dass das Geschäft nicht geöffnet war. Nachzuarbeiten gab es viel, der entgangene Umsatz könne trotzdem nicht wettgemacht werden. Die Stammkunden sind jedenfalls erleichtert, dem Friseur ihres Vertrauens wieder einen Besuch abstatten zu können.

Quelle