Eröffnungsfeier der Alpinen Ski WM 2013 in Schladming

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Feuerwerk beim Skygate am Ende der Eröffnungszeremonie
v. l. Hansi Hinterseer, Mirjam Weichselbraun und Peter Schröcksnadel
Eindrücke von der Eröffnungsfeier
Eindrücke von der Eröffnungsfeier
Eindrücke von der Eröffnungsfeier
Eindrücke von der Eröffnungsfeier
Übergabe der FIS-Fahne
"Fotografierst uns a oder sama dir zu schiach?" [Fotografierst uns auch oder sind wir dir zu häßlich?] meinten zwei gut gelaunte junge Ennstaler
Lipizzaner des Gestüts Piber

Am Montagabend, den 4. Februar 2013, fand um 18:30 Uhr die Eröffnungsfeier der Alpinen Ski WM 2013 in Schladming im Zielstadion Planai statt.

Eindrucksvoll, aber mit ein paar Schönheitsfehlern

Vor Beginn

Der Schneefall der letzten beiden Tage war vorhersagegemäß in Regen übergegangen, der allerdings immer wieder Pause machte. Die Besucher strömten schon vor 18 Uhr aus allen Richtungen zum Zielstation, ein Großteil von ihnen kam vom Steiermark-Dorf, das am Hauptplatz eingerichtet wurde, über die Fan-Meile und der Medal Plaza, wo die Besucher von mehreren Seiten mit Geräuschen beschallt wurden, die von Musik bis zu Lärm reichten.

Angekommen bei den Aufgängen der verschiedenen Sektoren "Blau", "Fan-Kurve", "Silber" und "Gold / VIP", stauten sich die Massen. Besonders bei den Treppenaufgängen zu "Gold VIP" ging es nur stockend voran. Hatte man erst einmal den "ersten Stock" erklommen, hieß es beim ersten Ausgang auf das Tribünengelände - "voll, bitte weitergehen", beim zweiten Ausgang "nur für Team-Mitglieder, bitte weitergehen" und beim dritten und letzten Ausgang: "nur für VIP, bitte bei den anderen beiden probieren", was die am dritten Ausgang Angelangten ja bereits probiert hätten. Von hinten wurde geschoben, vorne mitgeteilt, dass es hier voll sei und dazwischen gab es Meinungen in die Richtung: "wozu habe ich eine Gold-Eintrittskarte, wenn ich dann nicht rein gelassen werde?".

Es war 18:22 Uhr und noch kein Einlass in Sicht für etwa einhundert Besucher. Schon wurde kolportiert, dass man zu viele Freikarten an die Bevölkerung ausgeteilt hätte, aus Angst, das Stadion könne leer bleiben. Schließlich kam ein Mitarbeiter des Organisationsteams, ein "Ingenieur Sowieso" und gab den eintrittsverweigernden Ordnern die Anordnung, die Wartenden auf die Tribünen zu lassen (wo noch Platz war, nicht genügend, aber Platz).

So konnten auch die letzten Besucher kurz nach 18:30 Uhr, also nach Beginn der Eröffnungsfeier, ihre Gold-Tribüne genießen (für Gold-VIP gab es nochmals einen Extrabereich, der aber "mager" besucht war).

Plastikregenschutz

Freundliche Wesen verteilten Plastikregenschutz mit der Aufschrift "voestalpine, einen Schr..." (Rest war unleserlich). Eine Lautsprecherstimme verkündete eine hervorragende Stimmung in der Arena, von der aber Teile der Anwesenden noch nicht so recht etwas bemerkt hatten. Und gleiche Stimme verlangte, dass alle im Stadion sich den weißen Plastikregenschutz überziehen sollten. Auch jene, die bereits einen anderen, roten, grünen, gelben oder sonstfärbigen trugen [an eine Begründung kann sich der Autor dieses Beitrags nicht erinnern].

Stimmungsvolles Eröffnungsprogramm mit ...

Nun begann aber ein etwas über 60 Minuten dauerndes Programm. Musikalisch ging es mit dem Grazer Kapellknabenchor los, Glöckler (in einer Zeitung am nächsten Tag fälschlich als Perchten bezeichnet) und Schuhplattler folgten, bevor der Bürgermeister der Stadt Schladming, Jürgen Winter, die Besucher begrüßte. Dann wurde die österreichische Fahne von sechs österreichischen Skilegenden ins Stadion getragen und unter den Klängen der Österreichischen Bundeshymne (Sprecher: "Meine Damen und Herren, bitte erheben Sie sich" - es waren fast alle Plätze Stehplätze) wurde die Fahne gehisst. Die Bundeshymne sang Nadine Beiler, mit Anlaufschwierigkeiten. Im feierlichen Moment hatte man vergessen, ihr Mikrofon einzuschalten. Im Anschluss zeigte das Präsidentenzipfel, das Skygate, was es drauf, nein drinnen hatte: ein erstes Feuerwerk aus der Metallnadel schoss in den Himmel.

Als Mirjam Weichselbraun, die Moderatorin des Abends, ankündigte "Meinen Damen und Herren ... nun darf ich jenen Mann begrüßen, der diese WM nach Schladming in uneigennütziger Absicht gebracht hat ... Peter Schröcksnadel"... war es dann aber doch einen Moment ganz still im Stadion. Ob hier irgendein Wort vielleicht nicht ganz passend gewählt worden war?

Hansi Hinterseer war der nächste, der sich mit bärigen Grußworten einstellte (er sang aber nicht). Nun zogen die Kinder der Volksschule Schladming ins Stadion ein, jedes Kind trug eine Nationentafel. Andreas Gabalier, der dazu den offiziellen WM-Song „Go for Gold“, singen sollte, hatte etwas Mühe damit, weil der Play-Back-Sound um einen Kick zu früh vom Band lief. An dieser Stelle muss auch einmal gesagt werden, dass seit Beginn der Feier der Zielhang und das Zielstadion mit eindrucksvoller Lichtkunst abwechselnd aus- und beleuchtet wurden. Teilweise waren es wirklich faszinierende Lichtbilder, die da die Techniker in Schnee und Himmel zeichneten. Während die Kinder unten im Stadion standen, kamen über den steilen Zielhang Skifahrer herunter, die die Fahnen der 72 teilnehmenden Nationen in Händen hielten.

Ein weiteres kleines Feuerwerk aus dem Skygate folgte, bevor zu Klängen eines Wiener Walzers Bilder aus ganz Österreich auf große Bildschirme und natürlich doch etwas verzerrt auf den steilen Zielhang projeziert wurden. Dann erschien die "Steirische Eiche", Arnold Schwarzenegger, mit Grußworten. Er war schon mit seiner Mami immer gerne und oft in Schladming gewesen, erzählte er dem Publikum. Zum "Terminator" trat noch "Herminator" hinzu, Hermann Maier und beide unterhielten sich. Am Ende ihrer Unterhaltung zogen unten (die Redner waren auf einer Bühne am rechten Rand des Zielhangs oberhalb des Zielstadions zu sehen) die Lipizzaner aus dem steirischen Gestüt Piber ein. Einem jungen Fohlen schien es besonders gut im Zielstadion zu gefallen, denn es sprang lustig hin und her, tobte ausgelassen im Auslauf herum, um immer zu seiner Mutter zurückzukehren.

Landeshauptmann Franz Voves sprach einige Worte, gefolgt von Worten des Bundespräsidenten Heinz Fischer. Wolfgang Ambros sang "Schifoarn", während wieder ein Trupp Skifahrer den Steilhang hinunter wedelte. Besonders spektakulär war die folgende Einlage von vier Hochseilakrobaten. Wieder war das Präsidentzipfel in Aktion. Die Akrobaten demonstrierten am Skygate baumelnd samt Ski und Skistöcken Saltos und Figuren synchron in luftigen Höhen.

Es waren anschließend die feierlichsten Momente der Veranstaltung. Eine Delegation aus Garmisch-Partenkirchen, bestehend aus deutschen Skirennsportlern, übergab die FIS-WM-Fahne einer Delegation des Organisationskomitees, die diese wiederum einer Abordnung österreichischer Skirennsportler übergab, die die Fahne schließlich zum Fahnenmast brachten, wo sie gehisst wurde.

Als letzter Redner trat FIS-Präsident Gian Franco Kasper ans Mikrofon und erklärte um 19:36 Uhr in Schladming die 42. Alpine Ski-WM für eröffnet. Unter Mitwirkung des Publikums sang Rainhard Fendrich "I am from Austria". Die Kinder erschienen wieder im Zielstadion und ließen Steiermark - grüne - Luftballons in den Himmel schweben. Und ein eindrucksvolles Feuerwerk begann, das das gesamte Zielstadion und den Zielhang in ein Farbenschauspiel tauchte.

Abgang

Zumindest für die "Gold"-Karten-Tribünenbesucher hieß es nach dem eher abrupten Ende der Feier ("Is jetzt aus?", "War das das Ende?", "Was ist jetzt los?" - O-Ton einiger Gold-Karten-Besucher): bitte warten - denn zunächst wurde das Gatter [Tor] zum "Golden-VIP-Bereich" geöffnet, Bundespräsident Fischer und andere Persönlichkeiten samt Begleitung verließen zunächst die Tribüne, bevor auch die normalen "Gold"-Kartenbesucher in die Tiefe strömen konnten. Vor dem Zielstadion wurden sie wieder von der Beschallung der WM-Meile empfangen, diesmal vielleicht um eine Spur lauter und bunter.

Technischer Nachruf

Nach der Eröffnungszeremonie wurden mehr als 20 Tonnen Material aus dem Bereich des Zielstadions Planai abtransportiert. Helicopter flogen mit 40 Flügen Bühnenaufbauten und Lichtinstallationen aus dem Zielraum. Jeder Transport wog 500 bis 800 Kilogramm.

Zu ergänzen wäre noch

... dass auch eine Gruppe nostalgischer Skifahrer zu sehen war, die der Autor dieses Beitrags zeitlich nicht mehr zuordnen kann
... dass Medien von 10 000 Besuchern schrieben, was den Beobachtungen des Autors nach wohl eher eine wohlgemeinte Obergrenze darstellt
... dass die auf den Bildschirm übertragenen Bilder der Live-Gespräche nicht 1:1 gesehen wurden: die Bilder waren irgendwie immer verzögert zu sehen: Mundbewegungen passten nicht zu Gehörtem;
... dass Mirjam Weichselbraun, die Moderatorin, redlich bemüht war, das Publikum immer zum Applaus aufzurufen, manchmal auch zwei Mal, weil beim ersten Mal wohl der Applaus nicht so ausfiel, wie sie es sich erwartet hätte; ... dass die Kosten für die Eröffnungsfeier rund 1,5 Millionen Euro betrugen[1]

Quellen

  1. Quelle Salzburger Nachrichten, 6. Februar 2013

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