Blitz

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Beispiel eines Blitzes.
Ein Blitz ist in der Natur eine Funkenentladung oder ein kurzzeitiger Lichtbogen zwischen Wolken oder zwischen Wolken und der Erde.

Allgemeines

Das Blitzopfer im Dachsteinmassiv Ende August 2019 (siehe weiter unten) war laut Gerhard Diendorfer, Leiter von "Austrian Lightning Detection & Information System" (ALDIS), der erste Blitz-Tote im Jahr 2019. Wie überhaupt die Zahl der in Österreich durch Blitzeinschlag Getöteten seit Jahren konstant gering ist (zwei Verstorbene seit 2013; kein Toter 2018).

"In den 1960er-Jahren starben pro Jahr noch 20 bis 40 Menschen in Österreich durch Blitzschlag. Die meisten Verletzten und Toten gab es früher am freien Feld bei den in der Landwirtschaft beschäftigen Personen. Heute sind die Menschen meistens durch Traktoren und anderen Fahrzeugen mit Metalldach besser geschützt", erklärt Diendorfer. Nachsatz: "Jede Art von Blitzeinschlag ist für Menschen im Freien lebensgefährlich."

Warum Klettersteige besonders tückisch sind

Besonders tückisch seien Klettersteige wegen der Sicherungsseile. Denn Metall sei ein idealer elektrischer Leiter. So bahne sich ein Blitz nach einem Einschlag auf einem Berggipfel den Weg auch gern über Seile von Liftanlagen Richtung Tal. Berühre ein Kletterer mit den Händen das Seil, sei die Wirkung wie ein Stromschlag. Die Folge seien Muskelverkrampfungen und Herzrhythmusstörungen. Dringe ein Blitz in den Körper ein, könnten auch Nervenbahnen zerstört werden, sagt Diendorfer. Üblicherweise fließe der Großteil eines Blitzes außen über die Kleidung ab.

Warum es 2019 weniger Blitze gab

2019 seien bisher so wenige Blitze wie noch nie seit Messbeginn von ALDIS im Jahr 1992 gezählt worden. Grund dafür seien vor allem der kühle Mai und das stabile Hochdruckwetter im Juni. "Von Jänner bis jetzt registrierten wir rund 84 000 Blitzeinschläge zum Boden. Es ist ganz selten, dass wir in einem Jahr unter 100 000 Blitze zählen. Und die Blitz-Saison ist fast vorbei", so Diendorfer. In den Rekordjahren 2007 und 2009 seien mehr als 250 000 Blitze verzeichnet worden.

Grundsätzlich gehören Teile Österreichs, vor allem die Steiermark und Kärnten, mit Oberitalien und Slowenien zu den Regionen mit den meisten Blitzen in Europa. Durch die südliche Lage und die Nähe zur Adria biete die Atmosphäre sehr oft die ideale Mischung für Gewitter: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit.

Ereignisse im Bezirk Liezen

Am Dachstein wurde ein 37-jähriger Deutscher am 29. August 2019 bei einer Klettertour von einem Blitz getroffen und getötet. Sein Partner aus Deutschland wurde unbestimmten Grades verletzt, teilte die Polizei Steiermark mit. Die beiden gut ausgerüsteten Bergsteiger waren über den Randkluft-Klettersteig Richtung Gipfel aufgestiegen, als ein starkes Gewitter aufzog. Sie schafften es nicht mehr in die Seethalerhütte zurück und wurden am Fuße des Klettersteiges, kurz vor Erreichen des Ausstieges auf den Dachsteingletscher, von einem Blitzschlag getroffen. Einer der Bergsteiger erlag seinen schweren Verletzungen noch an der Unfallstelle.

Im Sommer 2001 wurde das Gipfelkreuz am Hochstein in Donnersbach geweiht und wenige Wochen danach ebenfalls von einem Blitz zerstört.

1818 schlug ein Blitz in den Turm der Pfarrkirche Lassing ein, wodurch der Holzanteil niederbrannte.

Am 5. August 1826 wurden zwei Ordensbrüder des Benediktinerstifts Admont am Kirchenchor im Blasius-Münster während sie Vespergebete sangen, Blitz erschlagen.

Brauch

Die hl. Barbara wird seit dem 7. Jahrhundert als Schutzpatronin gegen Blitz und Feuer und auch als Bergbaupatronin verehrt.

Quellen