Silvester

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Der Silvestertag, der „Altjahr“- oder „Süvesttog“, der 31. Dezember, ist der Gedenktag des Papstes Silvester I., eines römischen Bürgers.

Allgemeines

Silvester ist Patron der Haustiere und für ein gutes Futterjahr. Sein Gedenktag wird mit Neujahrsbräuchen in Verbindung gebracht. Diese, besonders die Orakelbräuche, haben aber nichts mit dem Leben und Wirken des Papstes zu tun. Diese Bräuche betonen die besondere Stellung dieses Tages. So sollen die Unsicherheit, was das das neue Jahr bringen wird, aber auch die Hoffnungen in das neue Jahr, etwas neutralisieren und kanalisieren.

In Aigen in Ennstal

Aus Aigen im Ennstal wird berichtet, dass dieser Bauernfeichtag auch ein Fasttag und bis auf die Betreuung des Viehs auch ein arbeitsfreier Tag war.

„Rach’n/-a gehen“

Die Silvesternacht ist die letzte Rauchnacht, in der die Bauern ihre Höfe räuchern. Nach dem Räuchern mit einem „Palmzweigerl“ oder einem „Grasstartscherl“ (Nadelholzreisig) werden wie gewohnt die Räume, Garagen, Stallungen, Schuppen usw. mit Weihwasser besprengt. In Lassing oder Aigen im Ennstal wird dabei auch noch die „Hali-Nocht-Kerzn“, die Heiliger Abend-Kerze, wieder angezündet.

Der Brauch des Räuchern kann von Ort zu Ort unterschiedlich sein. So erzählte Familie Daum vlg. Karner in Reith in Kleinsölk, dass im "Saustall" nicht geräuchert werde. Die Schweine nehmen ka Weich an, wie Bauer Ernst Daum sagt.

In Unterburg, Pürgg-Trautenfels, Marktgemeinde Stainach-Pürgg, gibt es Familien, bei denen nach dem Räuchern ein Hut anschließend drei Mal über den Rauch gehalten wird. Danach wird er wieder aufgesetzt.

In Altirdning sei es Brauch, in den Raunächten bei seiner Oma ein "Kreuzzeichen" abzuholen, berichtete ein Jugendlicher.

Wie in den beiden Rauchnächten, Heiliger Abend (24. Dezember) und der Perchtnacht (5. Jänner) gilt auch für die Silvesternacht das überlieferte Verbot, Wäsche aufzuhängen.

Beten in der Kapelle oder in Prozession

Beten in der Kapelle oder in Prozession war in Reith in Kleinsölk an diesem Tag üblich.

Jahresschlussgottesdienste und Segen

In den meisten katholischen Pfarren im Bezirk finden Jahresschlussgottesdienste, -andachten oder -segen statt.

Orakel sollen die Zukunft zeigen

Wie in der Thomasnacht (21. Dezember) orakelt man auch in der Silvesternacht. Dabei bedient man sich des Bleigießens. Aber auch andere Lassl-Bräuche wie das Hüatel heben (Hut heben) oder Huatal ziagn werden als Bräuche in dieser Nacht ausgeübt. Glücksbringer, kleine Glückssymbole, wie Hufeisen, Schweinderln, Glückspilze, Rauchfangkehrer, Glücksklee oder Glücksmünzen, gehören auch zu dieser Nacht.

Quelle


Ein Beitrag im Rahmen des Leader-Projekts "Heimatkunde - heimatkundig"
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