Schloss Lerchenreith

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Schloss Lerchenreith, Teichschlössl
Teichschloss mit Tressenstein um 1909.

Schloss Lerchenreith, auch Teichschlöss[e]l genannt, zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Ausseerland-Stadt Bad Aussee.

Geschichte

Das Schlos Lerchenreith, westlich des Stadtzentrums am Wasnerweg gelegen, ist ein villenartiges Gebäude. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird es Teichschloss genannt.

Am 31. Jänner 1609 verkaufte der Hallamtverweser von Aussee und Verwalter der Herrschaft Pflindsberg mit Genehmigung des Landesfürsten das „Schützenguetl, welches zuvor das Haalerguet, dann aber Lerchenreith genannt wurde, mit dem Teich, verschiedenen Grundstücken und einer eingezäunten Etz (Weide) die bis an die Traun geht“, an Hans Bartlmä Kholler und seine Frau, Elisabeth, geb. Grueber. Nach seinem Tode wurde das Gut auf 4.405 fl. (Gulden) geschätzt und am 12. Juni 1638 von den Khollerischen Erben an ihren Schwager Fabricio verkauft. Es gehörte zur Herrschaft Pflindsberg. Fabricios Sohn Josef verkaufte Lerchenreith am 15. September 1671 an Elias Ehrenreich Springer, der am 24. April 1679 vom Kaiser einen Freibrief über das Gut Lerchenreith erhielt. Es folgte sein Sohn Franz Balthasar (1683), dann dessen Witwe und seine Tochter, deren Sohn den kleinen Besitz dem Pfarrer von Aussee auf fünf Jahre verpachtete (1717). Im Jahre 1722 erwarb Lerchenreith Josef Adalbert Springer. Das Schloss samt „Ahr und Gloggen" wurde auf 1.200 fl. geschätzt. Zum Gut gehörten noch 39 Joch Acker, 36 Joch Wiesen, Auen, eine Mahlmühle und vier Teiche. Der Gesamtwert des Gutes ohne die Einrichtung des Schlosses wurde auf 7.380 fl. geschätzt.

Mit Lerchenreith verband Springer auch das nach Pflindsberg dienstbare Gut Sommersperg, das er am 15. Jänner 1724 von David Wolf gekauft hatte. Die bei Springers Tode (1747) schwer verschuldeten Güter Lerchenreith und Sommersberg erstand in öffentlicher Versteigerung Johann Michael Seywald (1750). Sommersberg lag eine halbe Gehstunde von Lerchenreith entfernt am Froschlsee (früher Krottensee, heute Sommersbergsee genannt).

Im Schloss Lerchenreith befand sich auch eine Kapelle. Seywald verkaufte die beiden Güter an Johann Josef von Lackh (1758) um 8.000 fl., der sie im Jahre 1780 an den Oberwaldmeister Franz Mittermayer verkaufte, von dem es im Jahre 1790 Josef Mayr erwarb. Es wechselte dann wiederholt die Besitzer, u. a. Adam Neuper, Brauereibesitzer in Bad Aussee, Therese Pabst (Arztwitwe) und Emanuel Stöckler, Maler.

Quelle

  • ANNO, Steirische Burgen und Schlösser, 2. Band, Heft 13, Seite 411, 1933