Kammerhof

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der Kammerhof

Der Kammerhof ist ein bedeutendes, historisches Bauwerk in der Ausseerland-Stadt Bad Aussee. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Bad Aussee.

Geschichte

Als landesfürstliche Grundherrschaft Pflindsberg wurde das gesamte Gebiet (Grundlsee, Aussee und Altaussee) mit Beginn der Herrschaft der Habsburger (1278 bzw. 1283) bezeichnet. Im Kammerhof, der vor 1395 errichtet wurde, war der Verwaltungssitz der Grundherrschaft. Vor allem die Forst-, Sudhütten- und Salzbergwerksverwaltungen befanden sich in ihm.

Es ist einer der bedeutendsten gotischen Profanbauten der Steiermark. Aus dem in der Umgebung vorkommenden tiefroten Fludergraben-Marmor sind die Fensterrahmungen und Fensterkreuze an der Vorderfront des Gebäudes gemacht (um 1545). Schutz gegen Feuer oder Aufruhr sollten die 1654/1655 eisernen Fensterläden Bieten. Der Kammerhof hat einen angebauten Feuerwachturm und eine 1695 geweihte Messkapelle zum hl. Anton von Padua. Die Kapelle wurde 1935 aufgelassen.

Bis 1879 war auch die Wohnung und Ordination der Ausseer Salinenärzte im Kammerhof. 1972 das Haus von der Marktgemeinde Bad Aussee angekauft. Heute dient es als Vereinsheim der Ausseer Bürgermusikkapelle, Ludothek, Stadtbücherei, Veranstaltungssaal und Kammerhofmuseum.

Räume

Der Kaisersaal

Kaiser Friedrich III. übernachtete auf der Krönungsfahrt nach Aachen 1442 im Ausseer Kammerhof. Auch Kaiser Maximilian war im Dezember 1511 im Kaisersaal, woran heute noch der Wappenstein mit dem Reichsadler über dem Haustor erinnert.

Der zentral im Gebäude gelegene kleine Raum ist mit facettierten Türrahmen, Fensterkreuzen und –bänken sowie dem Kamin aus Ausseer Rotmarmor ausgestattet. Der Kamin wurde vom Ausseer Steinmetz Engelprecht um 1530 gesetzt.

Aus der Zeit zwischen 1740 und 1757 stammt die Wandmalerei, deren Bildfelder die landesfürstlichen Produktionsstätten des Salzwesens darstellen. Sie wurden 1960 freigelegt und 2011 bis 2014 durch das Land Steiermark und das Bundesdenkmalamt restauriert.

Quellen