Köhlerei

Aus EnnstalWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ein Holzkohlenmeiler auf dem Höllboden im Gesäuse.
Die Köhlerei - Objekte zu diesem Thema in der Sonderausstellung "Wald und Mensch" im Schloss Trautenfels (Universalmuseum Joanneum).
Köhler im Salzatal.

Die Köhlerei ist eine sehr alte Handwerkstechnik, bei der Holz "verkohlt" und dadurch Holzkohle gewonnen wird. Der zugehörige Beruf des Köhlers ist heute beinahe ausgestorben.

Technik

In den Köhlereien im Bezirk Liezen wurde das Holz sowohl in stehenden, als auch in liegenden Meilern verkohlt. Dies hing davon ab, wie das Holz beschaffen war. Längere, gerade gewachsene Bloche wurden liegend geschlichtet und unregelmäßiges, krummes Holz stehend. Egal welcher Methode man sich bediente, es war wichtig, dass zwischen den Stämmen nur sehr wenig Luftraum blieb. Nach dem Richten der Bloche erfolgte mittels Reisig und Löscherde die Abdichtung des Meilers. Danach entzündete der Köhler das Feuer und er musste den Haufen während des Brandes ständig beobachten. War die gewünschte Temperatur erreicht, ließ er es nur mehr glosen. Nach zehn Tagen konnte bereits die erste Holzkohle entnommen werden. Nach etwa fünf bis sechs Wochen war der ganze Meiler zu Holzkohle verkohlt. Aus 100 Festmetern Holz konnten ca. 10 Tonnen Holzkohle gewonnen werden.

Köhlerei im Bezirk Liezen

Besonders die Schmelzöfen und eisenverarbeitenden Betriebe hatten großen Bedarf an Holzkohle. Der Bergbau am Steirischen Erzberg, aber auch die Abbaue des Benediktinerstifts Admont (zum Beispiel Johnsbacher Bergbaue, Sideritbergbau am Blahberg) oder jene in der Schladminger Bergbauregion und im Walchental waren bezüglich der Erzaufbereitung und Weiterverarbeitung der dadurch gewonnenen Metalle auf Köhlereien angewiesen. Aber auch die Salinen benötigten die Holzkohle zur Befeuerung der Pfannen.

Große Zentralköhlereien für den Steirischen Erzberg standen nahe dem Hieflauer und dem Großreiflinger Holztriftrechen. Doch diese beiden Anlagen konnten den riesigen Holzkohlebedarf der Bergbaue nicht alleine decken und so entstanden lokale, unterschiedlich große Köhlereien wie zum Beispiel im Hartelsgraben oder in Wildalpen.

Die wirtschaftliche Bedeutung von Köhlereien war bis in das 19. Jahrhundert gegeben. Klingende Namen wie "Kolhstatt" und "Kohlgrube" erinnern noch heute an diese Handwerkszunft.

Verweis

Das Schloss Trautenfels (Universalmuseum Joanneum) präsentiert von 12. April 2014 bis 31. Oktober 2016 die Sonderausstellung Wald und Mensch, in der unter anderem auch die Köhlerei im Zusammenhang mit der Nutzung des Waldes thematisiert ist.

Quellen

  • Cramers, J. A. (1766). Anleitung zum Forst-Wesen nebst einer ausführlichen Beschreibung von Verkohlung des Holzes, Nutzung der Torfbrüche. Braunschweig
  • Forstmuseum Silvanum in Großreifling