Kohlstatt (Hopfriesen)

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Kohlstatt (Hopfriesen)

Unweit der Holdalm im Obertal (Gemeinde Rohrmoos-Untertal) und in der Nähe des 1840 erbauten Nickelschmelzofens wurden zur Holzkohlegewinnung Kohlenmeiler bzw. eine Kohlstatt errichtet.

Geschichte

Als im 19. Jahrhundert in der Hopfriesen noch Nickelerz aufbereitet wurden, befand sich im Bereich linker Hand des Giglachbaches die sogenannte Kohlstatt. Die mühsame und oft schmutzige Arbeit der Köhler hat Spuren hinterlassen: heute noch ist die Erde auf der Kohlstatt stellenweise schwarz gefärbt.

Holzkohle war bei der Aufbereitung und Verhüttung von Erzen in großen Mengen nötig. Für das Löschen von Feuer und Glut musste ausreichend Wasser vorhanden sein, deshalb wurden Kohlplätze immer in der Nähe von Bächen oder Gewässern errichtet. Auf einer ebenen Fläche von fünf bis acht Metern Durchmesser wurde ein Rost aus Rundlingen oder Scheitern angelegt. Darüber kamen Lagen von Holz oder grünen Ästen, in der Mitte des Meilers wurde ein Schacht freigehalten ("Quandel"). Der Meiler wurde mit Ästen, Laub, Gras oder Farnkraut abgedeckt und außen mit einer Erdschicht versehen, die zehn bis 50 cm dick war. Nach dem Entzünden wurde der Meiler vollständig abgedichtet und die Verkohlung erfolgte von oben nach unten. Das Holz verkohlte bei einer Temperatur von 240 bis 280°C, größere Kohlenmeiler brauchten dafür zwei bis drei Wochen.

Der Meiler verbreitete Rauch und Gestank und musste Tag und Nacht bewacht werden. In der Hopfriesen waren allein für die Holzschläge und die Köhlerei zwölf Arbeiter beschäftigt.

Quellen

  • Nickel im 19. Jahrhundert, Ausstellungskatalog, Schladming 2002
  • Archiv Nickelmuseum Rohrmoos-Obertal