Hochwasserkatastrophe 1907 in Trieben

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Eine Hochwasserkatastrophe ereignete sich am 11. Mai 1907 in Trieben.

Über die Hochwasserkatastrophe

Auszug aus einem Bericht der "Steirischer Alpenpost" vom 25. Mai 1907:

[...] Am 11. d., zirka um 3 Uhr früh, wurde die wackere Freiwillige Feuerwehr von Trieben verständigt, daß der Tauern­bach am südlichen Ende des Ortes[1] ausgebrochen und die Zinshäuser des allbeliebten Bürgermeisters Herrn Hans Herwerthner gefährdet seien. Der erste Hornist der Feuerwehr, Herr F. Forstner, alarmierte die Bevölkerung. Schnell war die brave Wehr zur Stelle und arbeitete mit wahrer Todes­verachtung, um dem verheerenden Elemente Einhalt zu gebieten.

Leider erwiesen sich gleich anfangs alle Anstrengungen, die tosenden Wassermassen zu bezwingen, als fruchtlos. Die mit großer Mühe und Sorgfalt und unter der Leitung des Herrn Feuerwehrhauptmanms A. Gasteiner, des Herrn Ingenieurs Reinebner, des Herrn Oberförsters Czerny, sowie der Herren Betriebsleiter Wenger und Müllermeister H. Herwerthner ausgeführten Arbeiten blieben fruchtlos. Selbst das Sonntags, den 12. d., eingetroffene Militär, 100 Mann Jäger aus Judenburg, die mit aller Energie den gefahrdrohenden Fluten Einhalt zu tun versuchten, konnten es nicht verhindern, daß sich das Wasser über die umliegenden Feld- und Wiesengründe immer mehr ausdehnte und die Vermurung des Bodens mit großer Beschleunigung vor sich ging. Durch fortwährende tele­graphische Betreibungen des umsichtigen Herrn Bürgermeisters kamen weitere Hilfstruppen: Belgier und Bosniaken aus Graz, Pioniere aus Pettau und Krems a d. Donau, sodaß zuletzt 500 Mann Militär an den Rettungsarbeiten beteiligt waren, überdies 40 Wildbachverbauungsarbeiter, sämtliche unter dem Kommando eines Oberstleutnants der Pioniere und des Forstinspektionskommissärs Alex. Makowsky. Die verschüttete und total unproduktiv gewordene Bodenfläche beträgt 200 Hektar.

Es wurden fünf Wohnhäuser weggerissen, außerdem mehrere Wirtschaftsgebäude, unter diesen zwei Trockenhütten, eine dem Stifte Admont, die andere Herrn Reichardt gehörig. Be­sonders geschädigt sind: Das Stift Admont, Herr Reichardt, Herr Bürgermeister H. Herwerthner, Herr Forstner, ferner Herr Zeismann, die Mooswirtin, Ebner, Erlacher und Gasteiner. Teilweise geschädigt sind: Rainer, Holy, Klarmann, Felder, Otto Steinbeiß und Heinrich Herwerthner. Durch Grundwasser erlitten Schaden: Alois Gasteiner (Keller, Küche. Vorhaus und Gastzimmer drei Tage nichts zugänglich), Papula (Keller), Schleimer (Keller), Schneider (Keller), Erlacher (Keller und Vorhaus), Klarmann (Keller), Forstner (zwei Keller), Zeismann (Keller), Felber (Keller), Forstverwaltung (Keller). Die Verbindungen nach Gaishorn, Hohentauern und St. Lorenzen blieben mehrere Tage abgeschnitten, infolgedessen stockte der ge­schäftliche Verkehr im Orte gänzlich. Es ist nur ein Glück, daß es gelang, die Wasserfluten vom Hauptkomplexe der Häuser abzuwenden.

Das "Grazer Volksblatt" berichtete in seiner Ausgabe vom 21. Mai vom Ausmaß der Verwüstungen im Bereich von Gaishorn und Trieben. Auch Niederöblarn meldete schwere Schäden.[2]

Quelle

  • ANNO, "Steirische Alpenpost", Ausgabe vom 25. Mai 1907, Seite 3

Einzelnachweis und Fußnote

  1. im Wolfsgraben
  2. ANNO, "Grazer Volksblatt", Ausgabe vom 21. Mai 1907, Seite 4