Anton Kerschbaumer

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Anton Kerschbaumer (* 14. März 1794 in Wörschach; † 7. März 1858 in Schladming) war ein von 1836 bis 1856 in der katholischen Kirche in Ramsau am Dachstein wirkender Vikar.

Leben

Kaum jemand von den vielen Schladmingern, die täglichen zwischen der katholischen Stadtpfarrkirche Schladming und der Apotheke den Verbindungsweg über den Friedhof benützen, wird sich daran erinnern, dass in unmittelbarer Nähe der Grabstätte von Frau Leopoldine Häußler, der großen Gönnerin der katholischen Kirche von Schladming, auch der Begräbnisplatz für den von 1836 bis 1856 in der katholischen Kirche in Ramsau am Dachstein wirkenden Vikar Anton Kerschbaumer war. Längst gibt es keinen Hinweis mehr auf das Grab des nach einem bewegten Leben im Jahre 1858 verstorbenen Priesters.

Anton Kerschbaumer, im Volksmund auch „Cincinatti" genannt, war vor seiner Berufung zum geistlichen Stand in Kainisch Schafhirte und später Koch in einer Niederlassung des Kapuzinerordens. Mit 19 Jahren begann er sein Studium, während dem er auch Dienste als Krankenpfleger und Chirurgengehilfe versah. Trotz seines ereignisreichen Lebens schien Kerschbaumer ein gebührendes Ansehen genossen zu haben, denn bei seiner Primiz war sogar Erzherzog Johann als Gast anwesend.

Als 1832 die Cholera in Stainach grassierte und viele Sterbefälle zu beklagen waren, half Kerschbaumer als Kaplan von Pürgg die Leichen in die Särge zu legen und zu beerdigen, da der örtliche Mesner und Totengräber aus Furcht vor einer Ansteckung nicht mehr zugreifen wollte.

Als Vikar in Kulm in der Ramsau war Kerschbaumer ein in der ganzen Gemeinde gerne gesuchter Krankenpfleger und auch als Zahnarzt hatte er einen guten Ruf. Man nannte Vikar Kerschbaumer den „Brunnpfarrer", denn er kannte genau die Plätze heilkräftiger Quellen im Ennstal. In der Ramsau war es das Wasser beim Beginn des „Philosophenweges" in Kulm. Großes Aufsehen in der Bevölkerung erregte Kerschbaumers „Missionsreise" nach Kleinasien, für die er 2.000 swiki:Gulden[1] zum Freikauf von Christensklaven gesammelt hatte. Nach einem Jahr kam er wieder in die Ramsau zurück. An seinem Begräbnis sollen der Überlieferung nach nicht nur eine große Menschenmenge, sondern auch viele Priester teilgenommen haben.

Quellen

Fußnote

  1. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im Salzburgwiki, dem Mutterwiki des EnnstalWiki