Am Dachstein erfroren

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Am Dachstein erfroren war 30. Juli 1903 der Rechtsanwalt Dr. Walther Benscher aus Leipzig.

Das Unglück

Dr. Benscher war mit seinem Begleiter dem nicht autorisierten Bergführer Perhab aus der Ramsau durch die Schwadring zur Hunerscharte aufgestiegen. Dort wurden sie von der einbrechenden Nacht und einem Unwetter überrascht.

Wie aus einer Korrespondenz aus Schladming mit dem "Münchner N.N." hervorgeht, war Dr. Benscher am 28. Juli in Ramsau am Dachstein angekommen. Dort überredete er im Gasthaus Krenn den oben genannten Perhab, mit ihm einen bisher noch nicht begangenen Aufstieg auf die sogenannte "Schulter" des Hohen Dachsteins zu unternehmen.

In der Früh des 29. Juli begannen sie ihre Tour von der Austriahütte aus. Ein Träger wurde über die Hunerscharte zur Simonyhütte geschickt. Dort hofften die beiden Bergsteiger abends einzutreffen. Unter der Dachsteinschulter wurden die beiden aber von einem Unwetter mit Regen und Schnee überrascht. Überdies begann es zu Dunkeln und die beiden mussten in den Felsen die Nacht verbringen. Am nächsten Morgen seilte Perhab den völlig erschöpften Benscher zu einer geschützten Felsstelle ab. Das Seil befestigte er an einer Kante. Dann stieg er zum Hallstätter Gletscher auf, um von der Simonyhütte Hilfe zu holen. Dabei kam ihm der vorausgeschickte Träger mit einem Bergsteiger entgegen. Sie hatten sich bereits auf die Suche von Perhab und Benscher gemacht. Sie stellten in der Simonyhütte eine Rettungsmannschaft zusammen, die jedoch Dr. Benscher am Nachmittag nur mehr tot vorfand.

Neben dem Wetter war aber auch die Unvorsichtigkeit von Benscher schuld, nur mit einem Führer aufzusteigen und dieser war nicht einmal ein autorisierter Bergführer gewesen. Denn für diesen Aufstieg hätte er zwei Führer nehmen müssen, wie erfahrene Alpinisten sagten. Perhab dürfte im tiefen Neuschnee den Weg verfehlt haben und in dem vielstündigen Herumirren erschöpften sich die Kräfte des Verunglückten.

Quelle