Volkskundliche Sammlung Reinhold Floigmayr

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Die volkskundliche Sammlung Reinhold Floigmayr befindet sich im Heimatmuseum Admont und stammt von seinem Gründer Reinhold Floigmayr.

Geschichte

Seit 1925 sammelte Reinhold Floigmayr alles was mit Volksgut und Volkskultur in Verbindung gebracht werden konnte. Zeitlebens war er auf der vergeblichen Suche nach einer würdigen Aufbewahrung seiner Sammlung. Zunächst stellte er Exponate in seiner Wohnung im Stiftischen Waschhaus des Benediktinerstifts Admont auf. Bald herrschte aber Platzmangel und so kam ein Teil, vor allem die vielen bäuerlichen Möbel, in das Kastengebäude des Stifts. Dort vernichtete der Brand am 1. Dezember 1938 diese unersetzbaren Stücke.

Im Zweiten Weltkrieg benötigte man ab 1943 auch die Räume des Waschhauses für die Unterbringung von Flüchtlingen. Floigmayr verpackte alle Museumsbestände in Kisten und deponierte sie in einem Raum über der Sakristei bei der Stiftskirche. Dort blieben die Kisten. Erst nach Kriegsende wurden sie von Jugendlichen. Als Altbürgermeister Martin Petritsch im Jahre 1952 von Gendarmerie-Inspektor Franz Felsner verständigt wurde, dass in den Räumen ober der Sakristei Jugendliche einen "Indianer - Spielplatz" eingerichtet hatten und dort mit Hinterglasbildern herumwarfen, Kisten ausräumten und ab und zu Lagerfeuer entzündeten, erfuhr dieser erstmals von den Museumsbeständen. Daraufhin befragte man den Gemeindesekretär Johann Schweiger, der wusste, dass dies die Volkskundliche Sammlung des Herrn Floigmayr war. Auch war er darüber informiert, dass Floigmayr diese Sammlung testamentarisch der Gemeinde vermacht hatte.

Unter der Aufsicht Petritsch wurde sofort mit der Sicherung, Verpackung der Exponate begonnen und man transportierte sie in die eben fertiggestellte neue Schule. Die Arbeiten führten unter Leitung von Petritsch Volks- und Berufsschülern durch, sowie mit Hilfe einiger Freunde von Petritsch. Die Marktgemeinde Admont stellte nach der Inventarisierung Holzkisten bereit, in die man die Exponate lagerte, bis man eine Ausstellungsmöglichkeit gefunden hatte. Alle Schriftstücke aus der Sammlung Floigmayr wurden noch unter Bürgermeister Hans Rabuse an das Landesarchiv in Graz abgegeben und sind dort unter Inv.Nr. 191/2-1982 verzeichnet.

Nach der Übersiedlung der Volksschule aus dem alten Schultrakt des Stiftes stellte das Stift der Marktgemeinde Admont die Räume der alten Schule nach gründlicher Sanierung als Ausstellungsräume für das Heimatmuseum Admont mit einem Mietvertrag zur Verfügung. Es wurde ein Kuratorium gegründet, dem Gemeindevertreter, Vertreter des Stiftes und interessierte Mitbürger angehörten, das der Gemeinde beratend zur Seite stand. Die Leitung des Museums oblag ab 1968 dem Gemeinderat, ab 1970 dem Bürgermeister und ab 1990 dem Altbürgermeister Martin Petritsch. Als Kustoden wirkten Alois Riedner und Josef Gansmüller, sowie Ida Gansmüller und Johanna Ruetz.

Ende 1995 wurde die Marktgemeinde vom Wirtschaftsdirektor des Stiftes, DI Helmut Neuner, informiert, dass die Räume des ehemaligen Schultraktes für die Unterbringung der Kanzleien der Wirtschaftsverwaltung des Stiftes benötigt werden. Das Gebäude musste bis Ende des Jahres 1996 geräumt werden.

Altbgmst. Petritsch schlug vor, andere Räume für das Heimatmuseum zu organisieren. Doch der Gemeinderat der Marktemeinde Admont konnte sich nicht dazu entschließen. Letztlich einigte man sich darauf alle Leihgegenstände den Besitzern zur Abholung anzubieten und mit Gemeinderatsbeschluß vom 26. September 1996 die gesamten Museumsbestände aus dem Besitz der Marktgemeinde Admont dem Stift Admont zu schenken.

In einer notariellen Donationsurkunde (Schenkungsurkunde) nahm das Stift Admont die Gegenstände per 31. Oktober 1996 in seinen Besitz. Gleichzeitig verpflichtete es sich, im Zuge des Umbaue des Museumstraktes in diesem einen Teil für das zukünftige Heimatmuseum zu reservieren. Die Größe des zukünftigen Heimatmuseums soll so gewählt werden, dass ein repräsentativer Querschnitt der Gesamtsammlung gezeigt werden kann. Für die Betreuung des Museums ist die Kulturabteilung des Stiftes zuständig. Für die Gestaltung von Ausstellungen ist ein Kuratorium bestehen aus je zwei vom Stift und von der Gemeinde entsandten Mitgliedern verantwortlich.

Quelle