Theodor Wehrenfenig

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Johann Theodor Wehrenfenig (* 1794 in Wels oder Gosau, .; † 26. Jänner 1856) war Pastor von 1816 bis 1820 in der Evangelischen Gemeinde Schladming.

Leben

Von 1816 bis 1820 war er Pastor in Schladming. Ab 1820 war er in Goisern, Oö., als Pastor tätig sowie ab 1833 Senior. Als Superindendent Steller erblindete, hatte er dessen Amtsgeschäfte geführt. Auch später leistete Wehrenfenig oft als dessen Vertreter übergemeindliche Aufgaben. Zusammen mit Pastor Jakob Ernst Koch aus Wallern wurde er 1848 wurde er in den oberösterreichischen Landtag entsandt und 1849 zur Superintendentenkonferenz nach Wien. Als Superintendenten der Superintendenz A.B. Oberösterreich war er von 1854 bis zu seinem Tod tätig.

Aus seinem Schladminger Leben

Den 28. April 1816 war es, als ich vor meiner Gemeinde das erstemal auftrat. Das neue Bethaus zwar schon erbaut, allein das Innere desselben war noch nicht vollendet. An den Kirchenstühlen Schladming im Jahre 1864 wurde noch immer gearbeitet und auf mein Zureden wurde von Rottenmann der Bildhauer Fortschegger verschrieben, der mit Hilfe eines Paares Tischlergesellen Altar und Kanzel verfertigte. Schade ist es, daß das Bethaus nicht um 2 oder 3 Klafter länger ist oder höher aufgeführt, doppelte Emporkirche in sich faßt, so hätte doch jedermann Stühle bekommen. Mit Missvergnügen wird auch mein Nachfolger das unpassende Motto an der Wölbung und den alten Liedervers lesen.

Um die Absicht dieser Chronik nicht gänzlich zu verfehlen, ist es auch nötig einige Erfahrungen hierin niederzuschreiben um den Nachfolgern schon vorläufig mit den Verhältnissen bekannt zu machen in die er hier tritt.

Mit 22 Jahren - in meinem Alter in welchem noch keiner vor mir in Wien ordiniert wurde, trat ich hier das Amt an und nur 4 Jahre dauerte die Zeit meines Hierseins. Auffallend ist in hiesiger Gegend das Zurückbleiben an äußerer Bildung, ein gewisses allzu natürliches Benehmen eine gewisse Derbheit in ihrer Sprache verrät sich gleich beim ersten Anblick, aber es liegt auch eine gewisse Gutmütigkeit darinnen, die einen das Rohe vergessen macht. Meiner Meinung nach findet man hier so manches Gute was man unter anderen Gemeinden vergebens sucht, worunter wohlauch das gehört, daß sie den klugen Anordnungen ihres Seelsorgers gerne ihren Beifall schenken und nicht so sehr auf die Schale als auf den Kern sehen. Nichts wurde mehr vernachlässigt, als der Schulunterricht. Als ich hieher kam, fand ich in der Schule zwar mehrere die bereits 5 Jahre die Schule besuchten, aber keinen der lesen konnte. Die Eltern halten 6 Wochen des Confirmationsunterrichtes für hinlänglich, ihre Kinder zu Christen vollkommen zu bilden. Die weite Entfernung von der Schule, die Armut die sie nötigt, durch ihre Kinder [[swiki:[[swiki:swiki:Dienstboten[1]]][2]]][3] zu ersparen und sie den ganzen Sommer über auf den Almen zu gebrauchen, das sind die großen Hindernisse, die dem Schulunterrichte entgegenstehen.

Über seinen Abschied von Schladming schreibt Pastor Wehrenfenig: „Immer näher rückt die Stunde meines Abschiedes von hier. Die nun verflossenen vier Jahre meines Hierseins zähle ich unter die angenehmsten meines Lebens - ich zählte - so getreu mein Gedächtnis auch ist, keine einzige wahrhaft trübe Stunde aber wohl gar viele derer die durch die herrlichste Würze des Lebens durch Liebe und Vertrauen veredelt worden sind."

Quellen

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