Paul Preuss

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Paul Preuss
Paul Preuss (* 19. August 1886 in Altaussee; † 3. Oktober[1] 1913) war ein Alpinist und einer der besten Alleingeher (aller) seiner Zeite(n)[2].

Leben

Der Alpinist Paul Preuss lehnte schon früh Hilfsmittel beim Klettern ab und warnte vor einem Ausverkauf der Berge. Der Vordenker des Freikletterns darf ob seiner ethischen Grundsatzüberlegungen auch Philosoph genannt werden, andere bezeichnen ihn als Visionär. 1913 ist der Altausseer Alpinist Paul Preuss im Alter von nur 27 Jahren an der Nordkante des Mandlkogels in der Gosauklamm in den Tod gestürzt. Die genauen Umstände dieses Unfalls blieben ungeklärt.

Trotz seines nur kurzen Lebens hat Preuss mehr als 1 200 Fels- und Skitouren absolviert, unter ihnen auch 150 Erstbegehungen und 300 Besteigungen im Alleingang. Wie etliche seiner geistigen Nachfahren verzichtete er auf dem Berg größtenteils auf Hilfs- und Sicherungsmittel. Das Abseilen lehnte er ab. Mit Sätzen wie „Mit künstlichen Steighilfen habt ihr die Berge in ein mechanisches Spielzeug umgewandelt.“ ist der Sohn eines jüdischen Klavierlehrers heute brandaktuell. Paul Preuss weiter über das Schicksal der Berge: „Schließlich werden sie kaputt gehen oder sich abnutzen, und euch bleibt dann nichts anderes übrig, als sie wegzuwerfen.

Seine erste „Bergfahrt mit sportlichem Wert“ unternahm Preuss im Juli 1908 auf die Planspitze-Nordwand im steirischen Gesäuse. Später zog es ihn in Richtung Süden und Westen, zum Wilden Kaiser, zu den Dolomiten. Eine Grundregel aus dem Mund des Mannes, der Französisch, Englisch und Italienisch sprach, Klavier und Schach spielte, lautete so: „Bergtouren, die man unternimmt, soll man nicht gewachsen, sondern überlegen sein.“ Als Kind galt Paul Preuss noch als schwächlich und kränklich, nach einer Infektion war er gelähmt und musste monatelang einen Rollstuhl benutzen.

Indem er Ausflüge in die Berge – vor allem im steirischen und oberösterreichischen Salzkammergut – unternahm, kam die Gesundheit zurück, die Touren kräftigten seine Muskeln, gaben ihm auch Selbstvertrauen. Er habe die Wände angeschaut und aus der Struktur der Felsen herausgelesen, wohin er mit seinen Fähigkeiten klettern kann.

Aufgrund der Routenwahl wird Preuss auch immer wieder als „Meister der alpinen Eleganz“ und „Meister der Reduktion“ genannt. Dass der beste Kletterer seiner Zeit in Vergessenheit geriet, hat politische Gründe. Paul Preuss war Jude und spätestens in den 1930er-Jahren wurde das Andenken an ihn fast zur Gänze gelöscht, betont der Journalist und Preuss-Spezialist Lutz Maurer. Schließlich hatte der Antisemitismus auch auf die Alpenvereine übergegriffen. Zudem galten Preuss-Zitate wie „Wenn man an steilen Wänden mit absoluter Sicherheit nur turnen will, etwa an dreifachen Seilen oder aber einem aufgespannten Sprungtuch, dann soll man doch lieber zu Hause bleiben und seine Geschicklichkeit im Turnverein erproben.“ als Provokation, da sie nicht dem Zeitgeist entsprachen. Jenen 2 700 Meter hohen Berg in den italienischen Dolomiten, den Preuss einst auf abenteuerliche Weise erstmals bezwungen hatte und danach „Kleinste Zinne“ nannte, wurde später von italienischen Alpinisten in „Torre Preuss“ umbenannt. Eine schöne Würdigung für einen fast schon vergessenen Helden. Lutz Maurer: „Preuss ging gern Skitouren, fuhr Skirennen, leitete Skikurse und plante Handbücher über Bergsteigen und Skibergsteigen zu schreiben.

Paul Preuss war noch im Jahr seines Todes der Erstbezwinger der Ostkante des Gosauer Däumlings zusammen mit G. v. Saar.

Ehrungen

2013 fanden zu seinem Gedenken Veranstaltungen in Gosau statt. Seit 2014 wird ein Paul-Preuss-Preis verliehen.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. eine andere Quelle - www.gustav-jahn.at nennt als Todesdatum den 5. Oktober
  2. Quelle: Sotriffer, Kristian: Das Salzkammergut mit Beiträgen von Franz Carl Lipp und Karl Lukan, Oberösterreichischer Landesverlag Linz, 1969, Seite 96