Öblarner Krampusspiel

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Das Öblarner Krampusspiel ist seit Ende September 2014 im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Österreichischen UNESCO-Kommission[1].

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Als „einen Edelstein unter dem Geröll der allerorts stattfindenden Krampusumzüge“ hat einst der Volkskundler Walter Stipperger das Öblarner Krampusspiel in der Ennstaler Marktgemeinde Öblarn bezeichnet.

Eine erste Erwähnung des Krampusspiels in Öblarn geht auf Erzherzog Johann zurück, der bei einen Besuch im Jahr 1816 in Schloss Gstatt einen Teil davon zu sehen bekam, u.a. den Auftritt von Sommer und Winter.

Dieses Krampusspiel gehört in die Gattung geistlicher Volksschauspiele. Diese Volksschauspiele waren seit der Rekatholisierung vor allem im 18. Jahrhundert Teil der religiöser Unterweisung und und dienten zur geistlicher Belehrung der Bevölkerung. Als eines der letzten steirischen Volksschauspiele wird das Öblarner Krampusspiel alljährlich Anfang Dezember von Laien als Stubenspiel in bäuerlichen Gehöften und als öffentliche Aufführung auf dem Marktplatz aufgeführt. Die Texte der einzelnen Spielfiguren wie Jäger, Luzifer und Gefolge, Schmied, Habergoas und Tod wurden vorwiegend mündlich überliefert. Erst in den 1980er Jahren wurden sie schriftlich erfasst[2].

Das Öblarner Krampusspiel

Neben den riesigen, in Stroh gehüllten Schab, die mit Peitschengeknall den Zug eröffnen, erscheinen weitere alte Figuren aus den ersten Raunächten, wie man sie nur noch in Öblarn zu sehen bekommt. Das Spiel beginnt mit dem Streit zwischen Sommer und Winter um die Vorherrschaft auf der Erde. Die in Bockfelle gehüllten Krampusse tragen kunstvolle aus Holz geschnitzte Masken. Sie sind ebenso zu bestaunen wie behäbige Waldgeister die mit ihren Gewändern aus Flechten und Moos an alte Wetterbäume erinnern. All diese Figuren symbolisieren auf eine bestimmte Weise das ländliche Leben. Natürlich ist auch die Habergoaß unterwegs, die mit Vorliebe den Besuchern Hauben und Hüte vom Kopf stibitzt. Auf sie sollte man ebenso achten wie auf den Schmied, der wieselflink mit seinem Hammer am Boden herumkriecht und auf Gesichtern und Händen russschwarze Spuren hinterlässt.

Wenn schließlich der Tod die Szene betritt und Unheil verkündet, scheint des Menschen Schicksal besiegelt. Als Retter erscheint der Heilige Nikolaus als christliche Lichtfigur. Er verbannt all die heidnischen Geister wieder für ein weiteres Jahr. Der Sturm fegt mit seinem Auftritt die Bühne leer und beendet das Spiel.

Der geordnete Ablauf der Veranstaltung gewährleistet besonders Familien mit Kindern eine angstfreie und gefahrlose Aufführung.

Weblinks

Siehe auch

Quellen

  1. Quelle swiki:Salzburger Nachrichten, online am 30 September 2014 abgefragt
  2. Quelle immaterielleskulturerbe.unesco.at
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