Raunacht

Raunächte sind seit Jahrhunderten geheimnisvolle Vorboten festlicher Termine. Je nach Region werden zwölf (oder eben weniger) Nächte zwischen dem 21. Dezember und 6. Jänner als Rau[ch]nächte bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Obwohl schon in frühesten Zeiten der 31. Dezember als Rau- und Orakelnacht wahrgenommen wurde, kennen wir seine Bedeutung als Jahresschluss erst seit dem Neujahr 1691. Papst Innozenz XII. setzte diesen Termin fest. Die Bräuche um den Jahreswechsel stammen meist aus städtischen Gewohnheiten und verbinden sich im Silvesterschießen mit der Lärmabwehr alter Raunachtsbräuche. In früheren Zeiten dachte man, dass besonders in diesen sehr dunklen Nächte um Jahresende Dämone und Böses ihr Unwesen treiben. Daher wurden in diesen Nächten Räucherwerk angezündet und Weihwasser versprengt, um alles "Dunkle" zu vertreiben. Auch werden den zwölf Raunächten jeweils die zwölf Monate des Jahres zugeordnet. Also auch so etwas wie ein "Neubeginn" wird damit herbei zelebriert.

Im Laufe der Zeit ging im Wort das ch für Rauch verloren und durch die neue Rechtsschreibreform auch der letzte Hinweis darauf, das h (Rauhnächte).

Raunächt sand vier, zwoa foast und zwoa dürr.“ Mit diesem Spruch verbinden wir im alpinen Raum die Thomasnacht, die Heilige Nacht, die Silvesternacht und die letzte Raunacht vor Dreikönig. Zu den „dürren“ Raunächten zählte früher die Thomasnacht und die letzte Nacht des alten Jahres. Die Bezeichnungen „foast“ und „dürr“ hängen mit den Speisen zusammen, da bei den „dürren“ oder „speren“ Raunachtsabenden kein üppiges Essen erlaubt war. In vielen bergbäuerlichen Familien gelten noch diese überlieferten Formen, in denen sich alte Riten, symbolhaftes Verhalten und gläubiges Gebet verknüpfen.

Die vier wichtigsten Raunächte

Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden oft genannt:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, Wintersonnenwende), die längste Nacht des Jahres
  • 24/25. Dezember (Christnacht)
  • 31. Dezember/1. Jänner (Silvesternacht)
  • 5./6. Jänner (Epiphaniasnacht)

Die Zwölf Raunächte und Lostage

  • 24. Dezember auf 25. Dezember = Jänner des nächsten Jahres
  • 25. Dezember auf 26. Dezember = Februar des nächsten Jahres
1. Lostag (26. Dezember): Es wird ein glückliches neues Jahr werden.
  • 26. Dezember auf 27. Dezember = März des nächsten Jahres
2. Lostag (27. Dezember): Preiserhöhungen stehen an.
  • 27.12. auf 28. Dezember = April des nächsten Jahres
3. Lostag (28. Dezember): Streitigkeiten kommen auf.
  • 28. Dezember auf 29. Dezember2013 = Mai 2014 des nächsten Jahres (28. Dezember = Tag der Kinder)
4. Lostag (29. Dezember): Fieberträume werden plagen.
  • 29. Dezember auf 30. Dezember = Juni des nächsten Jahres
5. Lostag (30. Dezember): Es wird eine gute Obsternte.
  • 30.12. auf 31. Dezember = Juli des nächsten Jahres
6. Lostag (31. Dezember): Alle anderen Früchte gedeihen prächtig.
  • 31. Dezember auf 1. Jänner = August des nächsten Jahres
7. Lostag (1. Jänner.): Die Viehweiden tragen saftige Kräuter.
  • 1. Jänner auf 2. Jänner = September des nächsten Jahres
8. Lostag (2. Jänner): Fische und Vögel sind zahlreich.
  • 2. Jänner auf 3. Jänner = Oktober des nächsten Jahres
9. Lostag (3. Jänner): Gute Kaufmannsgeschäfte stehen ins Haus.
  • 3. Jänner auf 4. Jänner = November des nächsten Jahres
  • 4. Jänner auf 5. Jänner = Dezember des nächsten Jahres (5. Jänner = Hoher Frauentag)
10. Lostag (4. Jänner): Unwetter kommen.
11. Lostag (5. Jänner): Nebeltage treten vermehrt auf.
12. Lostag (6. Jänner): Zwist und Hader kommt auf.

Quellen