Schlosskapelle Trautenfels

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Blick auf den Altar und die Deckenfresken.
Blick in die Kapelle.
Der Altar mit der Schutzmantelmadonna.

Die Schlosskapelle Trautenfels befindet sich rechts vom Haupteingang des Schlosses Trautenfels. Sie steht, wie die gesamte Schlossanlage unter Denkmalschutz.

Geschichte

Um 1670 wurde die Schlosskapelle errichtet. Ihre Decke wurde während der Barockzeit von zwei namhaften italienischen Künstlern gestaltet. Wie im Schloss wurden auch hier die Fresken von Carpoforo Tencalla und die Stuckaturen von Allesandro Sereni zeigt sich für die Stuckaturen geschaffen.

Ausstattung

Von der Originalausstattung der Kapelle ist nur noch der blau-goldene Altar erhalten. Es handelt sich dabei um einen Ädicula-Altar (lat. kleines Haus), der von Siegmund Friedrich Graf von Trauttmansdorff gestiftet wurde. Der heutige Altar ist in verkleinerter Form erhalten geblieben. Auf mit Weinlaub umrankten Säulen ruht ein einfaches Gebälk, worauf sich das Trautmansdorff´sche Wappen erhebt.

Das original Altarblatt, ein größeres Madonnengemälde, wurde in den 1950er-Jahren durch die Abbildung einer Schutzmantelmadonna (18. Jahrhundert) ersetzt, die dem Grazer Maler Johann Baptist Raunacher zugeschrieben wird.

Das Altarblatt zeigt Mitglieder der sogenannten Skapulierbruderschaft in Verehrung der Mutter Gottes, die schützend ihren Mantel um sie gebreitet hat. In einer später angebrachten Schrift steht
Christiliche Verbindnis Marianischer Brüder und Schwestern der
Hochlöblichen Erzbruderschaft des Hl. Scapuliers für dero abgelebten Seelen im Fegefeuer.
Die abgebildeten Personen stammen aus unterschiedlichen, wenn auch nicht mehr allen Ständen, wie in der ursprünglichen Bildfolge. Alle tragen das "kleine oder braune Skapulier" um den Hals. Das sind zwei Stoffblättchen mit den Bildern von Jesus und Maria, die mit Bändern verbunden auf der Brust bzw. auf dem Rücken getragen werden. Maria wird im schlichten Ordenshabitat der Unbeschuhten Karmeliterinnen dargestellt und trägt das "Große Skapulier". Das ist ein offener Überwurf, der mit Goldborten gesäumt ist.

Die Fürsprache Marias sollte die Skapulierträger entweder vor schwerer Sünde bewahren oder nach dem Tod aus dem Fegefeuer befreien.

Kleine Skapuliere werden noch heute von Gläubigen getragen. Das Skarpulierfest "Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel wird bis heute am 16. Juli begangen.

Weitere Elemente wie Stuckierung der Wände, das Gestühl, das angrenzende kleine Oratorium mit den gemalten Putten an der Decke, Türen und Fenster- wurden Anfang des 20. Jahrhunderts im Barockstil "nachempfunden" und neu eingebracht.

Blick auf die Deckenfresken.

Die Deckenfresken

Das Konzept der Bilder beschreibt fünf zentrale Szenen aus dem Leben Marias, die in der barocken Frömmigkeit besonders verehrt wurde.

Mariae Geburt

Mägde kümmern sich um das ruhende Neugeborene. Links im Hintergrund die hl. Anna, der ein kräftigender Trank gereicht wird.

Tempelgang

Maria betritt der Legende nach bereits als Dreijährige freiwillig den Tempel, ohne sich nach ihren Eltern umzublicken und wird vom Hohepriester begrüßt.

Verkündung

Im Mittelfeld folgt die wichtigste Episode des Zyklus, die Verkündung der Geburt Jesus Christus durch den Erzengel Gabriel.

Heimsuchung

Maria begegnet Elisabeth, die die Worte des Engels durch "Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes" bekräftigt.

Heilige Familie

Den Abschluss bildet die Darstellung des endgültigen Sieges der Gottesmutter. Carpoforo Tencalla wählte das Motiv der Mutter Gottes, die ihrem Sohn beisteht, als dieser das Haupt der Schlange zertritt.

Bilder

weitere Bilder

Quellen

  • Kaiser, Babara: „Gemälpoesy, Lehrgemälde und eingeblümte Zierwerk“. Die Deckengemälde im Schloß Trautenfels oder wie die Pomeranzen ins Ennstal kamen in: Brunner, Walter; Kaiser, Barbara: Schloss Trautenfels, Kleine Schriften der Abteilung Schloß Trautenfels am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum, Trautenfels, 1992, S. 57-114
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