Karwoche

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Für die Hausfrauen oder Hausmänner ist Karwoche besonders arbeitsintensiv und anstrengend, da es noch in sehr vielen Häusern den „Osterputz“ oder den Frühjahrsputz gibt, der sich nicht nur auf die entlegensten Winkel des Hauses, sondern auch die Nebengebäude, Garagen und besonders den Obstgarten erstreckt. Die Bäume und Sträucher werden jetzt zurück gestutzt und beschnitten, mit dem Reisig hat man zugleich auch das Material für das Osterfeuer beisammen.

Antlasseier

Die am Gründonnerstag gelegten Eier werden grün gefärbt, jene vom Karfreitag blau und die Karsamstag-Eier rot. Diese Eier nennt man Antlass-Eier, denen der Volksglaube eine besondere Heilkraft zuschreibt. Das Gründonnerstag-Ei wird nach dem Weihen auf dem Dachboden aufbewahrt gegen das Feuer und gegen Blitzschlag. Beim Neubau eines Hauses werden sie auch in eine Aussparung im Dachstuhl mit eingebaut und sollen dem Haus besonderen Schutz gewähren. Beim blauen Karfreitag-Ei werden zwei verschiedene Versionen berichtet: Die einen graben sie vor dem Haus, am Garteneck oder unter der Dachtraufe ein als Schutz gegen Hochwasser und Muren. Die anderen legen dieses Ei in den Holzschuppen gegen das Hacken bei der Holzarbeit, auch die Holzknechte messen ihm besondere Bedeutung bei.

Die roten Karsamstag-Eier müssen nach dem Weihen von allen Hausleuten gegessen werden für die Gesundheit in diesem Jahr und als Schutz vor den verschiedensten „Schädigungen“ (Verletzungen).

Schladming

Abweichungen zu diesem Brauch gibt es in Schladming, wo die Antlass-Eier für Karfreitag rot, und Karsamstag blau gefärbt werden. Die restlichen Eier müssen am Ostersonntag auf nüchternen Magen verzehrt werden, wobei der Hausherr selbst das Karfreitag-Ei bekommt.

Aigen

In Aigen im Ennstal wird das Gründonnerstag-Ei auf dem Feld eingegraben - für ein gutes Gedeihen der Feldfrüchte. Das Karfreitag-Ei wird auch eingemauert oder soll im Auto abgelegt Glück bringen.

Lassing

Die Lassinger Gewährsleute berichten, dass von den Karfreitags-Eiern jedes Familienmitglied eines essen muss, um im kommenden Jahr Streit zu vermeiden. Ein Ei wird auf dem Dachboden aufbewahrt, um das Unwetter abzuwenden.

Quelle



Ein Beitrag im Rahmen des Leader-Projekts "Heimatkunde - heimatkundig"
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