Flur- und Bergnamen in der Dachstein-Tauern-Region

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Der Artikel Flur- und Bergnamen in der Dachstein-Tauern-Region soll Aufschluss über Bedeutung noch immer vorhandener Bezeichnungen in der Dachstein-Tauern-Region geben.

Allgemeines

Der ehemalige Direktor des Stelermärkischen Landesarchivs, Univ.Prof.Dr. Fritz Popelka, war auch ein oftmaliger Gast in Schladming und befasste sich auch mit der Deutung von Flur- und Bergnamen dieses Gebietes. Einige Beispiele entnahmen wir einer Arbeit Prof.Dr. Popelkas aus der „Neuen Chronik“ (Nr. 39,vom 6.X.1956):

Im Dachsteingebirge wird man vergeblich nach Namen slawischen Ursprunges suchen. Anders verhält sich ihre Verbreitung in den Tälern der Schladminger Tauern. Sie finden sich nur in den innersten Winkeln der Tauerntäler in der Nähe des Hauptkammes und in einzelnen ganz bestimmten Gebieten, in denen früher starker Bergbau betrieben wurde.

Den Abschluss des Untertales beherrschen Hochgolling und Pöllerhöhe – beides slawische Namen. Die Kotalm, oberhalb des Riesachsees, unterhalb der Preintalerhütte, rührt vom slawischen Kot = Winkel her, eine für die Gegend treffende Bezeichnung.

Sehr charakteristisch sind die Benennungen, die die Knappen dem Gelände um die Giglachseen gaben. Die Gipfel der Umgebung haben Namen von Gefäßen, die vom Bergmann gebraucht wurden. Dort gibt es den Kübel und das Pittrach, das eine Art Bottich gewesen ist. Die Bergknappen haben dem Hochtal den Namen Giglach gegeben und mit der mittelalterlichen Gugel verglichen, die eine Kopf-, Hals- und Schulterbedeckung gewesen ist. Sie sind die Überreste einer sinnfälligen Bergmannssprache, die nunmehr völlig verstummt ist. Die Entstehung der Flur- und Bergnamen haben verschiedene Faktoren beeinflusst, die die Geschichte unseres Landes bestimmten. Sie bieten eine notwendige Ergänzung für jene Zeiträume, in denen die historischen Nachrichten, die Annalen, Chroniken, Urkunden und Akten versagen.

Siehe auch

Quelle