Flur-, Berg- und Hausnamen in Schladming

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Der Artikel Flur-, Berg- und Hausnamen in Schladming soll Aufschluss über Bedeutung noch immer vorhandener Bezeichnungen in Schladming geben.

Allgemeines

Lange schon ist Schladming weit über seinen ursprünglichen Ortskern hinausgewachsen und dennoch haben sich eine Reihe von Flurnamen erhalten, die aber von Generation zu Generation immer weniger im Wissen der Bevölkerung lebendig sind.

Begriffe wie „unter der Mauer" oder „Ober der Mauer" (südlich und nördlich der Stadtmauerreste) sind heute noch ebenso geläufig, wie etwa „Stadt" oder „Vorstadt". Weniger bekannt - vor allem bei der jüngeren Generation - sind die Bezeichnungen der Ortsteile „Sauzipf", „Höppin", „Neubanien" und „Froschlacken". Der „Sauzipf" erstreckte sich in Richtung Lange Gasse, „Höppin" war der Flurname für den Bereich der heutigen Talstation der Planaibahn, wobei der ehernalige Acker im Zielgelände der Planaiabfahrt „Schmalzgrube" (im Hinblick auf seinen Erträgnisreichtum) hieß. „Neubanien" war die Bezeichnung für die Gegend Katzenburgweg und die Bezeichnung „Froschlacke'" fand man bis vor einigen Jahren noch am Hause Wiesinger neben der Bruderlade (Stadtmuseum) aufgemalt.

Zu den alten Flurnamen gehörte auch das „Hammerfeld" im Gelände der heutigen Brauereianlagen. Es war dies der Hinweis auf die nahegelegenen einstigen Kupfer- und Eisenhämmer. Und schließlich ist der „Lendplatz" noch eine Erinnerung an die Zeit, als zwischen Talbach und Enns, im Bereich des ehemaligen “Russenteiches" das Triftholz zum Weitertransport über die Enns zur Holzkohlenverarbeitung in der Innerberger Eisenindustrie (Vordernberg-Eisenerz) gelagert wurde.

Erinnerungen an die Zeit, als Schladming noch ein weithin bekannter Bergbauort war, werden in der Ramsauerstraße und Dachsteingasse wach. In der “Kohlgrube" standen bekanntlich die Knappenhäuser, aber auch eine Reihe von kleineren Gebäuden, die mit dem Bergbau- und Hüttenbetrieb im Zusammenhang standen. Es gab da das „Aufseherhäusl", die „Schaidstube",' den „Probiergaden", den „Pulvermacher", den „Wassergeber" und schließlich das „Schmelzer Lenzenhäusl", um hier nur einige Beispiele zu nennen.

Dass beim „Schmelzer Lenzenhäusl" (Dachsteingasse 142) früher einmal ein. Schmelzplatz war, beweisen heute bei Gartenarbeit noch öfter gefundene Schlackenreste.

Über Hausnamen und deren Bedeutung könnte man auch aus der näheren Umgebung von Schladming einige Beispiele anführen. Ein Zehentregister vom Jahre 1570 aus dem Dekanatsarchiv Haus gibt darüber Auskunfte, dass viele Vulgarnarnen von Bauernhöfen auf Familiennamen von Vorbesitzern zurückgehen. So war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Ambrosius Raidthaupt Besitzer des vulgo „Roadhab" auf der Klaus, ein Peter Holdt zur gleichen Zeit der Nachbarbesitzer des vulgo „Hold" und ein Hans Schöberl war um 1570 Besitzer des heutigen Gasthofes Sonnhof an der Ramsauerstraße, das vielen Schladmingern noch unter dem Namen „Schöberllehen"bekannt ist.

In unmittelbarer Nähe an der Römerstraße (Hochstraße) liegt das Gehöft vulgo Straßer. Wie. sehr dieser alte Verkehrsweg noch bis in das 16. Jahrhundert von Bedeutung war, geht aus dem vorhin genannten Zehentregister hervor, in dem als Besitzerin eine Margaretha „an der Straßen" genannt wird.

Alte Hausnamen in Schladming

Hauptplatz 9 „Schlosser, Rökerische, Wörndlische Behausung“
1622 Vinzenz Schiener, Schlosser
1640 Barbara Röckh, Schlosserin
1656 Paul Werndle, Schlosser
Hauptplatz 10 „Pröbstl, Teutsch, Alte Post“
1619 Tobias Pröbstl
1816 Franz Teitsch
1828 Franz Feichter, k.k. Postmeister
Hauptplatz 12 „Mazingerbehausung“
1618 Hanns Mazinger, Bader
Hauptplatz 13 „Tiffereggerisches Bräuhaus, Pummerer“
1618 Elias Diferegger, Bergrichter
1618 Balthasar Seriz, Brauer
Hauptplatz 14 „Aunerische Behausung, Unteres Pognerhaus“
1618 Adam Auner
1708 Johann Georg Pogner, Gastwirt und Handelsmann
Hauptplatz 15 „Aunerische, Langmayrische Behausung, Riemer“
1621 Andreas Lankhmayr
1799 Joseph Haarberger, Riemer
Hauptplatz 16 „Bancal, Zollamt, bürgerl. Maut- bzw. Rathaus“
1728 Johann Adam Winkhler, Obereinnehmer, k.k. Zoll- und Banko Inspeclorat
1796 Bürgerschaft Schladming
1905 Marktgemeinde Schladming
Hauptplatz 17 „Leutgebische oder Lebzelterische Behausung“
1727 Johann Koller, Lebzelter
Hauptplatz 18 „Hanglische oder Innerwegische Behausung, Bader“
1631 Stephan Hangl, Gaslgeb
1688 Matheuß Inneweger, Wirt
1713 Franz Joseph Miller, Gastgeb und Bader
Salzburgerstraße 19 „Gämßische Malerbehausung“
1633 Hans Gämps
1712 Johann Anton Rüebl, Maler
Salzburgerstraße 20 „Haßische, Zwöll·Apostelbehausung, Hasenbräuer, Bräupeter“
1687 Johannes Has, Brauer
1832 Peter Rantner, Brauer
Hauptplatz 28 „Untere Herrschafts-, Auerische Behausung“
1686 Georg Auer
Hauptplatz 29 „Obere Herrschaftsbehausung, Beerwein, Krapflwirt“
1779 Johann Georg Perrwein, Wirt
1807 Georg Krapfl
Hauptplatz 34 „Sengspratl, Rösische Fleischhackerbehausung“
1621 Georg Sengsbrätl, Fleischhauer
1655 Mathias Rösch, Fleischhauer
Hauptplatz 35 „Schusterjakl, Schustersepp, Platzlschuster“
1816 Jakob Pichler, Schuster
1833 Josef Pichler, Schuster
Hauptplatz 36 „Gußetische Behausung, Carl, Fleischhacker Karl“
1651 Udalricus Gossett
1737 Carolus Binter, Fleischhacker
Hauptplatz 37 „Brunner, Weickl, Leopoldische Behausung“
1693 Leopoldt Walchhofer
1702 Wüllhelmb Prunner
1728 Franz Leopoldt
1751 Michael Weickl
Hauptplatz 38 „Tischlerbehausung“
1670 Egidi Schlemmer, Tischler
Hauptplatz 39 „Untere Kuplerschmiedbehausung, Ringler“
1685 Peter Fapichler, Kupferschmied
1685 Christoph Ringler, Kupferschmied aus Tirol
Hauptplatz 40 „Haydnische, Scheickische Behausung“
1636 Martin Haiden, Bäcker
1714 Christian Scheick, Bäcker aus St. Johann i. P.
Hauptplatz 42 „Sattlerbehausung“
1723 Mathias Stocker, Sattler
Hauptplatz 43 „Haunerische, Muhrerische Uhrmacherbehausung“
1621 Andreas Hauner
1656 Christian und Magdalena Muerer
1839 Carl Fischer, Uhrmacher

Quelle