Dreikönigstag

Seltenes Detail am Leonhardaltar in der Pfarrkirche zum hl. Jakobus der Ältere in Lassing: Darstellung der Hl. Drei Könige.

Der Dreikönigstag, Epiphanie, die Erscheinung des Herrn - der 6. Jänner - war in der Ostkirche das ursprüngliche Geburtsfest Christi.

Geschichte

Der Begriff der Epiphanie bedeutet "die plötzliche Erscheinung eines übernatürlichen Wesens" oder die "sichtbare Wirkung von Gottheiten.

Die Wurzeln dieses Festes sind in der Geschichte von Ägypten zu finden. Bei Clemens von Alexandria (* um 150 vielleicht in Athen; † um 215 vielleicht in Kappadokien), einem frühchristlichen, griechisch schreibenden Philosoph und theologischen Autor, tauchte der Begriff Epiphanie erstmals auf.

Die gnostische Gemeinschaft der Basilidianer in Alexandria (Ägypten) beginn dieses Fest der Gotteserscheinung (Epiphanie) im 2. Jahrhundert n. Chr. das fest

Die katholische Kirche "erfand" möglicherweise als Gegenreaktion den "Dreikönigstag". Erst im Mittelalter wurden die drei heiligen Könige in den Mittelpunkt gestellt. Wobei streng nach der Bibel es nur gelehrte Heiden ohne Nennung einer konkreten Zahl waren. Also weder drei noch Heilige noch Könige. Sternsinger kamen bereits im 12. Jahrhundert auf. Heute steht am Dreikönigstag die Ankunft der "magi", der "Sterndeuter" oder "Weisen", bei der Krippe und die Verehrung des göttlichen Kindes im Mittelpunkt.

Weder die Namen der Könige noch ihre Zahl "drei" sind biblisch belegt. Die später überlieferten Bezeichnungen Caspar (oder Kaspar; ursprünglich persisch für "Schatzmeister"), der Überlieferung nach von schwarzer Hautfarbe, Melchior (hebräisch "mein König ist Licht") und Balthasar (babylonisch "Beschütze sein Leben") entstanden erst im Laufe der Tradition. In der Zeit vor Origines († vermutlich 254) beziehungsweise, nach anderen Quellen, vor Papst Leo dem Großen († 461) variierte ihre Anzahl auf Darstellungen erheblich und reichte von zwei bis zehn.

Die Nacht vom 5. auf 6. Jänner ist auch die raueste der Raunächte (deren Anzahl je Region varieren kann).

Aus dem Bezirk Liezen

Im Buch "Die Altausseer. Ein Beitrag zur Volkskunde des Salzkammergutes."[1] von Ferdinand von Andrian, dem Gründer der Anthroplogischen Gesellschaft Wien und Besitzer einer Villa in Altaussee - der "Villa Andrian", schreibt er 1905 über den Dreikönigssegen "K M B" zum Schutze gegen Hexerei. Aber schon damals wurde er nicht von den Sternsingern an die Türen geschrieben. Andrian berichtet auch von einem Volksschauspiel, einem Dreikönigsspiel: Am Nachmittage [des 6. Jänner] führen die Einheimischen das "Dreikönigsspiel" auf. Den Schluss desselben bilden Hirtenlieder unter Begleitung von Gitarre und Flöte. Der Heischebrauch des Sternsingens war damals bereits Sammelaktion für Bedürftige sehr bekannt, wurde aber von oberösterreichischen "Königen ausgeführt. An diesem Tage zogen auswärtige "Sternsinger", überwiegend ebenfalls aus Oberösterreich, von Haus zu Haus. Angezogen als die drei Könige, mit einer Papierkrone auf dem Kopf, einen Stab mit einem Stern aus Flittergold in der Hand, sangen sie Hirtenlieder gegen eine Spende.

Monika Gaiswinkler aus Altaussee erinnerte sich noch gut an die heischenden Sternsinger in ihren Kindheitstagen in Bad Aussee. Damals gingen sich jedoch nur zu zweit, die Könige. Dann hörten sie den gutmütig gemeinten, etwas spöttischen Hinweis, "Geh’ts her, schau’s an, de drei Kini, de zween!"

Bedürftige Ortsbewohner diesen Termin des Heischebrauchs genutzt genutzt haben, um von der Bevölkerung Krapfen oder ein Geldstück zu bekommen, was diese gerne gab. Das Heischen von Bedürftigen um G’selchtes, Krapfen oder andere Speisen fand sich auch Gemeinden des Ennstales sowie in den Seitentälern. In den ersten Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges gingen Hieflauer nach Landl "Sternsingen". Dafür gab es manchmal ein Stück Selchfleisch oder ein Butter Striezel.

Pointiert, mit etwas Spott, bringt folgender Spruch das Dreikönigssingen auf den Punkt:

"Die hali’n drei Kini’ mit ihrem Stern, sie essen, sie trinken, sie zahlen nit gern."

Der Dreikönigssegen

Die Sternsinger bringen Weihrauch und Glückwünsche, sammeln Spenden und schreiben mit gesegneter Kreide den Dreikönigssegen an den Türsturz der Haustüre. Wenn dieser schon geschrieben steht, bessern sie die Endziffer des alten Jahres auf das neue Jahr aus. Dieser Segensspruch erscheint etwa in der Form "20 C+M+B 06" oder "20 K+M+B 06". Die Kürzel haben im Laufe der Zeit zu verschiedenen Deutungen Anlass gegeben. Häufig wird noch erklärt, sie stünden für die Namen der Heiligen Drei Könige – K(C)aspar, Melchior und Balthasar. Fachlich eher anerkannt ist heute jedoch die Deutung als lateinischer Haussegen "Christus mansionem benedicat" – "Christus möge dieses Haus segnen".

Für den Bezirk Liezen ist erwähnenswert, dass in Orten wie Altaussee oder Palfau nach Möglichkeit die Berigln oder die Perschtln den Dreikönigssegen auf die Tür schreiben. Besonders in Altaussee legen die von den Berigln besuchten Haushalte großen Wert auf diese Tradition.

Was sonst noch im Ennstal an diesem Tag passiert

... endet an diesem Tag die Planai-Classic;
... bleibt der Christbaum nur mehr bis heute im Haus und nicht wie früher bis Maria Lichtmess;
... wurde in der Pfarre Lassing im 19. Jahrhundert am Nachmittag des Vortages des Dreikönigstages das Dreikönigswasser geweiht und um 5 Uhr Abends fand eine gesungene Litanei statt. Am Dreikönigstag, Hl. Amt, um 2 Uhr gesungene Vesper.
... Die "Flantschgerl" am Dreikönigstag in Aich: Grete Karner, Brückenbäuerin in Aich, bäckt am Dreikönigstag die sogenannten "Flantschgerln", die an den Stern der Weisen erinnern sollen.

Quellen

  1. siehe archive.org, das Buch online