Dominik Hartl

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"Beautiful Girl": von links: "Charly" (Jana McKinnon), "Carlo" (Giacomo Pilotti) und Regisseur dominik Hartl
Dominik Hartl (* 30. September 1983 in Schladming) ist ein Ennstaler Künstler.

Leben

Dominic Hartl wurde in Schladming geboren, ging mit 15 Jahren nach Graz und besuchte von 1998 bis 2003 in Granz die HTBLA Ortweinschule für Kunst und Design, Abteilung adiovisuelle Medien. Hartl lebt seit 2007 in Wien. Von 2007-2012 studierte er Regie und Drehbuch an der Filmakademie Wien. Sein Abschlussfilm Spitzendeckchen, eine Horror-Komödie, wurde im Frühjahr 2012 fertig gestellt und gewann mehrere Preise bei internationalen Kurz- und Genrefilmfestivals.

Hartl arbeitete auch als Art-Director und Regisseur für eine der größten österreichischen Werbe-Agenturen. Neben seinem Filmschaffen ist Hartl in mehrere Musikprojekte involviert - er spielt Klarinette, Saxophon, Bass und Synthesizer.

Mit 13 Jahren realisierte Dominic Hartl Stop-Motion-Filme mit Figuren aus Lego und Plastillin. In seiner Freizeit musiziert er in der Band Dust Covered Carpet.

Beautiful Girl (Allegro Film) ist sein Spielfilmdebüt (2014). Derzeit (2015) arbeitet Hartl an seinem zweiten Spielfilm, der Zombie-Komödie "Attack of the Lederhosenzombies" (Fischer Film).

Beim 1. Schladminger Filmfestival - 80 Jahre Klang-Film-Theater Schladming - im September 2015 - wurde von ihm seine Horror-Komödie „Spitzendeckchen“, gezeigt, die bereits beim internationalen Filmfestival in Shanghai, China, mit zwei Preisen bedacht wurde.

Filmografie (Auswahl)

  • 2015: Attack Of The Lederhosenzombies, Spielfilm, 80 min, Regie/Buch
  • 2015: Beautiful Girl, Spielfilm, 90 min, Regie/Buch
  • 2014: Wenn’s kalt wird, Kurzfilm, 10 min, Regie
  • 2013: Libro (Anfänge), Werbung, Regie/Konzept
  • 2012: Spitzendeckchen, Kurzfilm, 26 min, Regie
  • 2012: Siblings, Kurzfilm, 6 min, Regie/Buch
  • 2010: Bis einer weint..., Kurzfilm, 17 min, Regie/Buch
  • 2010: Wien Energie - Wien is ready for takeoff, Werbung, Regie/Konzept
  • 2010: DropIn, mit einem Porträt von Florian Wieser, Dokumentarfilm, 10 min, Regie
  • 2009: Guitarstring marked Fingerprints, Musikvideo, 5 min, Regie
  • 2008: Iron & Butterfly, Kurzfilm, 7 min, Regie
  • 2008: Greenpeace – Cut the crap, Werbung, Regie
  • 2008: Das Betonschloss, Dokumentarfilm, 10 min, Regie
  • 2007: Neteh, Musikvideo, 5min, Regie
  • DCC – Because gravity overpowers me, Jänner 2012
  • LIBRO – Hör nie auf was anzufangen, November 2013
  • Just a dream, 1997
  • Duracell Hitler, 1999
  • DCC – Fragile Soul, heavy heart
  • Dust covered carpet, Februar 2010
  • Komödie: Attack of the Lederhosenzombies

Dominik Hartl - Regie in "Beautiful Girl", sein erste Langfilm

Wie kamst du zu diesem Projekt?

Ich bin gefragt worden, ob ich das Buch verfilmen möchte. Beim ersten Drehbuchentwurf war ich, ehrlich gesagt, ein bisschen skeptisch. Ich habe dann den Auftrag bekommen, das Drehbuch umzuschreiben, mit Regie-Option. Damit ich diesen Film gut machen kann, war es mir wichtig, mir das Drehbuch sozusagen anzueignen.

Ich habe viele kleine, aber auch einige große Sachen geändert. Bei einer Romanverfilmung geht es ja darum, innere Zustände für den Film in Aktionen umzusetzen. Dafür habe ich Dinge ausgesucht, die filmischer sind und die mir persönlich näher waren als die im Buch beschriebenen. Mittlerweile weiß ich teilweise selbst gar nicht mehr, was im Originalbuch war oder was von mir war.

Was hat dich an der Geschichte berührt?

Die Reise, die Charlotte innerhalb eines Jahres macht. Besonders die Ebene der Eltern fand ich schon im Buch sehr gut. Die lassen sich scheiden, obwohl Charlotte selbst gerade in einer schwierigen Phase ist. Das spiegelt eine Normalität wieder, mit der man leicht Anknüpfungspunkte findet. Mir hat auch gefallen, dass dieser österreichische Mittelstand gezeigt wird. Es gibt darin viele Situationen, die man aus seiner eigenen Jugend kennt und die dadurch eine gewisse Allgemeingültigkeit haben.

Was ist die Zielgruppe?

Jugendliche und Leute in meinem Alter. Ich glaube dass die Zielgruppe für Coming of Age-Filme oft älter ist, als man glaubt. Ich schaue mir die zum Beispiel mit Mitte 30 gerne an, weil man ja auch mal den ganzen Scheiß durchgemacht hat und froh ist, dass es vorbei ist. Also eigentlich ist die Zielgruppe 12 bis 99. (lacht)

Wie hast du die drei Jugendlichen gefunden?

Das Casting ist sehr unerwartet gelaufen. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es am schwierigsten wird, Charly zu finden. Aber Jana war schon sehr früh im Gespräch und es war dann von meiner Seite sehr schell klar, dass sie es einfach ist. Als ich am Buch gearbeitet habe, hatte ich einen sehr speziellen Typ von einer jungen Frau im Kopf und Angst, dass es so eine Person gar nicht gibt. Oder dass es diese Art von Jugendlichen gar nicht gibt, dass das eine Projektion von mir ist. Bei Jana hatte ich sofort das Gefühl, dass sie zu einem großen Teil auch wirklich so ist, sich wirklich für dieselben Sachen interessiert. Der Sulzer war schwieriger, obwohl wir Marlon von Anfang an sehr gut fanden. Es war aber unklar, ob er nicht vielleicht zu alt ist, er ist ja eigentlich 22. Aber man sieht ihn natürlich anders, wenn man das weiß. Ich habe die Casting Tapes dann ganz vielen Leuten gezeigt und sie gefragt, wie alt sie ihn schätzen. Und er wurde immer jünger geschätzt. Giacomo war dann der letzte, den wir gecastet haben, nur zwei 2 Wochen vor dem Dreh. Wir haben in Italien, Österreich und Frankreich gesucht. Er war mit Abstand am schwierigsten zu finden, weil er so viel erfüllen muss. Er muss sehr gut deutsch sprechen, aber eine andere Muttersprache haben, er muss dem Typ entsprechen und spielen können muss er auch noch.

Ist es anders, mit Jugendlichen zu drehen, als mit Erwachsenen?

Der Unterschied ist riesig, es ist eine ganz andere Art zu arbeiten. Wir hatten ja auch tolle ausgebildete Schauspieler unter den Erwachsenen. Denen kannst du sagen, das war gut, aber ich hätte das gerne noch ein bisschen anders. Da kann man mehr ausprobieren, verschiedene Takes machen, die in unterschiedliche Richtungen gehen, damit man beim Schnitt eine größere Auswahl hat. Und die machen das einfach. Mit den Jugendlichen muss man viel mehr und genauer arbeiten. Wenn dann etwas gut ist, ist es dafür dann richtig gut, weil es sozusagen filterlos ist. Marlon hat ja schon ein bisschen Schauspielerfahrung, Jana ein bisschen und für Giacomo war es die erste Rolle. Ich habe ein paar Drehtage gebraucht, um draufzukommen, wie ich mit ihnen kommunizieren muss, damit sie verstehen, was ich von ihnen will und das dann auch umsetzen können. Es war bei allen drei sehr unterschiedlich. Für Giacomo war es wichtig, dass er Aktionen hat, die er mit dem Dialog verbinden kann. Mit Jana kann man dagegen sehr offen über Emotionen reden, was bei professionellen Schauspielern ja eher gefährlich sein kann. Aber dass es mit ihnen gut funktionieren würde, war ja schon vor dem Dreh klar.

Deshalb macht man ja so ausführliche Castings. Wenn es nicht klappen würde, liegt es dann eher an Produktionsbedingungen oder an der Regie, weil man nicht das Umfeld schaffen konnte, in dem die Schauspieler das bringen, was man braucht.

Wie waren die Produktionsbedingungen, die Stimmung am Set?

Die Produktionsbedingungen waren für einen Erstlingsfilm sehr solide. Ich habe damit gerechnet, dass man als Erstlingsregisseur viel stärkere Bandagen bekommt, inhaltlich und künstlerisch. Aber das war gar nicht so. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich aus diesem Film machen konnte, was ich draus machen wollte. Das liegt sicher auch daran, dass die Produzenten und ich denselben Film machen wollten, das ist ja dann auch die halbe Miete.

Am Set habe ich immer damit gerechnet, dass Jana mal sagt, ich kann nicht mehr, und man unterbrechen muss. Aber es kam nicht, das ist schon bemerkenswert. Jana ist in jeder Szene des Films, sie war jeden Tag am Set. Das ist auch für erfahrene Schauspieler sehr anstregend. Aber wir hatten ein tolles Team, das ist immer richtig reagiert hat auf Momente, in denen Jana an ihre Grenzen ging. Sie ist da immer durchgetaucht.

Ich glaube das liegt schon auch daran, dass wir den richtigen Rahmen geschaffen haben. Jakob (Fischer, Anm.), unser Schauspielcoach, war essentiell dabei. Junge Schauspieler brauchen immer jemanden, der sie stützt und eine Vertrauensperson ist. Er hat das wirklich gut gemacht und ohne so jemanden kann man so einen Film gar nicht drehen. Und da ich meine Kameramänner schon sehr lange kenne und ihnen sehr vertraue, hatte auch ich den Rücken frei, um mich ganz auf die Schauspieler zu konzentrieren. Die schönsten Momente am Set waren sicher die, in denen Szenen mit Jana noch besser geworden sind, als ich erwartet habe. Wenn etwas vor der Kamera

Quellen