Auf den Spuren der Coburger durch Schladming

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Übersichtskarte des Rundgangs.

Auf den Spuren der Coburger durch Schladming kann man die Geschichte von Schladming und seine Verbindungen zum Hochadel auf 28 Schautafeln entdecken.

Über die Ausstellung

Auf insgesamt 28 Schautafeln, davon 14 im Rathaus, werden die geschichtlichen Verbindungen des Fürstenhauses Sachsen-Coburg und Gotha mit der Stadt Schladming gezeigt.

Ausstellung: Das Schloss im Rathaus

Im ehemaligen Jagdschloss Sachsen-Coburg, dem heutigen Rathaus, erzählen 14 Schautafeln, Gemälde und ein Stammbaum die faszinierende Geschichte der brasilianischen Kaiserfamilie in Schladming. Besuche sind während der Öffnungszeiten[1] oder im Rahmen einer Sonderführung möglich.


Nr. Titel Bild Kurzbeschreibung
0 Schautafel 0: Die Standorte Infotafel 0 coburg Schladming-038-2026-04-19.jpg Übersichtstafel mit allen Standorten der Schautafeln.
1 Von Rio nach Schladming Infotafel 1 coburg Schladming-044-2026-04-19.jpg Prinz Ludwig August von Sachsen‑Coburg und Gotha ließ 1884 in Schladming ein Jagdschloss im englischen Stil errichten, das seit 1940 als Rathaus dient. Er war mit Prinzessin Leopoldina von Brasilien, Tochter von Kaiser Pedro II., verheiratet und lebte zwischen Europa und Brasilien.

Sein Sohn Prinz August Leopold, geboren im Kaiserpalast von Petrópolis, ließ sich nach dem Sturz der brasilianischen Monarchie mit seiner Familie dauerhaft in Schladming nieder. Das Schloss blieb bis 1945 Wohnsitz der Familie. Die Coburger spielten durch ihre Heiratspolitik eine bedeutende Rolle in mehreren europäischen Königshäusern.

2 Vom Schloss zum Rathaus Infotafel 2 coburg Schladming-045-2026-04-19.jpg Prinz Ludwig August von Sachsen‑Coburg erwarb 1882 große Besitzungen in Schladming und ließ ab 1884 ein Jagdschloss im typisch englisch‑coburgischen Rothbart‑Stil errichten. Das Gebäude wurde mit roten Backsteinen, gelbem Sandstein und markanten Türmen gestaltet und galt als architektonisches Schmuckstück.

Nach seinem Tod übernahm Prinz August Leopold das Schloss, das mehrfach umgebaut wurde und ab 1917 als Hauptschule diente. Nach 1945 richtete die Gemeinde Schladming hier ihr Rathaus ein. Die charakteristische Architektur und viele Innenräume sind bis heute erhalten, wodurch das Schloss zu einem prägenden Wahrzeichen der Stadt wurde.

3 Sachsen‑Coburg und Gotha – eine europäische Familie Infotafel 3 coburg Schladming-049-2026-04-19.jpg Die Dynastie Sachsen‑Coburg und Gotha entwickelte sich im 19. Jahrhundert durch gezielte Heiratspolitik zu einer der einflussreichsten Herrscherfamilien Europas. Aus dem kleinen Herzogtum gingen Könige von Belgien, Portugal und Bulgarien hervor, ebenso enge Verbindungen zum britischen Königshaus und zum russischen Zarenhof. Entscheidend waren die politischen Ehen der Kinder von Herzog Franz und später die reiche Koháry‑Erbschaft, die den Aufstieg der Coburger weiter stärkte.
4 Prinzessin Maria Karoline von Sachsen‑Coburg und Gotha Infotafel 4 coburg Schladming-041-2026-04-19.jpg Maria Karoline von Sachsen-Coburg und Gotha, in der Familie nur Marie genannt, wurde am 10. Jänner 1899 in Pola an der Südspitze Istriens geboren, damals swiki:Küstenland[2] genannt. Marie wuchs mit ihren Geschwistern auf und besuchte wie ihre Schwestern das Internat Sacre Coeur bei Pressbaum. Als junges Mädchen war sie sehr hübsch, doch als sie 15 Jahre alt war, brach der Erste Weltkrieg aus. Potenzielle Verehrer mussten an die Front.
5 Bauernkrieg Infotafel 5 coburg Schladming-002-2026-04-21.jpg Die Tafel beschreibt die Einbettung des Schladminger Knappenaufstands in den gesamtdeutschen Bauernkrieg, den militärischen Ablauf, die brutale Niederschlagung und die vollständige Zerstörung Schladmings im Jahr 1525. Sie betont die Bedeutung des Ereignisses als Wendepunkt in der regionalen Geschichte.
6 Das Brautkleid in der Kirche Infotafel 6 coburg Schladming-022-2026-04-19.jpg Die Tafel dokumentiert die Verbindung der Coburger Linie mit Schladming. Die Hochzeit von August Leopold und Karoline war ein gesellschaftliches Ereignis der Donaumonarchie.

Nach dem Tod des Prinzen wurde Schladming zu einem Ort familiärer Erinnerung. Das Brautkleid der Erzherzogin blieb als sakrales Schmuckstück erhalten und ist bis heute in der Kirche sichtbar. Die Gruft in der Pfarrkirche diente zeitweise als Ruhestätte des Paares, bevor die Überführung nach Coburg erfolgte. Das Kleid symbolisiert die bleibende Verbindung zwischen der Coburger Familie und Schladming.

7 Schladminger Bier Infotafel 7 coburg Schladming-006-2026-04-19.jpg Die Schladminger Brauerei steht als Symbol für regionale Selbstbestimmung und wirtschaftliche Solidarität gegen monopolistische Strukturen. Sie bewahrte ihre Identität über ein Jahrhundert und bleibt ein wichtiger Bestandteil der steirischen Brautradition.
8 Phönix aus der Asche Infotafel 8 coburg Schladming-027-2026-04-21.JPG Schladming war seit der Keltenzeit ein bedeutender Bergbauort (Kupfer, Blei, Silber).

Nach dem Bauernkrieg 1525 und der Aufhebung der Bergwerksprivilegien setzte ein wirtschaftlicher Niedergang ein. Unter König Ferdinand I. wurde der Bergbau wiederbelebt; 1530 erhielt Schladming die Marktfreiheit zurück (Stadtwappen erst 1925). Im 18. Jahrhundert wurde ein Kobaltbergwerk entdeckt; Verarbeitung im „Blauofen“. Der Bergbau endete endgültig nach dem Brand von 1816 und einer Überschwemmung.

9 Die Karolinenanlage Tafel 9 Coburg Schladming-002-2026-04-22.jpg Am 30. Mai 1894 heiratete August Leopold von Sachsen-Coburg in Schladming seine Braut Erzherzogin Karoline von Österreich-Toskana. Die Hochzeit wurde in Schladming gefeiert, weil die Brautleute sich hier kennengelernt hatten. Die Schladminger Bevölkerung nahm regen Anteil an den Feierlichkeiten. Die Häuser wurden festlich geschmückt, und die Schulkinder bildeten ein Spalier. Die Karolinenanlage wurde als Zeichen der Verbundenheit und als Hochzeitsgeschenk gestaltet. Sie sollte ein Ort der Erholung und Begegnung für die Bevölkerung sein.
10 Die Coburger und die Reformation Infotafel 10 coburg Schladming-043-2026-04-21.jpg Reformationsbezug Coburg–Schladming: Martin Luther lebte 1530 auf der Veste Coburg, während sich die Reformation im Alpenraum ausbreitete.

Schladming wurde zu einer der ersten reformierten Gemeinden der Steiermark, besonders getragen von Bergleuten und Bürgern. Die neue Lehre führte zu Spannungen, Verfolgung und Gegenreformation, konnte aber nicht unterdrückt werden. Erst der Augsburger Religionsfrieden 1555 brachte offizielle Duldung des evangelischen Glaubens.

11 Von Gersdorf zu Coburg Infotafel 11 coburg Schladming-029-2026-04-21.jpg Rudolf Ritter von Gersdorff, Mineraloge und Geologeerforschte die Schladminger Tauern und dokumentierte zahlreiche Mineralfunde.

Pauline Reichenbach war eine kulturengagierte Sammlerin; bewahrte regionale Geschichte und Traditionen; führte Gersdorffs Arbeit weiter. Charles Gustave Marchand de Vermouillet: Künstler; schuf Landschaftsbilder und historische Dokumentationen; prägte das kulturelle Leben Schladmings. Die drei Persönlichkeiten verbanden Wissenschaft, Kunst und Heimatpflege und beeinflussten die kulturelle und geologische Erschließung Schladmings nachhaltig.

12 Jagd und Sport Infotafel 12 coburg Schladming-025-2026-04-21.jpg Adelige wie Erzherzog Johann nutzten die Schladminger Bergwelt als bedeutendes Jagdrevier.

Aus den Jagdwegen wurden erste alpine Routen; Forscher, Künstler und Adelige begannen die Berge sportlich zu erkunden. Die Jagd diente als Ausgangspunkt für die Entwicklung des Alpinismus und später des Tourismus. Gustave Vernouillet dokumentierte die Jagd, Landschaft und frühe Bergsteigerei künstlerisch. Schladming wurde vom Jagdgebiet zu einem frühen Zentrum des Alpinismus und später des Wintersports.

13 Schladming – das Ischl der Coburger Infotafel 13 coburg Schladming-024-2026-04-21.jpg Die Infotafel beschreibt die enge Verbindung zwischen Schladming und dem Hochadel – insbesondere dem Haus Sachsen‑Coburg und Gotha – während der Zeit der Sommerfrische ab dem späten 19. Jahrhundert
14 Falsches Schuhwerk und die Folgen Infotafel 14 coburg Schladming-027-2026-04-21.jpg Die Infotafel schildert das spektakuläre Scheidungsdrama der Prinzessin Louise von Sachsen‑Coburg und ihre unerwartete Verbindung zu Schladming. Die Geschichte verbindet europäische Adelsgeschichte mit lokaler Überlieferung und zeigt, wie internationale Ereignisse in der regionalen Erinnerungskultur weiterleben.
15 Die Anfänge des Skilaufs Infotafel 15 coburg Schladming-093-2026-04-21.jpg Die Tafel zeigt, wie sich Schladming vom frühen Skigebiet zu einer professionellen Wintersportdestination entwickelte und welche Rolle Medien, Infrastruktur und touristische Angebote dabei spielten.

Bilder

Quellen

  1. Montag bis Freitag von 08 bis 12 Uhr.
  2. Verlinkung(en) mit "swiki:" beginnend führen zu Artikeln im SALZBURGWIKI, dem Mutterwiki des EnnstalWikis