Korallen im Waldgraben

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Die fossilen Korallen in den Zlambachmergeln haben im Ausseerland eine unter Paläontologen verbreitet bekannte Typlokalität.

Vorkommen

Nördlich von Lupitsch, einer Ortschaft der Gemeinde Altaussee, durchquert im Waldgraben ein kleiner Bach eine sumpfige Wiese. Diese Wiese erhielt den inoffiziellen Namen "Fischerwiese". Hier finden sich immer wieder Spezialisten und Hobbysammler ein, um die fossilen Zeugen innerhalb der Zlambachmergel zu studieren und um schöne Handstücke aufzulesen.

Geologie

Den geologischen Untergrund der "Fischerwiese" bilden ca. 150 m mächtige, aus der späten Obertrias stammende Zlambachmergel. Diese haben einen wasserstauenden Effekt und führen so zu einem sumpfigen Boden. Bei länger anhaltenden Regenfällen werden aus den tonig-mergeligen Gesteinen Bruchstücke und Riff-Fossilien herausgewaschen und durch den kleinen Bach verfrachtet. So finden sich in diesem Gewässer lose Korallen, aber auch Muscheln und Schnecken.

Erdgeschichtlich betrachtet stammen dieses Fossilien ursprünglich aus der Dachsteinkalk-Lagune und wurden nach dem Absterben in das Hallstätter-Pötschenkalk-Becken gespült und in die Mergelbildungen eingeschlossen.

Quelle

  • Lobitzer, H. (2011). Geologische Spaziergänge. Ausseerland – Salzkammergut. Wien: Geologische Bundesanstalt
  • Mandl, G. W., Van Husen, D. & Lobitzer, H. (2011). Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000, Erläuterungen zu Blatt 96 Bad Ischl. Wien: Geol. B.-A.
  • Weidinger, J. T., Lobitzer, H. & Spitzbart, I. (Hrsg., 2003). Beiträge zur Geologie des Salzkammergutes. Gmundner Geo-Studie, 2, Gmunden