Pötschenkalk

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Lithostratigraphie der wichtigsten Gesteine im Bezirk Liezen seit dem oberen Perm.

Der Pötschenkalk ist eine geologische Formation. Stratigraphisch gehört er zu den Nördlichen Kalkalpen und stammt aus der mittleren Obertrias (Norium).

Genese und Allgemeines

Der Pötschenkalk entstammt der Hallstätter-Entwicklung, die zeitgleich mit der Dachsteinkalk-Entwicklung stattfand. Die Hallstätter-Entwicklung erfolgte im Hallstätter/Pötschenkalk-Becken des tieferen Schelfbereichs und offenen Tethys-Meeres. Hier wurden der Hallstätter Kalk, der Pötschenkalk, die Pedataschichten und die Zlambachmergel abgelagert. Im Detail wird folgende Genese angenommen:

Der Hallstätter Kalk bildete sich auf Schwellen über dem Meeresboden. Das umliegende Becken war geprägt von Kieselsäure-reichem Kalkschlamm des Pötschenkalks. In dieses Pötschenkalk-Becken drangen periodisch von der seichten Dachsteinkalk-Lagune über das Riff Kalkschlamm und -schutt ein und bildeten die Pedataschichten. Die jüngsten Gesteine der Hallstätter-Entwicklung sind die Zlambachmergel.

Der Pötschenkalk entstammt einem ruhigen Meeresbereich mit ca. 200-300 m Tiefe. Seine Fazies ist dünnplattig bis Dezimeter-gebankt, mit wellig bis knollig ausgebildeten Schichtflächen. Er weist eine feine Körnung auf, graue oder bräunliche Farbe und beinhaltet häufig Hornsteinknollen und -lagen. Der Hornstein[1] bildete sich durch die Konzentration von Kieselsäure während der Diagenese innerhalb der Kalkbänke. Der Hangendbereich ist von grünlich-grauen Mergel-Zwischenlagen geprägt. Sie deuten den Übergang zum überlagernden Zlambachmergel an.

Vorkommen im Bezirk Liezen

Die Formation des Pötschenkalks tritt vermehrt im westlichen Ausseerland zu Tage. Ein bekannter Aufschluss ist der Alpengarten nahe Bad Aussee; ein aufgelassener Pötschenkalk-Steinbruch. Heute steht hier die Alpenflora im Vordergrund.

Quellen

  • Geoportal GIS Steiermark
  • Lobitzer, H. (2011). Geologische Spaziergänge. Ausseerland – Salzkammergut. Wien: Geologische Bundesanstalt
  • Mandl, G. W., Van Husen, D. & Lobitzer, H. (2011). Geologische Karte der Republik Österreich 1:50.000, Erläuterungen zu Blatt 96 Bad Ischl. Wien: Geol. B.-A.
  • Weidinger, J. T., Lobitzer, H. & Spitzbart, I. (Hrsg., 2003). Beiträge zur Geologie des Salzkammergutes. Gmundner Geo-Studie, 2, Gmunden

Einzelnachweise

  1. Hornstein ist ein Kieselgestein (nichtklastisches Sedimentgestein mit mindestens 50 % Kieselsäuregehalt) mit dichtem, hornartigem Aussehen