Gerfried Göschl

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Gerfried Göschl (* 3. Oktober 1972 in Liezen, vermutlich † 9. März 2012 am Gasherbrum I, Pakistan) war ein Extrembergsteiger und Diplompädagoge für Hauptschulen sowie Jugend- und Familienberater.

Leben

Der Extrembergsteiger hatte 2005 als erster Österreicher ohne künstlichen Sauerstoff und Trägerhilfe den Mount Everest (8 848 m ü. A.) bezwungen. Als staatlich geprüfter Instruktor leitete er Bergfahrten sowie Expeditionen u.a. für den Österreichischen Alpenverein. Er war Mitglied beim Alpinen Rettungsdienst Gesäuse. Zahlreiche Projekte hatte er als Initiator, Organisator und Leiter vorbereitet und ohne künstlichen Sauerstoff und ohne Trägerhilfe umgesetzt. So erreichte er 2009 den Gipfel des Nanga Parbat (8 125 m ü. A.) über eine neue Route im Alpinstil (ohne Trägerhilfe, Lagerkette und Fixseile).

Im Juni 2011 war er mit einer 25-köpfigen Expeditionsgruppe nach Pakistan aufgebrochen. Dort wollte die Gruppe unter seiner Führung die drei Achttausender Gasherbrum I (8 080 m ü. A.) und Gasherbrum II (8 038 m ü. A.) sowie den K 2 (8 611 m ü. A.) besteigen. Am 13. Juli bezwangen Göschl und sieben seiner Kollegen den Gasherbrum I. Im hüfthohen Schnee erreichte die Gruppe nach siebeneinhalb Stunden den Gipfel.

In der Expedition gab es einige Erkrankungen wie schwere Anzeichen einer Höhenkrankheit bei Marc-Andre Belliveau im Lager 3 auf 6 900 m ü. A. Auch der gebürtige Selzthaler Günther Unterberger konnte an der Besteigung des 'K 2' wegen einer Zerrung, die er sich beim Abstieg vom 'Gasherbrum II' zugezogen hatte, nicht teilnehmen. Auch sein dritter Versuch, den K 2 zu ersteigen, schlug am 6. August 2011 ebenso wie die Versuche von 2007 und 2009 fehl. Bergkameraden, die die dringend benötigten Eisschrauben und die letzten 400 Meter Fixseile zum Lagerplatz auf die Schulter bringen hätten sollen, kamen nicht. So konnte Göschl den gefährlichen Flaschenhals zum Gipfel nicht absichern und musste von seinem Vorhaben ablassen. Er wartete noch eine Nacht, doch der Wind wurde von Stunde zu Stunde stärker, wodurch der Gipfel in jedem Fall unerklimmbar wurde.

Seit 9. März 2012 wurden zwei Bergsteiger sowie Gerfried Göschl am Gasherbrum I vermisst. Sie dürften ihre geplante Überquerung des elfthöchsten Berges der Erde nicht überlebt haben. Schon am 14. März war Göschls Bruder Wolfgang in Islamabad angekommen, um gemeinsam mit Ali Muhammad von Adventure Pakistan die Suche an Ort und Stelle zu unterstützen. Zu diesem Zeitpunkt waren jene pakistanische Alpinisten, die vom Basislager aus auf den Gasherbrum I aufgestiegen waren, um nach Göschl, dem Schweizer Cedric Hählen und dem Pakistaner Nisar Hussain zu suchen, ohne Ergebnisse wieder zurückgekehrt.

Göschl, Hählen und Hussain waren zuletzt am 9. März 200 bis 250 Meter unterhalb des Gipfels des nach unterschiedlichen Angaben 8 068 oder 8 080 m ü. A. hohen Bergs im Karakorum gesehen worden. Sie wollten den Gipfel erstmals über eine noch nie begangene Südroute besteigen und über die normale Nordroute ins Basislager zurückkehren. Eine massive Wetterverschlechterung machte die Suche nach den Männern unmöglich. Auf 7&nbps;000 m ü. A. betrugen die Temperaturen rund minus 50 Grad, Stürme erreichten Spitzen von 150 Kilometern pro Stunde. Diese Bedingungen erlaubten nicht einmal Hubschrauberflüge ins Basislager auf 4 400 m ü. A. Höhe. Alpinisten eines anderen Teams, die von dort aus versuchten, zu Camp 3 auf ungefähr 7 000 m ü. A. Höhe zu gelangen, mussten umkehren. Von diesem Lager aus waren Göschl und die beiden anderen Bergsteiger Richtung Gipfel gestartet.

Göschl war mit Ehefrau Heike verheiratet, aus deren Ehe zwei Töchtern hervorgegangen waren.

Quellen

Weblink