Eugen Guido Lammer

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Eugen Guido Lammer (* 18. Juni 1863 in Rosenburg, .; † 2. Februar 1945 in Wien) war ein österreichischer Alpinist und alpiner Schriftsteller.

Leben

Lammer studierte an der Universität Wien Germanistik und Geschichte und promovierte 1884 zum Dr.phil.. Er begann dann als Mittelschulprofessor.

Im Alpinismus wurde er ein Pionier einer neuen Richtung der führerlosen Bergsteigerei. Der Schutz des alpinen Ödlandes war für ihn selbstverständlich, ebenso die Ablehnung aller eisernen Sicherungen, um die Naturbelassenheit der Berge zu bewahren.

Seit 1886 war er Mitglied des Österreichischen Alpenklubs, zuletzt als Ehrenmitglied.

Zu seinen Begleiter auf Bergfahrten zählten Fritz Leeder, August Lorria, Oskar Eckenstein, Prof. Kellerbauer und Oskar Schuster (Dresden), später seine Frau Paula, F. Hauser und F. Hohenleitner.

Bergfahrten

Erstbesteigung des Nördlichen Türndls (Niederes Dirndl), Dachsteinmassiv (1884);
mehrere Gipfel in der Texelgruppe am Südostende der Ötztaler Alpen (zwischen 1898 und 1902); Hinteres Fiescher Horn (über den Nordwestgrat), Kleines Grünhorn und Gipfel „Kamm“ in den Walliser Fiescher Hörnern (alle 1885), alle Berner Oberland;
Erstbegehung: Neuer Abstieg zwischen Breiter und Krummer Ries am Schneeberg (1883); Wildes Gamseck (1883), Wildes Gaisloch und Schneidige Wildfährte (beide 1884), Raxalpe;
Tamischbachturm, westl. Nordwand (1883), Gesäuse;
5. Watzmannkind von Nordosten (1895), Berchtesgadener Alpen;
Großglockner über den Glocknerkamp (1893);
Großvenediger, oberer Westgrat (1885), Nordwestwand (1891) und Südwestwand (1893) sowie Kleinvenediger über die Westwand (1895), Venedigergruppe; Gratübergang vom Olperer zum Fußstein (1884) und Schrammacher über den Ostgrat und die Südostwand (1891),
Tuxer Hauptkamm der Zillertaler Alpen; Ostwand des Hochfeilers (1884, im Abstieg), Roßruckspitze über die Nordostwand (1884), Nordwestgrat der Zsigmondyspitze (1891, im Abstieg), und Mörchenschneidscharte aus der Floite, Hauptkamm der Zillertaler Alpen; Venter Wildspitze unmittelbar über die südöstliche Firnwand aus dem Rofenkarferner (1893), Hinterer Brochkogel über den Nordgrat (1898), Hauptteil der Ötztaler Alpen; mehrere 1. Erst. und neue Begehungen, so z. B. Texelspitze, Hohe Weiße, Lodner, Tschigat u. a., Texelgruppe am Südostende der Ötztaler Alpen;
Thurwieserspitze über die Nordwand (1893), Ortlergruppe; Hinteres Fiescher Horn über den Nordostgrat (1885),
Berner Oberland; Dürrenhorn, Südostrücken und Nordwestflanke (1887),
Walliser Alpen.

Publikationen

Über das führerlose Alleingehen im Hochgebirge in: Mitt.-DÖAV, 1884, S. 284;
Sind die Führer frei?, in: ÖAZ, 1886, S. 303;
Berggefahren, Führer und „Herren“, in: ÖTZ, 1886, S. 245;
Vom alpinen Stil, in: ÖAZ, 1893, S. 51;
Die Texelgruppe, in: Z.-DÖAV, 1901, 1902;
Ist der Sport kulturschädlich?, in: Mitt.-DÖAV, 1910, S. 111;
Die Grenzen des Bergsports, ebenda, 1910, S. 243;
Wettrennen im Hochgebirge, in: ÖAZ, 1911, S. 21, 70;
Jungborn, Bergfahrten und Höhengedanken eines einsamen Pfadsuchers (1. und 2. Aufl. mit dem Aufsatz: Ein alpiner Ritter von der traurigen Gestalt), 1922, Zahlr. Auflagen;
Bergsteigertypen und Bergsteigerziele, 1924;
Wie anders ist das Besteigen der Alpen geworden, 1927; Mitarbeit an E. König, Empor (G. Winklers Tagebuch), o. J. und A. Hess, Psicologia dell’Alpinista, 1914;

weitere Abhandlungen in Z.-DÖAV, 1887, 1893, Mitt.-DÖAV, 1884, 1887, 1891, 1892, 1893, 1895 und 1924; ÖAZ 1886, 1891, 1892, 1893, 1901, 1902, 1911, 1922, 1925, 1926, 1927, 1928, 1932 und (posthum) 1949, ÖTZ 1883, 1884, 1885 und Tourist, 1891.

Quellen

→ ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 20, 1969), S. 416f.