Ennstaler Phyllit

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Der Ennstaler Phyllit ist ein Gesteinsvorkommen im Nahbereich des steirischen Ennstales.

Lage

Die Ennstaler Phyllite befinden sich in den Schieferbergen südlich des steirischen Ennstales und bilden dort ein großes Gesteinsvorkommen. Sie grenzen an die Wölzer Glimmerschiefer der Niederen Tauern. Zwischen beiden liegt ein Grenzstreifen mit etwa 100 m Mächtigkeit, der aufgrund seiner Zusammensetzung nicht eindeutig dem einen oder anderen der oben genannten Vorkommen zugeordnet werden kann. Erwähnenswert ist die vermehrte Erzführung dieser Grenzzone. In diesem Zusammenhang zu erwähnen ist die Walchener Kieslagerstätte und das Knappenloch bei Großsölk.

Allgemeines zur Entstehung von Phylliten

Phyllite zählen im Bereich der metamorphen Gesteine zu den Gesteinen der sog. Regionalmetamorphose. Metamorphe Gesteine entstehen durch Verlagerung von Gesteinen in tiefere Teile der Erdkruste, wo sie durch die dort herrschenden hohen Temperaturen und unter großem Druck umgebildet werden, d.h. einer Metamorphose (= Umgestaltung, Umwandlung) unterliegen. Phyllite entwickeln sich bei schwacher Metamorphose pelitischer Gesteine (Pelite = Sedimentgesteine aus staubfeinen Bestandteilen) und gehen in der Regel in Glimmerschiefer über.

Lage und Entstehung der Ennstaler Phyllite

Die Ausgangsgesteine für die Bildung der Ennstaler Phyllite waren tonige bis sandige Sedimente mit Mergel- und Tuffeinlagen. Besonders bezeichnende Merkmale, die nur hier in dieser Zusammensetzung zu finden sind, sind der sehr intensive Wechsel zwischen Serizitphylliten und quarzitischen Phylliten, der an vielen Stellen fast alle Meter auftritt. Auch sind noch viele Einlagerungen zu beobachten wie Grünschiefer, Hornblendegarbenschiefer oder Bänderkalke, um nur einige zu nennen.

Wolfgang Fritsch zu den Ennsthaler Phylliten: „Wie in den letzten Jahren nachgewiesen werden konnte, sind die Ennstaler Phyllite die streichende Fortsetzung der höhermethamorphen Serie der Grauwackenschiefer der Grauwackenzone des Paltentales und ebenso gehen die Ennstaler Phyllite im Westen im Streichen in die Schiefer der Salzburger Grauwackenzone (Pinzgauer Phyllite), die altersmäßig den feinschichtigen Grauwackenschiefern gleichzustellen sind, über.“ Der Ennstaler Phyllit geht konkret in Granatglimmerschiefer (Wölzer Glimmerschiefer) über.

Beschreibung

Generell sind Phyllite durch ihren Mineralbestand an Chlorit und Muskowit farblich meist grünlich oder grau und weisen praktisch immer einen charakteristischen silbrigen Schimmer auf. Dieser Schimmer entsteht durch parallele Anordnung blättriger Minerale. Letztere ermöglicht auch die Aufspaltung in kleine Blättchen. Etymologisch stammt die Bezeichnung Phyllit vom griechischen >phillon< = Blatt, blättrig. Neben der ausgeprägten Schiefrigkeit weist der Phyllit auch kleine Falten, bzw. Fältelungen auf.

Nach Hannes Badura sind die Ennstaler Phyllite „graue bis dunkelgraue, feinschiefrige ebenplattige bis blättrige Gesteine mit seidenfaltigen Gesteinsflächen“.

Verwendung

Wegen seines Aussehens und seiner guten Spaltbarkeit ist Phyllit in der Gartengestaltung gut für Einfassungen, Wegpflasterung und Terassenflächen verwendbar. Phyllit mit Quarz findet seit dem 16. Jahrhundert auch als Schleifstein Verwendung.

Quellen

  • Wolfgang Fritsch: Die Grenze zwischen den Ennstaler Phylliten und den Wölzer Glimmerschiefern, siehe www.museum-joanneum.at
  • Woolley, Bishop, Hamilton: Kosmos Steinführer, 8. Auflage 1997, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH. & Co., Stuttgart
  • Walter Schumann: Steine und Mineralien sammeln, BLV Verlagsgesellschaft mbH, München 1994
  • www.mauerpflanzen.de
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Ennstaler Phyllit"
  • online.tugraz.at
  • Pelite, siehe Duden Band 5, Das Fremdwörterbuch, 5., neu bearb. Aufl., Seite 585