Enns-Altarm Admont-Ost

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Der Enns-Altarm Admont-Ost wurde 2014 wieder mit der Enns verbunden.

2014: Renaturierungsmaßnahmen Admont-Ost abgeschlossen

Ursprünglich pendelte die Enns in weiten Schlingen im Ennstal von einer Talseite zur anderen, bis man in den Jahren 1863 bis 1870 die große Ennsregulierung durchführte und dabei die meisten Flussschlingen abgetrennt wurden.

Zum Schutz der vorhandenen Autümpel, die einen hochwertigen Lebensraum für Pflanzen und Amphibien bieten, wurde im Bereich Admont-Ost nun eine ehemalige Flussschlinge wieder mit der Enns verbunden. Die Eröffnung der Wiederanbindung des Altarms fand am 23. Mai 2014 im Beisein der Landesräte Johann Seitinger und Dr. Gerhard Kurzmann sowie des Bürgermeisters Günther Posch statt.

LIFE+ ist das EU-Finanzierungsinstrument für Umwelt- und Naturschutz. Ein Schwerpunkt ist der Bereich Natur und biologische Vielfalt, was im Kontext so viel heißt wie die Finanzierung des Schutzgebietssystems „Natura 2000“. Im Projekt „LIFE+ Flusslandschaft Enns“ werden innerhalb der fünfjährigen Projektlaufzeit (Jänner 2011 bis Dezember 2015) insgesamt acht Maßnahmen zur gewässerökologischen Verbesserung der Enns und ausgewählter Zubringer realisiert, um wieder flusstypische Strukturen, wie Nebenarme, Schotterbänke, Flachufer, Auwälder und Autümpel zu schaffen.

Die Umsetzung konzentriert sich auf den Raum Admont und Öblarn. Für die Projektrealisierung ist eine Gesamtinvestition von 2,9 Mill. Euro von Nöten. 50 Prozent der Finanzierung können aus dem EU-Fördertopf geschöpft werden. Den nationalen Anteil übernehmen zu 70 Prozent das Lebensministerium (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) und zu 30 Prozent die Interessenten. Insgesamt werden zwei Altarme mit der Enns verbunden, vier Flussbettaufweitungen durchgeführt, die Mündungsstrecke von zwei Nebenbächen revitalisiert und so für Fische durchwanderbar gemacht, 18,7 Hektar standorttypischer Auwald gesichert und ein Stillgewässer mit einer Gesamtfläche von 11 000 Quadratmeter errichtet.

LR Johann Seitinger wies in seiner Rede in Admont-Ost vor allem auf die vier Säulen von LIFE+ – der „Naturschutz“, der „Hochwasserschutz“, die „Pädagogik“ und die „neu geschaffenen Erholungsorte für die Bevölkerung“ – hin. Landesrat Dr. Kurzmann ging auf die Ende Mai 2014 beschlossene Naturschutz-Gesetzesnovelle ein. Da die Steiermark laut EU-Vorschreibung zu wenige Natura-2000-Nennungen durchführte, wurde nun gemeinsam mit Experten eine Auswahl von schützenswerten Naturgütern im Landtag vorgenommen. „Wir wollen das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Unsere moderne Welt braucht ein gut funktionierendes Eisenbahnnetz, ausgebaute Straßen und Flughäfen. Aber wir müssen daneben auch die Natur berücksichtigen und nicht jede Fläche wirtschaftlich nützen, und darauf achten, dass Naturräume offen bleiben“, so Kurzmann bei der Eröffnung der Altarmanbindung in Admont-Ost.

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