Emanuel Wock

Aus EnnstalWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Emanuel Wock (* 5. Jänner 1796 in Neuberg bei Mürzzuschlag in der Steiermark; † 7. Jänner 1870) war ein Benediktiner im Benediktinerstift Admont.

Hinweis

Dieser Text stammt aus folgender Quelle und ist grammatikalische von dort so übernommen:
Der steirische Landbote, Organ für Landwirthschaft und Landescultur. Redigirt von Dr. Gust. Wilhelm (Gratz, 4°.) III. Jahrg., 3. März 1870, Nr. 5: „Emanuel Wock. Ein Lebensbild. Von J. Kiegel.

Leben

Sein Vater war Oberamtmann zu Neuberg in Steiermark. Von seinen Eltern für den geistlichen Beruf bestimmt, kam Emanuel aus der Neuberger Pfarrschule, an der er den ersten Unterricht erhielt, in das Gratzer Convict und trat aus diesem am 4. November 1817 zu Admont in den Benedictinerorden ein, bei welcher Gelegenheit er seinen Taufnamen Anton mit dem Klosternamen Emanuel vertauschte. Am 6. Jänner 1820 machte er die feierliche Profeß, am 30. September 1821 las er die erste heilige Messe. Nun widmete er sich als Kaplan in Mautern der Seelsorge, die er auch 1823 in Kammern, 1824 in Kallwang versah. 1827 wurde er Spiritual der Kleriker und Professor der Erziehungskunde im Stifte, 1831 Normalschuldirector und Professor der Katechetik und blieb es bis 1840. In diesem Jahre zum Kellermeister im Stifte Admont ernannt, ging er 1844 als Stiftshofmeister nach St. Martin, in welcher Stellung er durch 26 Jahre bis zu seinem 1870 erfolgten Tode wirkte.

In der Seelsorge als tüchtiger Kanzelredner gerühmt, machte er sich als Normalschuldirector um den Unterricht der Taubstummen besonders verdient, wozu er sich die nöthigen Kenntnisse während der Ferien in Wien erworben hatte. Als Stiftshofmeister zu St. Martin wurde er in den Gemeinderath von Straßgang gewählt, in welchem er bis an sein Lebensende in ersprießlichster Weise, namentlich in streitigen Angelegenheiten vermittelnd wirkte. Als dann später die Bezirksvertretungen ins Leben traten, wurde er auch Mitglied derselben.

Seine Hauptthätigkeit fällt aber in das Gebiet der Landwirthschaft. Frühzeitig Mitglied der steirischen Landwirthschaftsgesellschaft, kam er nach seiner Uebersiedlung nach St. Martin 1844 in die Filiale Westgratz und wurde bald Ausschuß und Vorsteher des landwirthschaftlichen Cirkels Straßgang. Vor Allem suchte er den Bauernstand über die Wirksamkeit der Landwirthschaftsgesellschaft aufzuklären und ihn zum Eintritt in dieselbe zu bewegen; er hielt mehrere Male im Jahre Cirkelsitzungen in Straßgang, zu denen er alle Bauern und auch Nichtmitglieder einlud, und in welchen er durch Besprechung, Belehrung und Vorträge für Hebung der Landwirthschaft wirkte. Ein besonderes Augenmerk hatte er auf die Hebung des Absatzes steirischer Weine, welche früher über die Grenzen des Landes kaum gekannt waren. Auf seine Veranlassung wurden die großen ausländischen Ausstellungen in London, Paris, Hamburg und Stettin, sowie die inländischen in Wien und Hietzing mit steirischen Weinen beschickt, welche dann auch die ihnen gebührenden Auszeichnungen und Medaillen erhielten. Auf dem Stiftsgute St. Martin pflanzte er mit schönem Erfolge edle Rebensorten an, wodurch er einen Wein zog, der sich den besten Sorten in Untersteiermark gleichstellte. Dem Obstbau widmete er große Aufmerksamkeit und bepflanzte Gärten und Hügel um St. Martin mit edlen für diese Gegend passenden Obstarten. Als Ausschußmitglied der Section für Bienenzucht wirkte er rastlos für Aufstellung verbesserter Bienenstöcke und Einführung entsprechender für diese Zucht nöthiger Geräthe; war auch einer der Ersten, die in Steiermark in den Bienenständen Stöcke mit beweglichem Bau einführten. Er trat energisch für Errichtung der steiermärkischen Landes-Ackerbauschule ein, förderte mit allen Kräften den Unterricht in der Kellerwirthschaft und im Waldbau, vornehmlich auch dadurch, daß er Zöglinge an den praktischen Arbeiten in dem rühmlichst bekannten Weinkeller und den Waldungen des Stiftes theilnehmen ließ. Schon im Juli 1867 ward er zur Auszeichnung mit der großen Gesellschaftsmedaille von der Filiale Westgratz vorgeschlagen; nun verlieh ihm die steirische Landwirthschaftsgesellschaft im September desselben Jahres einstimmig die bis dahin in Eisen geprägte große Medaille in Gold, so daß er der Erste war, welcher diese höchste Auszeichnung der Gesellschaft in Gold erhielt. Im Jänner 1869 wurde er zum Vorsteher der Filiale Westgratz erwählt und brachte als solcher innerhalb weniger Monate im October dieses Jahres die glänzende Ausstellung zu Kalsdorf zu Stande. Dies war auch seine letzte That.

Auf der Heimfahrt von der Prälatenwahl am 14. April 1869 hatte er sich eine Erkältung zugezogen, an der er das Jahr über kränkelte und Anfangs Jänner 1874, im Alter von 74 Jahren starb. Schon im November 1866 war er zum fürstbischöflichen geistlichen Rathe ernannt worden. Er war ein Wohlthäter der Armen, ein Priester voll Liebe, Güte und echt menschlicher Duldsamkeit, ein Landwirth, der den Wohlstand seiner Gegend mächtig gefördert, und sein Hingang wurde allgemein betrauert.

Quelle

  • Der steirische Landbote, Organ für Landwirthschaft und Landescultur. Redigirt von Dr. Gust. Wilhelm (Gratz, 4°.) III. Jahrg., 3. März 1870, Nr. 5: „Emanuel Wock. Ein Lebensbild. Von J. Kiegel. gefunden in de.wikisource.org