Grafen von Saurau

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Die Grafen von Saurau waren für das Ennstal in der Zeit des Saurauisch-Wolkensteinschen Marktes vom 17. bis 19. Jahrhundert von Bedeutung.

Geschichte

Ulrich von Saurau dürfte 1373 Burg und Herrschaft Hornegg von den Horneckern erworben haben.

1607 wurde das Geschlecht in den Freiherren- und 1638 in den Grafenstand erhoben. Die Herren von Saurau nannten sich nach ihrem Turm im obersteirischen Ort bei Teufenbach. Urkundlich wurden sie 1240 erstmals erwähnt. In männlicher Linie erloschen sie erst mit dem Tod des letzten Grafen im Jahre 1846. Ursprünglich besaßen sie einen kleinen Besitz im oberen Mur- und Katschtal, den sie aber – sie waren auch Ministerialen, also Dienstleute, des Salzburger Erzbischofs – vermehren konnten.

Eine Linie besaß neben wenig freiem Eigen Lehen der Bistümer Gurk, Freising und Salzburg meist um Straßburg (Kärnten), Niederwölz und Neumarkt. Diese Linie erlosch bereits um das Jahr 1450. Die zweite Linie besaß anfangs die Burg Moosham im im Salzburger Lungau. Spätestens seit Anfang des 14. Jahrhunderts gehörten ihr auch Güter in Ligist. Nach der Burg in Ligist nannten sie sich später auch Saurau auf Ligist und Hornegg. Aus der Herrschaft Weinburg der 1438 ausgestorbenen Herren von Pettau (heut Ptuj, Slowenien) erhielt Ulrich von Saurau ebenfalls zahlreiche Hub.

Der Sohn Ulrichs, Kaspar, war des Erwerbers von Horneck. Er ist von 1373 bis zu seinem Tode 1423 nachgewiesen. Er war während der habsburgischen Familienstreitigkeiten Anfang des 15. Jahrhunderts ein Vertrauter der Habsburger-Herzöge Leopold und Ernst, für die er auch Kriege führte und als Dank dafür die Burggrafschaft von Gösting erhielt. Nachdem Kaspar 1420 die Herrschaft Lobming geerbt hatte, starb er 1423. Er wurde in der Pfarrkirche Ligist beigesetzt. Sein Sohn Ulrich war 1421 Pfleger auf Eppenstein und stand zeitweise ebenfalls in landesfürstlichen Kriegsdiensten. Als Lohn dafür erhielt er vom Herzog Lehen. Der Erzbischof von Salzburg gab ihm unter anderem Getreide- und Weinzehente in den Pfarren Straßgang, Hengsberg, Preding, Sankt Florian und Gams zu Lehen.

Die Herren von Pettau waren auch Erblandmarschälle gewesen. Als solche hatten sie im Kriegsfalle das steirische Landesaufgebot anzuführen. In der Nachfolge der Pettauer bekleideten die oberösterreichischen Herren von Schaunberg dieses Amt, bis zu dem Zeitpunkt, als jenes eines Untermarschalls geschaffen wurde, das der erste Amtsträger Jost von Helfenberg 1453 seinem Schwiegersohn Georg von Saurau vermittelte. Zum Erbmarschallamt gehörten umfangreiche Besitzungen in den Sölktälern.

Die sechs Brüder Ulrich, Georg, Kaspar, Wolfgang, Hans und Andrä Saurauer hatten bereits 1432 ihre Güter geteilt. Dabei erhielt Ulrich die Herrschaft Hornegg mit den zugehörigen Untertanen und Rechten. Georg bekam die halbe Burg Ligist, Kaspar Burg und Herrschaft Hohenbrugg, die anderen drei Brüder dürften die Hälfte von Ligist sowie Lobming, Saurau und die Festenburg erhalten haben. Ulrich und Hans von Saurau brachen mit Herzog Friedrich, dem späteren Kaiser Friedrich III., im August zu einem Kreuzzug 1436 ins Heilige Land auf. 1438 forderte die ungarische Königin Elisabeth Georg und Hans von Saurau auf, die Burgen ihrer Gegner zu erobern. Eine neuerliche Teilung der Güter wurde durch den Tod von Hans und Andrä von Saurau 1441 erforderlich. Diesmal erhielt Kaspar von Saurau die Herrschaft Hornegg und Ulrich Hohenbrugg. Die Festenburg, die Kaspar senior von Saurau von Graf Hugo von Montfort erworben hatte, erhielten alle Brüder gemeinsam. Kaspar von Saurau, Herr auf Hornegg, starb 1451, sein Sohn Andrä, aus der Ehe mit Anna von Weißpriach, starb vor 1456. Im selben Jahr teilten Wolfgang und Georg von Saurau das Erbe nach ihren Brüdern. Georg erhielt die Herrschaft Hornegg mit den Untertanen, Rechten und Vogteien. Weiters erhielt er die Stammburg der Familie im obersteirischen Saurau. Der kaiserliche Rat Georg von Saurau war mit Kathrein von Helfenberg vermählt. Von seinen Söhnen begründete Wilhelm (nachgewiesen von 1462 bis 1491), Landesverweser der Steiermark, mit seinen Nachkommen die Lobminger und Reichenegger Linien des Hauses Saurau, Friedrich (nachgewiesen von 1460 bis 1507) über seinen Sohn Hans die Festenburger Linie.

Georg erreichte für das Dorf Preding vom Kaiser 1462 die Erhebung zum Markt. Im selben Jahr wurde Georg von Saurau kaiserlicher Kommissär für die Verteidigung der Steiermark, starb aber bald darauf. Seine Söhne Hans und Christoph erbten die Herrschaft Hornegg, Hans von Saurau vertrat die steirischen Landstände 1473 bei einem Ausschusslandtag von Steiermark, Kärnten und Krain betreffend die Abwehr der drohenden Türkengefahr und war in dieser Angelegenheit 1474 auch Gesandter beim Kaiser.

Hans von Saurau erhielt 1478 und 1492 das Salzburger Lehen der Hollenegger, darunter Güter zu Lebing, Lamperstätten und Laßnitz. Als Erblanduntermarschall trug er beim Leichenbegängnis Kaiser Friedrichs III. 1493 das Banner der Steiermark. Hans von Saurau selbst dürfte im Jahre 1499 gestorben sein. Sein Besitz wurde unter seinen Söhne Georg und Wolfgang 1508 geteilt. Darunter war auch die halbe Herrschaft Hornegg. Georgs Anteil fiel dann mit dessen Tod 1510 an Wolfgang. Die andere Hälfte Horneggs dürfte im Besitz ihres Vetters Hans von Saurau gewesen sein. Wolfgang von Saurau war kaiserlicher Landrat und Vertreter der steirischen Landstände auf Ausschusslandtagen. In seinem Testament bestimmte Wolfgang 1518 seinen Vetter Erasmus von Saurau auf Lobming zum Vormund seines Sohnes Franz, sonst seinen Vetter Hans von Saurau auf Hornegg. Die Herrschaft Hornegg blieb in den folgenden Jahrzehnten zweigeteilt, denn die Gültschätzung des Jahres 1542 wurde einerseits von den Erben des Hans von Saurau (Christoph) und andererseits durch Christophs Vetter Franz von Saurau eingelegt, je mit dem „halben gschloß“ Hornegg im Werte von je 100 Pfund. 1544 verkaufte Christoph seine Hälfte Horneggs an Franz von Saurau, dem 1551 bis zu seinem Tode 1563 Gilg (Ägyd) von Saurau als Herr auf Hornegg folgte. Doch hatte auch sein Bruder Georg von Saurau Anteile an der Herrschaft. In der Pfarrkirche von Preding befindet sich Gilgs Grabmonument und jenes nach Erasmus von Saurau, Gilgs Sohn, gestorben 1588 (1592?). Gilg wurde von Franz von Saurau beerbt, die zweite Hälfte befand sich in den Händen von Georg bzw. dessen Sohn Wolf von Saurau (zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter Barbara), der die Herrschaft im Jahre 1580 antrat und seinem Vater in der Pfarrkirche Preding ein Grabmal errichten ließ. Diese Mitglieder der Familie hatten sich dem neuen Glauben des Protestantismus angeschlossen, der seit Martin Luthers Thesen des Jahres 1517 auch unter den steirischen Adeligen große Verbreitung gefunden hatte.

Im Jahre 1603 verkaufte Wolf von Saurau Hornegg an Anna Watzler und verließ als Protestant das Land. In Österreich unter der Enns (Niederösterreich) kaufte er die Herrschaft Grafenegg bei Krems, wurde Landmarschall und war maßgeblich am Zustandekommen des protestantischen Horner Bundes beteiligt. Er starb im Jahre 1620. Sein Sohn Karl Graf von Saurau konvertierte hingegen wieder zum katholischen Glauben. Karl von Saurau wurde am 22. März 1625 mit dem steirischen Erbmarschallamt von Ferdinand II.[1] belehnt, das dieser den Hofmanns weggenommen hatte.

Als Grundlage für den Verkauf von 1603 wurde ein Urbar angelegt, das sämtliche damalige Untertanen, Rechte und Einkünfte der Herrschaft Hornegg genau verzeichnet.

Quellen

Einzelnachweise

  1. siehe Ferdinand II.