Gasselrennen auf den Ennswiesen

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Die Gasselrennen auf den Ennswiesen fanden am 12. Jänner und 26. Jänner 1868 statt und waren damit eine der ersten Veranstaltungen dieser Art im Ennstal.

Allgemeines

Auf Anregung von Ferdinand Geyer, des damaligen Besitzers von Schloss Trautenfels, wurde diese Veranstaltung auf den Ennswiesen bei Trautenfels durchgeführt.

Die Veranstaltungen

Erstes Rennen

Den siebzehn Teilnehmern fuhr ein Musikwagen, mit fünf Musikern voraus und mit einen Böllerschuss wurde das Rennen gestartet. Das Gasselfahren bestand aus vier Runden, wobei sich Ferdinand Geyer bald absetzte und fünf Runden beendete bevor die Mitstreiter die vierte Runde beenden konnten.

Beschreibung des Rennens

In der Tagespost (Graz) wird das Rennen wie folgt beschrieben

Die Fahrbahn auf der großen Trautenfelser Ennswiese bildete eine Ellipse und ihre Länge beträgt 461 Currentklafter; sie war in der Breite von 3 Klaftern ausgeschaufelt, und erwies sich als vollkommen geeignet. An ihrem Eingange stand die Tribüne für die Preisrichter und dieser gegenüber flatterten die Preisfähnlein mit Silberthalern und Seitentücheln. Hinter einem mit einer großen Fahne beflaggten, mit Tannenzweigen aufgeputzten doppelspännigen, riesigen Schlitten, welcher eine vollständige Musikbande zwischen seinem grünen Gewinde aufnahm,fuhren siebzehn Bewerber nach der Losreihe geordnet, langsamen Schrittes in die Bahn ein, und folgten den Marschklängen des Musikschlittens, auch nachdem dieser die Bahn verlassen hatte, bis ein Böllerschuss das Rennzeichen gab. Da der Gebrauch von Peitschen und aller Gewaltmittel strenge untersagt war, so erfolgte nun eine so lebhafte Bewegung, daß sie Alles elektrisierte. Jeder drängte nach Vorwärts, die Pferde bäumen sich zum Galopp, und müssen doch wieder zum Trabe zurückgehalten werden, die Wettfahrer rufen, schreien, agieren mit Händen und Leitseil, die Kälte überdeckt Pferd und Mann mit einer Eis Larve, und der Eifer wird so toll, daß man Niemanden mehr versteht, und in einem gemeinsamen Knäuel die Luft zu enden droht. Jedoch noch nicht beendet, löst sich der Knäuel in allgemein befriedigender Weise und die ganze Fahrt geht ohne den Geringsten Unfall so präzis von Statten, als hätten unsere „Traber“ eine Parade abgehalten. Die Bahn war nach gegebenem Zeichen, von der Tribüne aus, und bis zu ihr zurück viermal zu befahren, und es hatte daher jeder Wettfahrer 1844 Currentklafter zurückzulegen. Schon bei der ersten Rundfahrt gewann Herr Ferdinand Geyer von Trautenfels mit Los Nr. 8 die Führung, und beendete die Wettfahrt in sieben Minuten. Setzte sie aber noch einmal fort und gelangte mit fünf Rundfahrten ans Ziel, bevor die Mehrzahl noch deren vier beendete. Er gewann somit den ersten Preis, und es wurde sein gewandtes Fahren ebenso bewundert, wie der herrliche Trab seines leichtfüßigen, muthigen Fuchses.

Ergebnis

  1. Ferdinand Geyer, Trautenfels
  2. Georg Schweiger, Stainach
  3. Franz Vasold, Stainach
  4. Jgnaz Kaserer, Irdning
  5. Josef Paul Kalss, Untergrimming

Zweites Rennen

Aufgrund de großen Erfolges wurde beschlossen ein zweites Rennen, ein sogenanntes Bauernrennen, durchzuführen. Bei diesen Rennen war kein Nenngeld zu zahlen. Dieses Rennen bestritten vierzehn Teilnehmer. Besonders bemerkenswert ist dass dabei eine Frau mitfuhr und als siebte das Rennen beendete.

Quellen

  • Internet-Recherche Christine Reiter in der Österreichischen Nationalbibliothek:
Tagespost (Graz) vom 13 Februar 1868, Beilage