Edmund Rieder

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Edmund Rieder (16. November 1802 in Hartberg, Steiermark; † 9. Jänner 1868 im Benediktinerstift Admont) war ein gelehrter Benediktiner.

Leben

Der Sohn mittelloser Landleute erhielt in der Volksschule des Chorherrenstiftes Vorau seinen ersten Unterricht. Dabei fielen seine Lehren seine Talente auf und er wurde im geistlichen Hause in den Gegenständen des Gymnasiums unterrichtet. So konnte er 1816 auf das Gymnasium in Graz gehen, wo er in der ersten Humanitätsclasse Aufnahme fand. Nach Abschluss seiner philosophischen Studien trat er im Jahre 1820 in das Benediktinerstift Admont, wo er die theologischen Studien beendete. Er wurde dann von seinen Ordensobern nach Graz geschickt, um die Rechtswissenschaften zu studieren. Im Jahre 1826 erhielt er die Priesterweihe, kam nun in die Seelsorge, und zwar als Kaplan nach Wildalpen, wo er ein Jahr verbrachte. 1829 wurde er Gymnasial-Professor in Judenburg und 1833 in Graz, in welcher Stellung er – 1837 zum Humanitätslehrer vorrückend – bis an sein Lebensende verblieb. Im Jahre 1849 supplierte er auch die erledigte Lehrkanzel der altklassischen Literatur an der Grazer Universität.

Rieder, in den altklassischen Sprachen gründlich gebildet, war in seinem Fach auch ein tüchtiger Lehrer, dem seine Kenntnisse, seine Herzensgüte und ein von allem Schulzwang freies Wesen, das durch seine poetische Begabung noch liebenswürdiger wurde, die Achtung seiner Schüler und aller, die mit ihm verkehrten, erwarb. Dabei besaß er einen für seine nicht glänzenden Einkünfte angemessenen Wohltätigkeitstrieb. Im Jahre 1867 zwang ihn zunehmende Kränklichkeit um einen halbjährigen Urlaub anzusuchen; aber noch vor Ablauf desselben ereilte ihn im Stifte, wohin er sich zurückgezogen hatte, im Alter von 66 Jahren der Tod. Wie sein Leben war sein Sterben. Als er sein Ende herannahen fühlte, schickte er dem Meßnerknaben, der für ihn das Sterbeglöcklein läutete, ein Geldgeschenk für diese Mühe mit dem Auftrage, recht gut und stark den Strang zu ziehen, damit auch der Abt höre, dass es mit ihm zu Ende gehe und er seiner im Gebete gedenke.

Rieder als Schriftsteller

Rieder war auch schriftstellerisch tätig. Er brachte mehrere Gelegenheitsgedichten im Eigenverlag und in Schulprogrammen heraus: * „Erläuterungen zur Theorie der Dichtkunst“ (Graz 1848);

  • das „Lehrbuch der Redekunst“ (ebd. 1849; 2. Aufl. 1859) fand insbesondere in Lehranstalten in der Schweiz eine breite Akzeptanz;
  • „Ali, der Khalif. Historisch-dramatisches Gedicht in 5 Acten“ (ebd. 1850);
  • „Abhandlung über den sophokleischen Philoktet“, im Jahresbericht des Grazer Obergymnasiums 1852;
  • „Chronicon Ottocari in rebus, quae ad Henricum abbatem pertinent, ne sit fons rerum Stiriae scriptoribus“ im Jahresbericht 1859;
  • „Adelheid von Herberstein. Vaterländisch-historisches Schauspiel in 4 Acten“ (Gratz 1860);
  • andere Arbeiten, wie die Tragödien: „Die Templer“, „Heinrich II. von Admont“, ferner eine Abhandlung über die alten Ortsnamen in der Steiermark u. dgl. m. hat er vollendet in Handschrift hinterlassen.

Quellen

  • de.wikisource.org und dortige Quellen:
    • Jahresbericht des k. k. Obergymnasiums zu Gratz (Gratz, Kienreich, 4°.) 1868, S. 52, in den von dem Director Peinlich erstatteten „Schulnachrichten“. – Gratzer Volksblatt 1868, Nr. 10., in: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich