Wildschützenhöhle

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Die Wildschützenhöhle ist ein Höhlensystem in der Südflanke der Hochtorgruppe im Gesäuse.

Geologie

Geologisch betrachtet liegt die Höhle innerhalb des Dachsteinkalkes der Nördlichen Kalkalpen. Grundlage für die Entstehung der Wildschützenhöhle war Verkarstung des Gesteins.

Beschreibung

Im Detail befindet sich die Wildschützenhöhle auf 1 450 m Seehöhe unweit der Derlerstiege am Wanderweg zwischen der Unteren Koderalm und Oberen Koderalm von Johnsbach in Richtung Heßhütte.

Nach dem Zustieg in das Berginnere folgt eine leicht nach Ostnordosten ansteigende, großräumige Hautstrecke. Nach etwa 70 bis 80 m teilt sie sich in mehrere Äste auf, die zum Teil verstürzt oder mit Schutt verlegt enden. Im Deckenbereich setzt eine zweite Etage an, die als ausgewaschene Röhre beginnt und in eine breite, jedoch niedrige Spalte übergeht.

Die Besonderheit der Höhle ist die zahlreich vorkommende Bergmilch - eine weiche, poröse Ausfällung von Calcit. Spuren legen nahe, dass diese Versinterung hier einst bergmännisch gewonnen wurde.

Im Höhlenkataster wird die Wildschützenhöhle unter der Nummer 1712/71 geführt. Sie hat eine Länge von 283 m, eine Höhe von ca. 31 m und eine Horizontalerstreckung von etwa 70 m (Stand 2004).

Der Nationalpark Gesäuse ist daran interessiert, die Wildschützenhöhle für die Erforschung der Klimageschichte im Bereich des Gesäuses heranzuziehen. Hierzu wären jedoch mehrjährige Eisuntersuchungsprogramme nötig.

Quellen

  • Herrmann, E.: Alpine Höhlenforschung im Nationalpark Gesäuse, Steiermark, PDF, abgefragt am 1. September 2016
  • Nationalpark Gesäuse GmbH: 2004 - Projekt Tropfsteindatierung-Höhlensedimente-Endbericht 2003-2004, Endbericht, abgefragt am 1. September 2016
Höhlen im Bezirk Liezen