Schnapsbrennen

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Schnapsbrennen am Breilerhof
Schnapsbrennen ist natürlich auch im Ennstal eine alte Tradition.

Einleitung

Schnapsbrennen ist keine ungefährliche Arbeit. Beim Destillieren von Hochprozentigem im Keller ihres Wohnhauses in Lantschern, Gemeinde Aigen im Ennstal wurden am 2. September 2007 ein 50-jähriger Mann und ein 16-jähriger Bursche schwer verletzt, als es zu der Explosion kam[1]

Geschichte

Obwohl die Herstellung von hochprozentigem Alkohol wesentlich früher begann, erreichte sie Europa erst im 7. Jahrhundert nach Christus. In Österreich findet sich die erste urkundliche Erwähnung der Schnapsbrennerei aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Wie in vielen anderen Dingen auch waren die Klöster Zentrum der Brennereien. Erst zur Zeit zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie kam es dann zu einer ersten Hochblüte der Schnapsbrennerei. Noch heute besitzen zahlreiche Brennereien ihr Schnapsbrenn-Monopol aus der Zeit Maria Theresias, der Großmutter von Erzherzog Johann. An „rechtschaffende, fleißige und ordentliche Bauern“ hatte Maria Theresia das Brennrecht verliehen. Das an den jeweiligen Hof gebundene Brennrecht gestattete den Bauern, jährlich 300 Liter Alkohol zu erzeugen. Auch der Zukauf von Obst aus Österreich war damit erlaubt.

Die Schnapsbrennerei war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die letzte Verwendung der Obstverwertung. Zwar waren die Produkte „berauschend“, jedoch die Qualität war es weniger. In den 1980er Jahren setzte ein radikales Umdenken bei den Schnapsbrennern in der Steiermark ein. Qualität wurde zunehmend wichtiger als Quantität. Man verwendete nur mehr hochwertige Ausgangsprodukte, arbeitete mit einer kontrollierten Gärung des Obstes, destillierte sorgfältiger und zum Einsatz kamen moderne Destillieranlagen.

Das Schnapsbrennen

Das Abtrennen von Alkohol zu Genusszwecken aus einer Maische durch Destillation bezeichnet man als Brennen und das Produkt häufig als Brand. Im Gegensatz zur Destillation im Kontext mit der Isolierung und Reinigung von Chemikalien ist hierbei nicht die Gewinnung eines möglichst reinen Stoffs das Ziel, sondern die Gewinnung einer wohlschmeckenden Lösung aus Alkohol, Wasser und Aromastoffen.

Schnapsbrennereien im Ennstal

Quellen

  • Video von ennstal-TV
  • Geschichte: "Der neue Genussguide - Steirisch Ursprung mit Peter Ramspacher auf den Spuren von Erzherzog Johann zu den besten Produkten der Steiermark
  1. Quelle www.kleinezeitung.at, abgefragt am 10. Mai 2013
  2. Quelle www.falstaff.at, abgefragt am 10. Mai 2013

Weiterführend

Für Informationen zu Schnapsbrennen, die über den Bezug zum Ennstal hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema