Franz Leitner

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Franz Leitner (* 1. April 1929 in Birnberg; † 25. September 2015 in Haus im Ennstal) war ein Malermeister in der Ennstaler Marktgemeinde Haus.

Leben

Am 1. April 1929 erblickte Franz Leitner als fünftes Kind der verwitweten Theresia Maier, geb. Leitner, und des Zimmermannes Hubert Promok am Hof des vulgo Lärchmoar in Birnberg das Licht der Welt. Nach seiner Pflichtschulzeit und den Lehrjahren bei verschiedenen Malerbetrieben legte er 1952 bereits mit 23 Jahren die Meisterprüfung ab und übernahm ein Jahr später die kleine Werkstätte seines Vorgängers Georg Hischenhuber im Hauser Schlossgebäude.

Dort bezog er bald nach der Heirat mit seiner ihm stets zur Seite gestandenen Anna, geb. Raaber, eine kleine Erdgeschosswohnung. In den folgenden Jahren wuchs die Familie zu einer stolzen Größe von sieben Kindern heran. In der Marktgemeinde Haus im Ennstal errichtete er später eine Wohn- und Betriebsstätte. Im Jahre 1994 übertrug er seinen Malermeisterbetrieb an seinen ältesten Sohn Franz, den er noch jahrelang unterstützte.

Das war aber noch lange nicht der Franz Leitner, wie ihn viele im Oberen Ennstal kennengelernt haben und schätzen durften. Seine künstlerische Begabung, sein schöpferisches Gestalten und sein Gespür für Farbe und Form waren einzigartig. So verwundert es nicht, dass sein Sohn Johannes und Enkelsohn Armin in zweiter und dritter Generation die Malermeisterprüfung ablegten, Enkeltochter Marlies heute im Betrieb tätig ist und mit seinen Kindern Heinz, Liese und Christiane auch diese auf hohem künstlerischen Niveau in verschiedenen Bereichen erfolgreich sind.

Ein schwerer Verlust war für ihn und seine Familie im Jänner 1984 der tragische Tod seines Sohnes Arnulf, der bereits ebenfalls als Malermeister in seinem Betrieb arbeitete.

Franz Leitner befasste sich mit alten Schrifttechniken und mit Ornamentik, schuf eine Reihe von Landschaftsbildern, Sgraffiti und Fresken. Er war aber auch ein großartiger Restaurateur von Marterln, Grabkreuzen, Bauernkästen und Truhen oder Grabtafel-Vergoldungen.

Wer „Franz Leitner“ brauchte, musste Geduld aufbringen, umso größer war aber dann die Freude des Auftraggebers über eine Meisterarbeit mit Bestand.

Franz Leitner war langjähriges Mitglied des Alpenvereins und des Kameradschaftsbundes, aber auch eine große, meist kostenlose Hilfe für viele Vereine, die bei ihm vorstellig wurden, um sich von ihm etwa ein Transparent, ein Plakat, eine Tafel oder ein Signet anfertigen zu lassen.

Mit Franz Leitner wurde ein Stück „Hauser Geschichte“ zu Grabe getragen, stets hilfsbereit, bodenständig, traditionsbewusst und doch auch fürs Neue aufgeschlossen – ein lebensfroher, lebensbejahender Mensch. So wird er vielen in Erinnerung bleiben.

Quelle