Niederscheibenbergalm
Die Niederscheibenbergalm (1 150 m ü. A.) ist eine Alm in den Ybbstaler Alpen.
Allgemeines
Das Almgebiet liegt in der Katastralgemeinde Oberkirchen an der Grenze der Steiermark zu Niederösterreich. Hier stehen die Scheibenbergalm-Hütte, Jagdhütte am Scheibenberg und auf der steirischer Seite die Scheibenberghütte, ein Jagdhütte.
Erreichbarkeit
Über einen Forstweg von Palfau oder entlang der Gamsstein-Mountainbiketour von Großreifling über das Mendlingtal zum Mendlingpass. Nach Süden gibt es noch einen Steig über den Raffelgraben hinunter nach Erzhalden.
Geschichtliches
Vor etwa eintausend Jahren war in diesem Bereich noch der Nordrand des Herzogtums Kärnten. Die in etwa heute noch gültige Grenze zwischen den Herzogtümern Steiermark und Österreich soll der Sage nach um das Jahr 1180 gezogen worden sein, und zwar nach einem Zweikampf zwischen dem steirischen Markgrafen Ottokar IV. und dem siegreichen Babenbergerherzog Leopold V.
Nach mehreren Grenzbegehungen und Abmarkungen überschritt 1709 eine Kommission die meisten Gipfel am Nordrand der Steiermark, um eine endgültige Grenzlinie festzulegen. Doch erst 1828 wurde dieser Grenzstein gesetzt, um dem jahrhundertelangen Gebietsstreit zwischen dem Stift Admont und der Herrschaft des Bistums Freising ein Ende zu setzen.
Die Land- und damit auch die Almwirtschaft waren eng ins System des Eisenwesens eingebunden: Staatlich verordnete Widmungsgebiete; vor allem der Dreimärktebezirk im niederösterreichischen Alpenvorland um Scheibbs, stellten die Versorgung der Eisenwurzen mit Lebensmitteln sicher. In diesen Gebieten mussten die Bauern alle Produkte, die nicht der Deckung des Eigenbedarfs dienten, an die Knappen und Eisenarbeiter im gebirgigen Bereich um den Erzberg liefern. Das bedeutete zwar eine gesicherte Abnahme, aber auch die Abhängigkeit vom staatlichen Preismonopol. Im Gegenzug zu den Proviantgütern vor allem Getreide aber auch Fett und Leinen; wurde Roheisen (Rauheisen) geliefert.
Neben den Schmugglern trieb hier im Grenzbereich eine zweite Spezies rußgeschwärzter Männer ihr Unwesen: Die Wilderer wie etwa der legendäre Markus Pichler vulgo Ganser Marx (nach dem hier eine Lacke benannt ist). Mit Vorliebe waren sie exterritorial unterwegs, die Steirer drüben in Niederösterreich und umgekehrt. So hatte man zuhause am ehesten seine Ruhe mit den Jägern und Gendarmen.
Bildergalerie
weitere Bilder
- Niederscheibenbergalm – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien bei Ennstalwiki
Weblink
- Position auf AMap (Datenstand, 05.11.2025)
Quellen
- Austrian Map, Teil der Österreichischen Karte des Bundesamts für Eich- Vermessungswesen (BEV), im Internet unter maps.bev.gv.at abrufbar. Hinweis: Da BEV mit Anfang November 2022 sein Internet-Link-System umgestellt hatte, stimmen aktuell noch nicht alle EnnstalWiki-AMap-Weblinks, sofern nicht beim Link auf eine bereits erfolgte Aktualisierung hingewiesen wird.
- GIS (gis.stmk.gv.at Grenzen - Regionale Gliederung)
- Infotafeln an der Grenze zur Ndiederscheibenbergalm