Sternsingen

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Von 25. Dezember bis 6. Jänner, dem Dreikönigstag, sind die Sternsinger, meist als die Drei Heiligen Könige Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet, unterwegs und sammeln Geld für wohltätige Zwecke.

Geschichte

1955 hatte die katholische Jungschar mit den Brauch des Sternsingens begonnen. Dabei sammeln sie organisiert für Hilfsprojekte für Menschen in Regionen auf der Welt, wo Not herrscht. Der Brauch aber ist deutlich älter.

In der Aufklärungszeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Sternsingen zunehmend untersagt, da man vermeintlichen "Missbrauch" und unstatthafte "Bettelei" unterbinden wollte. Im 19. Jahrhundert – regional unterschiedlich – lebte dieser Brauch jedoch wieder auf und wurde mancherorts erst später erneut gepflegt.

Im 19. Jahrhundert gab es noch eine enge Verbindung zwischen Sternsinger-Liedern, Weihnachts- und Nikolausspielen. "Diese Lieder wurden teils von umherziehenden Erwachsenen, manchmal auch von Familien vorgetragen und dienten als 'Heischegang' in erster Linie dem Broterwerb", erklärte Ulrike Kammerhofer-Aggermann, Leiterin des Salzburger Landesinstitutes für Volkskunde. "An Inn und Salzach waren es vor allem die Schiffer, die im Winter einen Zusatzverdienst brauchten, um ihre Familien ernähren zu können", so Kammerhofer. Dieser Heischebrauch[1] ist bis in das 16. Jahrhundert zurück nachweisbar. Freilich wurden die Heischenden da und dort auch Ziel von Spottversen wie jenem: "Die heilig'n drei König' mit ihrem Stern, sie essen, sie trinken, sie zahlen nit gern."

Vorläufer der Sternsinger-Aktion geht auf Wiener Beamten zurück

Die erfolgreiche Belebung des Sternsingens und damit der Vorläufer der Sternsinger-Aktion geht auf den Wiener Beamten Franz Pollheimer (* 1900; † 1986) zurück. Er sammelte mit seinen Kindern zwischen 1946 und 1954 in einer privat inszenierten Sternsinger-Aktion in Maria Treu in der Josefstadt für die Restaurierung des Stefansdomes, der Piaristenkirche Maria Treu, für Flüchtlinge und Missionsprojekte. Sein Sohn, Klaus Pollheimer, erinnert sich an den verwendeten Spruch, der auch nach Laupheim in Deutschland gelangte und dort einige Zeit Verwendung fand: "Des Gotteskindes Frieden kehr ein in euer Haus und schütte Glück und Segen auf eure Häupter aus! Gesundheit mög's euch geben, recht viel fürs ganze Leben, bis dass wir alle kommen glückselig einst zusammen – in gloria dei patris im Himmel oben – Amen."

Sternsingen heute

Das heutige Sternsingen der Katholischen Jungschar ist eine der größten Hilfsaktionen für bedürftige Menschen in vielen Teilen der Welt. Die Dreikönigsaktion ermöglicht mehr als einer Million Menschen eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Jährlich werden mit den eingenommenen Spenden mehr als 500 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika in den Bereichen Pastoralarbeit, Gesundheit, Straßenkinder, Ausbildung, Menschenrechte, Einsatz für Indigene und Umweltschutz unterstützt. Daneben werden mit Bildungsarbeit in Europa Vorurteile der Menschen abgebaut und Anwaltschaften bei Missachtung von Menschenrechten in Entwicklungsländern übernommen.

Sternsingen in alter Tracht in Bad Aussee

In Bad Aussee gibt es eine besondere Form des Sternsingens – ein Sternsingen in "alter Tracht", das üblicherweise jedes zweite Jahr, begangen wird oder wurde.

Der Dreikönigssegen

Siehe dazu im Artikel Dreikönigstag.

Quellen

Einzelnachweis