Schladminger Wappen

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Das Schladminger Wappen.

Wappen der Stadtgemeinde Schladming stellt einen knienden Bergmann von der Seite dar.

Beschreibung

Er setzt das Bergeisen (Spitzhacke) an und holt mit dem Schlegel aus. Der Bergmann trägt graue Kleidung, Gestein und Boden sind ebenfalls grau dargestellt und der Hintergrund ist blau. Das Stadtwappen wurde nach der Vorlage eines alten Marktsiegels aus dem Jahr 1621 entworfen. Eine Gravur auf dem Siegel besagt, dass die Abbildung des Bergmannes eine Darstellung des Propheten Daniel ist, welcher ein ehemaliger Bergpatron war. Das Marktsiegel wird im Stadtmuseum Schladming ausgestellt.

Geschichte

Der Bergmann vor Ort im Schladminger Stadtwappen, die Symbolfigur für den einstigen Bergsegen in den Niederen Tauern, war nicht immer die heraldische Visitenkarte der Bergstadt.

Die Urkunde vom Jahre 1322, in der Schladming erstmals Stadt genannt wird, ist mit zwei anhangenden Wachssiegel versehen, die in einem dreieckigen Wappenschild ein einfaches Bergeisen (Spitzhammer) mit der Umschrift „S.V.R. SCLAT ...StAT“ zeigt. Es handelt sich hierbei um eines der ältesten bergmännischen Symbole vor dem Gebrauch des Eisen- und Schlägel-Emblems.

Der Bürgerschafts-Burgfriedstein vom Jahre 1588, der nunmehr in der Parkanlage vor dem Gebäude der Stadtgemeinde Schladming (Rathaus) steht, ursprünglich aber an der Straße neben dem ehemaligen Schwimmbad Pichlhof seinen Standort hatte, zeigt das kleine Schladminger Marktwappen aus der Zeit nach 1525.

Zu dieser Zeit hatte Schladming sein Stadtrecht im Zuge der Sanktionen nach dem Bauernaufstand von 1525 verloren und war Markt. Im Wappenschild ist Eisen und Schlägel, umschlungen von einem „S". Dieses Symbol wurde auch als kleines Marktsiegel verwendet. Es gab damals allerdings auch ein großes Marktsiegel, über dessen Beschaffenheit wir im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Schladming im Jahre 1618 informiert werden.

Bei diesem Brand war auch das Marktarchiv mit allen Privilegien vernichtet worden, weshalb sich die Bürgerschaft an Erzherzog Ferdinand II. mit der Bitte um Bestätigung der Marktrechte von 1530 wandte. Dabei wurde unter anderem auch um die Gewährung eines großen und kleinen Marktsiegels gebeten. Für das große Siegel wurde die Darstellung des Bergbaupatrons St. Daniel und eines „Erzknappen" vorgeschlagen, der in einer Hand ein Bergeisen auf den Fels aufsetzt und in der anderen Hand einen Bergschlägel hält. Der Bergknappe vor Ort - allerdings ohne den hl. Daniel - symbolisiert heute noch im Schladminger Stadtwappen die historische Bedeutung des Ortes in der steirischen Montangeschichte (siehe Bergbau in der Region Schladming).

Das kleine Marktsiegel mit dem Eisen- und Schlägel-Emblem und dem durchschlungenen „S" stand noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Gebrauch.

Das Schladminger Stadtwappen - links oder rechts?

Heraldische Fragen an den Bergmann

Die 2000 am Schladminger Stadttor (Salzburgertor) vorgenommenen baulichen Maßnahmen weckten wieder Erinnerungen wach an seinerzeitige Diskussionen im Zusammenhang mit der heraldisch richtigen Darstellung des Stadtwappens. Es wurde dabei die Frage diskutiert, ob der vor Ort knieende Bergmann in links- oder rechtsgerichteter Stellung darzustellen sei.

Letzten Endes entschied man sich in neuester Zeit für die Darstellung des Stadtwappens mit dem Bergmann der links vor ihm den abzubauenden Felsen zeigt. In diesem Zusammenhang ist der Hinweis wichtig, dass schon Franz Hutter in der Geschichte Schladmings und des steirisch-salzburgischen Ennstales bei seiner Wappenbeschreibung auf Seite 109 darauf hinweist, „daß ein vor einem Felsen links knieender Bergmann, welcher mit der Linken einen Spitzhammer im Gestein ansetzt, mit der Rechten mit einem Klopfhammer (Schlägel) zum Schlage ausholt", dargestellt wird.

Das oben zitierte Wappenbild nach der Darstellung Hutters ist auch auf dem Stadttor zu sehen, wobei allerdings als „Zutat" die Jahreszahl 1322 - das Jahr der Erstnennung Schladmings als Stadt – eingemeißelt ist. H. Purkathofer, der Fachexperte für steirische Wappenkunde im Steiermärkischen Landesarchiv, bezeichnet das derzeitige Wappenbild als „unheraldisch" („Schladming – Geschichte und Gegenwart", 1996, S.27, Einzelnachweis 58).

Einen Beitrag zur Klarstellung der heraldischen Fragen um das Schladminger Stadtwappen bringt der im Familienbesitz des Berichteerstatters befindliche Siegelstempel des „Magistrates Schladming", mit dem der Kaufmann Johann Angerer, der erste Bürgermeister Schladmings, alle wichtigen Schriftstücke gesiegelt und unterfertigt hatte.

Quellen